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Nachbarn der Alten Schmiede nehmen Stellung zu den Anschuldigungen / Offener Brief an Abgeordnete

Klessiner Krieg am Gartenzaun

Heike Hahn / 17.07.2013, 07:01 Uhr
Klessin (MOZ) Oswald Schröder, Besitzer der Alten Schmiede bei Klessin, erklärt in einem offenen Brief seinen Kultur-Rückzug. Gleichzeitig erhebt er neue Vorwürfe gegen seine Nachbarn. Die äußern sich nun erstmals zum jahrelangen Nachbarschaftsstreit.

Die Nachbarschaftsfehde an der Oderbruchkante bei Klessin zieht weitere Kreise. Für die Öffentlichkeit "erlebbar" wurde er am Abend des 6. Julis, als zur musikalischen Lesenacht von Oswald Schröder in der Nähe ein Bagger angeworfen wurde. Schröder sah dies einer Eskalation gleichkommend und fühlt sich nun dazu genötigt, alle künftigen Veranstaltungen in der Scheune und Alten Schmiede abzusagen.

Dass der Bagger lief, bestreitet Martin Heyer nicht. Er war derjenige, der ihn fuhr. Ihn aus Spaß oder anderer Motivation laufen zu lassen, das liege ihm jedoch fern. "Ich bin Landwirt, ich habe Termingeschäfte und Diesel ist teuer", erklärt er. Er habe seine Maschinen nicht erst am Abend angeschmissen, sondern schon den ganzen Tag über mit ihnen gearbeitet. "Im Wetterbericht stand, es würde regnen, deshalb musste ich angelieferte Muttererde umschichten." Dass an dem Abend eine Veranstaltung in der nahen Scheune stattfand, habe er nicht gewusst.

Eigentlich ist es Martin Heyer auch gleich, was sein Nachbar veranstaltet. Mit Heyer wohnt Sieglinde Lenz auf dem Gut. Ihre Familie lebt dort seit mehreren Generationen, sie selbst seit 60 Jahren. Als Oswald Schröder neben ihnen einzog, habe sie sich um ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis bemüht. Heyer und Lenz hätten Oswald Schröder besonders am Anfang unterstützt - auch mit ihren Maschinen. Als nichts zurückkam, stellte sich bald ein Gefühl des Ausgenutztseins ein.

Schließlich folgten gegenseitige Beschuldigungen, der Streit schaukelte sich hoch. Immer wieder war Andreas Knopp vom Lebuser Ordnungsamt vor Ort, um zu schlichten. Die Polizei wurde von Schröder erstmals gerufen, als Heyer Schnee geräumt hatte. "Ich wusste nicht, worüber er sich aufregte, seine Einfahrt war doch frei", so Heyer. Auch die Polizei habe damals keinen Handlungsbedarf gesehen."Vor Oswald Schröder hatten wir nie etwas mit Ordnungsamt oder Polizei zu tun, jetzt müssen wir ständig hin", sagt Sieglinde Lenz. Bisher hätten sich die Vorwürfe immer als haltlos erwiesen. Außerdem kämen sie mit allen anderen Leuten im Ort gut zurecht - auch mit dem damaligen Nachbar. Man packe an, wo Hilfe benötigt werde. Auch verstünden sie sich gut mit den anderen Bewohnern der Gehöfte ringsum, ebenso mit Hinzugezogenen, wie beide betonen.

Mit dem Nachbarschaftsstreit haben sich schon mehrere Ämter und Behörden beschäftigt, auch das Umweltamt, die Schiedskommission, demnächst folgt die Bauaufsichtsbehörde. Heyer zweifelt nämlich an, ob in der Scheune überhaupt öffentliche Veranstaltungen stattfinden dürfen.

Für die Zukunft könnte das kaum mehr eine Rolle spielen, wenn Oswald Schröder seine Ankündigung wahr macht. Er hat dem Amtsausschuss in einem offenen Brief mitgeteilt, dass neben ihm auch die Fotokünstlerin Zuzana Richter "ihre Aktivitäten unter den gegebenen Umständen aus Podelzig abzieht und alsbald ihr Atelier und die Galerie in der Alten Schmiede schließt". Sie selbst sagte der MOZ, dass sie wegen persönlicher Gründe gehe. Der Streit mit den Nachbarn komme noch hinzu.

