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Herde spurlos verschwunden

Leere Weide: Dort, wo am Dienstag noch 27 Färsen grasten, ist nun kein Tier mehr zu sehen.
Leere Weide: Dort, wo am Dienstag noch 27 Färsen grasten, ist nun kein Tier mehr zu sehen. © Foto: MOZ/Heike Hahn
Heike Hahn / 20.07.2013, 07:52 Uhr
Gieshof-Zelliner Loose (MOZ) Weder Reifenspuren noch Hinterlassenschaften der Rinder wurden gefunden: 27 Jungtiere sind einfach fort. Die Gieshofer Kleinbauern Pixberg stehen vor einem unerklärlichen Schaden in Höhe von 30 000 Euro.

"Sie sind einfach nicht mehr wiedergekommen", sagt Frieda Pixberg und schaut hinaus auf die leere Weide. 27 Jungrinder sind einfach verschwunden, spurlos, wie vom Erdboden verschluckt. Dienstagabend haben sie und ihr Mann Günter die Tiere das letzte Mal gesehen. Wenn sie Durst haben, kommen sie von allein in den Stall und saufen. Sonst verbringen sie Tag und Nacht auf der Weide. Die etwa zehn Hektar große Fläche reicht bis an den Oder-Deich heran. Sie ist mit einem Elektrozaun begrenzt. Klar, sagt Günter Pixberg, wenn die Tiere in Panik geraten, rennen sie auch einen Elektrozaun ein. Aber dann findet man sie doch irgendwo in der Nähe wieder.

Am Elektrozaun haben sie im Grunde die einzige Spur ausgemacht - er ist durchgerissen. Dass Rinder hin und wieder mal ausbüxen, komme vor, erzählt Günter Pixberg. Doch wenn er sie dann ruft, kehren sie zurück. Im Stall gibt es Schrot, das sie hineinlockt. "In fremde Ställe gehen sie nicht." Beide haben seit Mittwochfrüh nach der Herde gesucht, 40 Liter Benzin seither verfahren und schlaflose Nächte durchgemacht.

Zwischen Zollbrücke und Küstrin-Kietz haben sie das Gebiet abgesucht und Leute befragt. Bis Donnerstagabend waren sie noch zuversichtlich, die Tiere zu finden und wieder einzufangen. Doch niemand konnte ihnen helfen, niemand sah auch nur einen Kuhfladen, wo er nicht hingehörte. "Wir haben mit den Anglern und Radfahrern gesprochen, mit den Landwirten rundherum", erzählt Frieda Pixberg und schüttelt den Kopf. Sie glaube nicht mehr daran, dass man sie finden wird. So eine Herde mit 27 Tieren ist nicht schwer zu übersehen. Die Färsen sind zwischen ein und anderthalb Jahre alt, mannshoch und 30 Kilo schwer. Alle haben sie in beiden Ohren eine Marke mit der Nummer DE 1206 6 12 und der fortlaufenden Zahl. Zu den Ohrmarken gehören zu jedem Tier der Rasse Charolais auch Begleitpapiere. "Ohne die kann man mit den Tieren eigentlich nicht viel anfangen", sagt Frieda Pixberg. Es waren schöne Tiere, rote und schneeweiße, ausnahmslos Weibchen. "Die männlichen Tiere verkaufen wir, die weiblichen sind unsere Nachzucht", erklärt Günter Pixberg. Seiner Familie gehört der kleine Bauernhof im Oderbruch seit 1920. Nach der Wende begannen die Kleinbauern mit Milchkühen, später stellten sie auf die reine Haltung von Muttertieren um.

Die Frage ist nun, was ist geschehen? Frieda und Günter Pixberg können nur mutmaßen, auch die Polizei weiß nicht weiter. Es könnte sein, dass in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ein Transporter über den Deich kam und die Rinder von der Weide gestohlen wurden. "Dazu wären aber mehrere Leute nötig, und es würde auch Krach machen, unser Hund hätte angeschlagen", sagt Frieda Pixberg. Denn dort draußen sind kaum Fahrzeuge unterwegs, das würde auffallen. Aber selbst, wenn sie nicht gestohlen wurden, wo sind sie dann? Manche vermuten sie in einem Maisfeld. "Sie würden aber längst wieder hervorgekommen sein", so Günter Pixberg. "Es ist ein großer Verlust", sagt er resigniert.

