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Seit zwei Sommern ist Klandorf Ziel für Ferienabenteurer / Wolferlebniswelt bietet auch Team- und Familienprogramme an

Tage mit Huskys und Nächte im Tipi

Husky als Ferienfreund: Oliver Rischke (13) findet, dass sein Patenhund Rusky "eine ganz eigene Persönlichkeit ist". Der Berliner verbringt eine Woche im Klandorfer Camp Wolfsgrund.
Husky als Ferienfreund: Oliver Rischke (13) findet, dass sein Patenhund Rusky "eine ganz eigene Persönlichkeit ist". Der Berliner verbringt eine Woche im Klandorfer Camp Wolfsgrund. © Foto: MOZ/Ellen Werner
Ellen Werner / 28.07.2013, 23:25 Uhr
Klandorf (MOZ) Sie sind Paten für Huskys, kochen selbst, bauen sich Pfeil und Bogen und schlafen fast unter freiem Himmel. Im "Wolfsgrund"-Camp Klandorf sind in den Ferien junge Abenteurer zuhause. Seit 2012 hat dort ein Potsdamer Outdooranbieter seine Tipis aufgeschlagen.

Das Kläffen, Heulen und Knurren hinter dem schmalen Waldstreifen am Rande des Camps ist weithin zu hören. Gleich ist Aufbruch angesagt. Die Hunde scheinen das zu spüren.

"Rusky, sitz!", ruft Oliver Rischke dem Husky zu seinen Füßen zu. Der hat die Ohren aufgestellt, zerrt an der Kette, lässt sich von dem 13-Jährigen aber am Platz halten. Neben dem Hund und seinem Herrchen auf Zeit ist das große Knuddeln ausgebrochen. 17 Hunde, 23 Kinder - an Tag zwei nach dem ersten Beschnuppern scheinen die Tiere und die Huskypaten eine eingeschworene Clique geworden zu sein.

Schlittenhundeführer und Dogworker (Hundearbeiter) Daniel Hurst aus Berlin hat die Tiere mitgebracht. Etwas weniger als neulich. "Am letzten Weekend war ich mit 24 Hunden hier, das war zu heftig", gibt er zu.

In seiner Husky-Farm in Grünheide (Oder-Spree) leben zirka 50 Tiere. Einige Rasse-Schlittenhunde, aber auch Mischlinge wie Ruskey. "Die Hälfte der Tiere hier kommt von Tötungsstationen beziehungsweise wurde einfach abgegeben", sagt Hurst. Solche Stationen gebe es in Ländern wie Portugal, Spanien oder Rumänien, so der 44-Jährige. "Iron zum Beispiel kommt aus der Tötung Ungarn. Der ist der Hammer." Einfach ein Leistungshund, schiebt der Hundenarr als Erklärung nach. "Arbeitet wie ein Teufel, ist personenbezogen und lieb."

Iron hat sich mit Iron angefreundet. Als sich die Namensgleichheit herausstellte, war dem elfjährigen Campteilnehmer aus Luckenwalde gleich klar: "Er ist für die Tage hier mein Patenhund." Von früh an kümmern sich die Kinder um ihre Hunde, füttern sie, streicheln sie und ziehen mit ihnen herum. So gibt es eine gemeinsame Waldtour und einen Husky-Paten-Spaziergang im Wildpark. "Wichtig ist der soziale Kontakt zum Tier und das Austesten", sagt Daniel Hurst. "Die Kinder müssen lernen zuzuhören, Respekt haben. Zum Spielball der Hunde kann man schnell werden." Mal ein Beller oder ein kleiner Knurrer genüge aber. "Es ist ein Geben und Nehmen zwischen Kindern und Tieren, eine tolle Symbiose."

Deshalb sind die meisten der Kinder im Tipi-Camp auch dem Ruf ins Abenteuercamp gefolgt. "Die Hunde sind toll", sagt Jennifer Parlow. "Ich hab' selber einen zuhause." Außerdem schätzt die elfjährige Rostockerin die "schöne, freie Landschaft".

Aus allen möglichen Teilen Deutschlands sind die Tipi-Schläfer angereist. "Ich bin mit dem Zug aus Nordrhein-Westfalen hergekommen", sagt etwa der elfjährige Jannik aus Düren. Das Konzept Ferien mit dem Versprechen auf Abenteuer in der Natur schlägt offenbar ein. Fast alle Durchgänge der "Husky, Wolf & Bogen Camps" sind auf der Internetseite des Outdoor- Anbieters im erlebnispädagogischen Bereich ausgebucht.

Als Neueinsteiger in der Barnimer Tourismusszene kam die Wolferlebniswelt GmbH im kleinen Klandorf nahe Groß Schönebeck 2012 an. "Diese Survivalkomponente ist immer mit dabei", sagt Gregor Malschofsky, der in dem Potsdamer Firmenbüro an den Programmen mitarbeitet. "Bei allem geht es erst einmal um den pädagogischen Aspekt - das Klarkommen in der Gruppe", erklärt der ehemalige Zeitsoldat "und demnächst Umschüler" zum Veranstaltungskaufmann/Erlebnispädagogen. "Statt Feuermachen und den Huskys könnten wir auch ein Floß bauen. Hauptsache ist, es gibt etwas zu tun. Dabei entstehen Konflikte und wir geben den Kindern die Möglichkeit, sie zu lösen." Besonders bei den Angeboten für Schulklassen kommen diese Grundsätze zum Tragen. "Die Feriencamps sind nur eine von unseren Spielflächen", sagt Malschofsky.Im Winter bietet das Unternehmen an seinen insgesamt fünf Standorten in Berlin und Brandenburg eher Firmentrainings und -events an. Im Sommer sind es bevorzugt die Camps im Outdoor- und Abenteuerbereich, die auch mal spezielle Zielgruppen wie Vater und Sohn ansprechen. In Klandorf folgen den Huskypaten, die sich in ihrer Tipi-Woche unter anderem auch im Bogenbau versuchen, die nächsten Abenteurer: Es geht ins "Baumfreunde-Klettercamp".

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