Schröder unterstellt in seinem Brief an den Amtsausschuss seinem Nachbarn Martin Heyer, eine Morddrohung gegen ihn ausgesprochen zu haben. Heyer erwägt nun, Anzeige wegen Verleumdung zu erstatten. "Wir drohen ihm nicht, wir sagen ihm doch nicht einmal guten Tag", sagt Heyer dazu. Seit drei Jahren dauert der Streit nun schon, Sieglinde Lenz und Martin Heyer sind dessen müde. "Aber vielleicht hilft es ja, Geduld zu haben", sagt Sieglinde Lenz.

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wolfgang2 24.07.2013 - 20:40:58

Klessiner Krieg am Gartenzaun

@ B. Hempf Aber es ist für Außenstehende immer wieder unterhaltsam, solche oft minderwertig angesiedelten Konflikte zu beobachten und mit den evtl. vorhandenen eigenen Problemen zu vergleichen. Ich wünsche viel Freude beim "Weiterreinholzen", aber in der Hoffnung auf einen Neuanfang nach den gestörten Beziehungen, wie sie Insider empfiehlt.. .

B. Hempf 24.07.2013 - 17:09:21

Gezänk

Die Zeitung ist sicher nicht die richtige und auch nicht die rechtlich vorgesehene Plattform, den Zwist zweier Nachbarn auszutragen. Wir Leser sind hier weder Schiedspersonen noch Richter und haben auch keine Möglichkeit uns ein vollständiges Bild machen zu können, oder den Betroffenen rechtliches Gehör zu geben. Letztlich handelt es sich um einen privaten Rechtsstreit, bei dem sich unnötigerweise eine der beiden Seiten veranlaßt fühlte, dem Nachbarn öffentlich mal ordentlich eins reinzuholzen. Ob dieser Schritt hilfreich dabei war, das Problem zu lösen, darf bezweifelt werden.

Insider 24.07.2013 - 15:10:04

Immer bei der Wahrheit bleiben

Sie schreiben an den MOZ-Leser ja gemeine Unterstellungen. Ich wohne in der näheren Umgebung und kann ihr Verhalten nicht gut heißen. Das sich Menschen heutzutage so zeigen wie in ihrem Fall, ist westdeutsches Verhalten. So etwas zieht sich immer mehr durch die ganze Gesellschaft. Ich schlage ihnen vor, gehen sie auf ihre Nachbarn nochmal zu und bleiben sie im Gespräch normallaut. Eine Entschuldigung tut auch gut. Nur so wird ein Neuanfang gemacht. Trinken sie am Zaun ein gemeinsames Schnäpschen. Saitire ist fehl am Platze. Da unterscheidet sich Ost und West immer noch erheblich. Versuchen sie es, das sollte dann von Erfolg gekrönt sein. Der Klügere gibt nach, machen sie den Anfang. Sonst bleiben die Fronten lebenslänglich bestehen.

Oswald Schröder 24.07.2013 - 12:50:03

Outen wäre nicht schlecht! Mut tut gut, Her/Frau "MOZ-Leser"

Habe bis jetzt seit Wochen alles über mich ergehen lassen, jetzt aber langsam die (nicht rote!) Nase gestichen voll. Wo jetzt auch noch herumgelogen wird (wieder mal!), dass sich die Balken bie Ich bitte Sie einfach, kommen Sie her und machen das mit, was ich hier mitmache. Jeder hat seine Weise, Dinge zu verarbeiten. RedenSie bitte mal mit Menschen, die nicht mir sich reden lassen. wissen Sie eigentlich, dass diese "Nachbarn" ein Schiedsverfahren, das von mir vor Jahren initiiert war beim Schiedsmann der Stadt Lebus, asugeschlagen haben mit dem Kommentar, mit Leuten wie mir sprechen sie nicht und setzen sich nicht mit ihnen an einen Tisch? Aber Sie wissen sicherlich, woher ich gebürtig komme, oder ? Das mit den "roten Nasen" trifft die Sache ganz genau. Das sind Leute, die sind immer "Querulanten" (Zitat ehrenwerter Bürger aus Lebus und Podelzig!), ganz unabhängig in welchem System sie sich treiben lassen und andere vor sich her treiben. Ist Ihnen denn klar, dass auch Sie (wenn Sie arbeiten und EInkommen beziehen) mit Ihren Steueren diese dauernden Sinnloseinsätze der Behörden und er Polizei mitfinanzieren, welche von diesen Leuten immer wieder gestartet werden gegen mich: Und ohne Ergebnis .. . Weil einfach nichts Unrechtsmäßiges passiert und je passierte hier!? Diese Leute sitzen den ganzen (Werk-)Tag vor der Glotze und haben nur am Wochenende Zeit, draußen was zu "arbgeiten". Das ist "Nebenlandwirtschaft". - So, bitte jetzt Sie! Mir muss keiner schreiben/sagen, was sich gehört und was nicht. SInd Sie froh, dass ich meinen Kommetar satirisch gehalten habe, sonst wären Sie wahrscheinlich "in die Luft" gegangen.