Bitte melden Sie sich bei der Polizei unter Tel. 03341 3300 oder beim Letschiner Ordnungsamt unter Tel. 033475 6059 21, falls Sie die Tiere gesehen haben.

Kommentare

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Europäer 23.07.2013 - 14:29:18

Wem?

Genau die Aussage stört mich. Dass Deutschtümelei ohne Deutschkenntnisse noch peinlicher wird ist nur ein Nebeneffekt.

Europäer 23.07.2013 - 13:12:50

Rechte Propaganda

Es stört mich sehr, dass, sobald einem Bauern ne Kuh wegrennt, sofort die "Clan`s" aus dem Osten als Feindbild heraufbeschworen werden. Klingt so als wären die auch an dem Hochwasser schuld??? (Die Deutschen sollten bitte Deutschnachhilfe nehmen,es heißt an dieser Stelle Clans. Einfach nur die Mehrzahl. Als Beispiel: eine Gabi, zwei Gabis. Nicht: zwei Gabi´s und schon gar nicht zwei Gabi`s.)

Kalle 23.07.2013 - 11:35:29

@Realist

Jepp, voll ins Schwarze getroffen. Da sind die Hufer durch den Elektrozaun durch und durchs hohe Gras ausgebüchst. Kommt schon mal vor.

realist 23.07.2013 - 08:10:42

Na guck an....alle wieder da

Man, man, man. Da muß man doch mal dem Bauer ein paar ernsthafte Fragen stellen. Es ist doch völliger Blödsinn so eine Herde übersehen zu können. Keiner kennt ihren Wanderweg. Vielleicht waren sie nur im Stall und der Bauer hätte einfach nur mal das Tor aufmachen müssen. @MOZ, es wird echt Zeit, dass ihr mal eine speziell Seite einrichtet für solche recht "eigenartigen" Vorfälle. Da habe ich mich wohl richtig verhalten und nicht meine Beißzange zum Hosenanziehen benutzt.

Binka Ause 22.07.2013 - 22:51:35

Muhhhah

Bei der Hitze könnte sich der Mann ruhig auch einen Hut aufsetzen.

DER HOLGO 22.07.2013 - 21:58:14

@Realist

Natürlich geht das. Da muß nur einer die Kuh fliegen lassen und "schwupp" weg isse. spurlos.

Realist 22.07.2013 - 19:26:51

Mir hat man schon oft versucht Blödsinn weis zu machen

Ich denke aber, dass man hier das Wort "spurlos" sein lassen sollte. Der Gedanke allein, dass hier alles ohne Spuren zu hinterlassen, abgelaufen sein soll, betrachte ich als Lüge. So viel Viehzeug ohne Spuren abzutransportieren und absolut keiner merkt etwas aus dem Umfeld???????????? Da kann doch nur einer mit einem Zauberstab unterwegs gewesen sein. Die Hose ziehe ich mir bei diesem Fall nicht mit der Beißzange an. Das soll weh tun.

Gabi 21.07.2013 - 20:56:26

@ LUPO

Dazu sage ich: http://www.youtube.com/watch?v=rP_VFXeCUIg#at=65

lupo 21.07.2013 - 11:18:57

@ Gabi

Das ist der Preis der angeblichen "Freiheit" und so ist der Ostteil Deutschlands eben "Vogelfrei" zur Plünderung frei gegeben. Also immer schön weiter die "Etablierten" wählen, denn die sind "Alternativlos".

Gabi 21.07.2013 - 08:56:58

Mir tut der Bauer sehr sehr leid!

Seine Existenz ist hin! So langsam frage ich mich, ob es Absicht ist, dass speziell der Osten augeraubt wird. "Brauchen" wir keine Produkte aus unser Region mehr? Erst war dieses schlimme Hochwasser an der Elbe usw und der viele "Regen von oben".? Es sollte wieder eine Grenzabfertigung mit Ausweißkontrolle geben! Aber es ist nicht gewollt! Spezell Rumänien und Bulgarien hat ganze Clan`s. Nur in Bayern und Baden-Württemberg wird nicht so viel geklaut.

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