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Tief im Wald tut sich etwas

Idyllisch: Auch wenn der Ruheforst entstanden ist, wird es vor Ort nicht großartig anders aussehen. Lediglich kleine Wege, die beispielsweise für Gruppenführungen genutzt werden, sollen entstehen. Ansonsten wird die Ruhestätte sehr naturbelassen bleiben.
Idyllisch: Auch wenn der Ruheforst entstanden ist, wird es vor Ort nicht großartig anders aussehen. Lediglich kleine Wege, die beispielsweise für Gruppenführungen genutzt werden, sollen entstehen. Ansonsten wird die Ruhestätte sehr naturbelassen bleiben. © Foto: MZV/Melzer-Voigt
Judith Melzer-Voigt / 09.07.2013, 17:22 Uhr
Frankendorf (MZV) Die ersten Anzeichen sind ganz dezent, nur sehr aufmerksame Autofahrer werden die Hinweise auf den Ruheforst entdecken, der derzeit auf Frankendorfer Gemarkung entsteht.

Genau gegenüber der Abfahrt nach Stendenitz beginnt ein unscheinbarer Waldweg. Dort waren in den vergangenen Tagen kleine Bagger zugange. Die Ergebnisse der Arbeit sind bereits zu sehen: Der ehemals fast vergessene Waldweg wurde an der rechten Seite befestigt und Boden in diesem Areal aufgeschüttet. Außerdem wurde eine Halterung für eine Infotafel aufgebaut.

Annekatrin Hohn von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Team Waldbestattung, kümmert sich für die Forst Eggersdorf, die den Ruheforst betreibt, um die Dienstleistungsseite: Sie telefoniert mit Kunden, gibt Informationen und begleitet die Vorbereitungen vor Ort. Und die laufen laut Hohn auf Hochtouren, denn einen offiziellen Eröffnungstermin gibt es momentan auch schon: Es wird der 27. August sein. Dann werden sich alle geladenen Gäste treffen und der Ruheforst wird vorgestellt. Auch Bestatter aus der Region werden dabei sein.

"Derzeit sind wir bei den Arbeiten an der Fläche", erklärt Annekatrin Hohn. Der Anschluss zur Straße wird vorbereitet. Außerdem werden der Andachtplatz und die kleinen Wege auf dem Areal angelegt. Letztere dienen anschließend unter anderem für Gruppenführungen, denn schon jetzt gibt es Interesse am Ruheforst. Laut Hohn habe sich ihres Wissens nach zwar noch niemand einen Platz gesichert. Aber die Arbeiter vor Ort werden schon ab und zu angesprochen und gefragt, ob sie die Interessierten nicht mal über das Gelände leiten können.

Die Plaketten an den verschiedenen Bäumen sind laut Hohn schon befestigt worden. Sie kennzeichnen, welcher Baum als letzte Ruhestätte zu haben ist, und ob es sich um eine Gemeinschaftsstätte oder um Familien- und Freundschaftsbäume handelt. Diese werden dann für bestimmte Nutzer reserviert.

"Jetzt legen wir gerade eine Datenbank an", so Hohn. Später wird dann die Tafel am Eingang des Areals die ersten Informationen für Besucher und Interessierte liefern. Da gibt es dann einen detaillierten Lageplan, der die Übersicht über die gesamte Fläche, die verschiedenen Wege und den Andachtsplatz ermöglicht. Auch die Baumkennzeichnung wird dort zu finden sein. "Am Anfang werden wir einen kleinen Nummernkreis anbieten, der aber später erweitert wird", so Hohn.

Außerdem werden Besucher auf der Infotafel sehen, was genau ein Ruheforst überhaupt ist und was die Eigenheiten des Areals nahe Frankendorf sind. Annekatrin Hohn ist froh, dass es nun endlich voran geht. Lange genug hat der Kampf um den Ruheforst gedauert. Die Gemeinde Storbeck-Frankendorf wollte schon lange eine solche Einrichtung auf ihrem Grund und Boden ermöglichen. Doch die Stadt Neuruppin und die Stadtwerke legten Widerspruch gegen eine entsprechende Genehmigung des Landkreises Ostprignitz-Ruppin ein. Grund dafür waren unter anderem psychohygienische Bedenken, denn in der Nähe wollten die Stadtwerke in Zukunft Trinkwasserreservate nutzen. Es wurde befürchtet, dass Menschen eine Abneigung haben könnten, das Wasser aus diesen Reservaten zu nutzen, weil sie glauben könnten, dass die Asche Verstorbener hinein gelangt sein könnte. Das Verwaltungsgericht Postdam gab dem Landkreis allerdings vor Kurzem recht: Die Genehmigung des Ruheforstes sei vollkommen gerechtfertigt gewesen (RA berichtete).

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