MOZ Leser 24.07.2013 - 11:51:19

Herr Oswald Schröder

Machen Sie sich über ihre neuen Nachbarn lustig? Na das ist ja ... Sie haben doch einen Mund. Dann hätten Sie die lieben Nachbarn mit den roten Nasen im Vorfeld persönlich aufsuchen können. Ihr Verhalten, gelinde gesagt, lässt zu wünschen übrig.

Oswald Schröder 24.07.2013 - 11:28:12

Ein reines Gewissen ist das beste Ruhekissen - erstaunliche Phantasie eines Baggerführers

Sehr geehrte Nachbarn, durch Hinweis habe ich erst heute den Bericht der MOZ zu unserem "Nachbarschaftsstreit" gelesen, will ihn jedoch nicht ganz unkommentiert lassen. Mit Bedauern vernehme ich daraus, dass Sie, Herr Heyer, von meinem Leseabend gar nichts gewusst haben. Und das, obwohl beide Lesungen für den 6.7. und demnächst 10.8. halbseitig DIN A 4 im Lebuser Stadtboten, der Ende Juni erschien, angekündigt worden waren. Auch den großen Artikel im "Fünf nach Eins .." am Freitag 5.7. in der MOZ haben Sie übersehen. Auch das Auto der beiden MOZ-Redakteure, die um ein Interview gebeten hatten, am 4.7. vor unseren Grundstücken haben Sie übersehen (das vielleicht ja!). Aber sicherlich haben Sie zu dieser Jahreszeit in Ihrer "Nebenerwerbslandwirtschft" viel zu viel zu tun. Deswegen nutze ich hier und jetzt die Gelegenheit und lade Sie zu meiner nächsten musikalischen Lesung am 10.8. um 20 Uhr persönlich ein, sich einen schönen kulturellen und genussvollen Abend mit Theodor Fontanes Krimi- und Dorfnovelle "Unterm Birnbaum" zu machen. Da gibt es Figuren (z. B. die alte Jeschke), die haben auch so eine Nase wie Sie beide, die immer rot ist. Von was wohl? Und mit Gelhaar, dem Dorfpolizisten, kann sie auch immer gut. Bis zum Staatsanwalt reicht ihr Einfluss jedoch nicht. Dafür ist sie zu klein gewachsen. Nur abergläubisch, wie die alte Jeschke, was einiges entschuldigen würde, sind Sie beide ja nicht. Also kommen Sie gerne und erleben Sie, wie es im 19. Jahrhundert auf dem Dorf in MOL ausgesehen hat und wie es, etwas modernisiert vielleicht, auch heute noch hautnah zu erleben ist. Davon kann persönlich ich ein Lied singen! Und irgendwie erinnere ich mich, dass keiner der Gäste am 6.7. abends auch nur einen Regenschirm oder Regenschutz dabei gehabt hätte. Ist das nicht komisch? Allemal haben Sie mir (ich hatte am 7. Juli Sonntag Geburtstag!) mit Ihrer Baggeraktion, die wirklich völlig daneben war (das heißt beim Fußball "Eigentor"!) ein einmaliges und unvergessliches Geburtstagsgeschenk bereitet. Schönen Dank nachträglich! Dies nur dazu, Ihre weiteren Auslassungen in dem Artikel, wohl ein Telefoninterview, lasse ich unkommentiert. Dazu ist mir die Zeit wirklich zu schade.

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