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Viola Petersson 21.06.2013 23:50 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Drei Göttinnen und der Schöpfer

Althüttendorf (MOZ) Sie sitzen auf einem Thron, wie es sich für Göttinnen gehört. Urd, Verdandi und Skuld haben auf riesigen Findlingen Platz genommen. Dort harren die Nornen gewissermaßen ihrer Krönung. Am heutigen Sonnabend wird die Skulpturengruppe von Eckhard Herrmann enthüllt.

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Ankunft in Althüttendorf: Auf Hilfskonstruktionen thronend, erreichten die Skulpturen Urd, Verdandi und Skuld sicher das Ziel. Ein Jahr lang hat der Eberswalder Metallgestalter Eckhard Herrmann in seiner Werkstatt an den Plastiken gearbeitet.

© MOZ/Thomas Burckhardt

Donnerstag in Althüttendorfs neuer Mitte: Der kleine Park an der Kirche liegt mitten in der Sonne. Zwischen all dem Gründie drei Schicksalsgöttinnen - und Eckhard Herrmann, der Künstler. Der Metallbildhauer ist erleichtert. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die schwere Fracht hat sicher das Ziel erreicht. Die überlebensgroßen Plastiken, die Nornen, sind bereits auf den Steinen positioniert. "Eine Figur wiegt mehr als 100 Kilogramm", schätzt Herrmann. Gleichwohl wirken die Frauen elegant, wie sie - unsichtbar - den Faden des Schicksals spinnen. Die letzten Handgriffe liegen nur wenige Tage zurück. "Anfang der Woche ist Verdandi fertig geworden", verrät Herrmann. Ein Jahr lang habe er mit Unterbrechungen an der Gruppe gearbeitet.

Eigentlich wollte er die Arbeitsspuren von den Plastiken noch "abbeizen", wie er sagt. Doch Werkstattbesucher hätten ihn überzeugt, gerade den aktuellen Charme beizubehalten.

Überhaupt hat Herrmann mit dem Althüttendorfer Auftrag schon im Vorfeld für Aufsehen in seinem Eberswalder Atelier gesorgt und "viel Zuspruch erfahren", wie der 63-Jährige selbst ein wenig erstaunt ist, sich zugleich aber über die Resonanz freut. Auch beim Aufbau vor Ort auf dem neu gestalteten Dorfplatz stellen sich sogleich Zaungäste und Neugierige ein. "Ich bin wirklich überrascht. Positiv überrascht", ruft ein Anlieger dem Künstler zu - und verspricht denn prompt, künftig auf die Damen aufzupassen. Nein, er habe mit seinen Werken noch nie Probleme in der Region gehabt, sei bislang kein Opfer von Vandalismus oder Diebstahl geworden, erwidert Eckhard Herrmann. Weshalb er - allen Unkenrufen zum Trotz - auch in puncto Materialwahl stets seinem künstlerischen Anspruch treu geblieben sei.

Wie kommen die Nornen Urd (Vergangenheit), Verdandi (Gegenwart) und Skuld (Zukunft), als Schicksalsfrauen der nordischen Mythologie bekannt, nun nach Althüttendorf, welche Verbindung haben sie zur kleinen Gemeinde am Grimnitzsee? "Der Entwurf für die drei Nornen ist schon ein paar Jahre alt", erzählt der Schöpfer. "Damit hatte ich mich seinerzeit an einem Wettbewerb in Thale für den dortigen Mythenweg beteiligt." Während ein heimischer Künstler gewann, wanderte Herrmanns Vorschlag zunächst in die Schublade.

Bis Joachimsthals Amtsdirektor Dirk Protzmann ihn entdeckte und befand, dass die Arbeit eigentlich perfekt zu Althüttendorf passt. Immerhin trägt die Entwicklung des Ortszentrums fast schon schicksalhafte Züge. "Hier stand ja mal die Gaststätte ,Haus Grimnitzsee'. Wir waren oft zum Tanz hier", erinnert der Anlieger den Künstler etwas wehmütig an das Vergangene, das Gewesene, um sich dennoch mit der Gegenwart, dem künstlerischen Werk Herrmanns, versöhnlich zu zeigen.

Der Metallgestalter selbst, kein Freund großer Worte, gibt lediglich zu Protokoll: Ja, nach mehrfachen Änderungen im Prozess sei er doch mit dem Ergebnis "im Großen und Ganzen zufrieden". Nicht nur, weil er kaum mehr mit einer Umsetzung der alten Pläne gerechnet hatte. Vor allem zählt er die Gruppe "Die Nornen" zu den "künstlerisch anspruchsvollsten Arbeiten" in seinem Schaffen.

"Zunächst einmal galt es, eine Formensprache zu finden. Niemand hat die Nornen je gesehen", beschreibt der 63-Jährige die Herausforderung. Er habe sich für eine "vermenschlichte" Darstellung entschieden. Schließlich seien die Götter "von Menschen ersonnen worden". Aus handwerklicher und technischer Sicht verweist der Finowfurter auf die Synthese von Stein und Metall. Die Thronfindlinge seien "naturbelassen", da sei nichts bearbeitet, versichert Herrmann. Vielmehr habe er die kupfernen Gewänder an das Gestühl angepasst. Ein mühsames Unterfangen. "Es war gut, dass ich die Steine in der Werkstatt hatte." So konnten Urd, Verdandi und Skuld immer wieder Probe sitzen.

Feierliche Einweihung der Gruppe "Die Nornen" am heutigen Sonnabend, 10.30 Uhr, mit gleichzeitiger Übergabe des Dorfplatzes Althüttendorf

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