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Camp Tipsy lockt rund 800 Berliner nach Chossewitz / Dorfbewohner loben Atmosphäre / Anwohner klagt

Woodstock-Flair auf dem Lande

Jörg Kühl / 01.08.2013, 07:27 Uhr
Chossewitz (MOZ) Mehr als 800 junge Leute haben die Klingemühle am Wochenende zu einem Woodstock-Camp verwandelt. Während die Mehrzahl der Anwohner mit den Besuchern gut klarkam, ärgert sich ein Anwohner über mehrtägigen Lärm.

Dreitausend Besucher beim Muckrower Festival "Es knallt/schallt im Wald", mehrere hundert Besucher bei dem jährlichen Festival "jenseitsvonmillionen" in Friedland, 800 bunt gekleidete Leute beim zweiten "Camp Tipsy" in der Klingemühle: Die Dörfer zwischen Spree und Schlaubetal sind offenbar ein Geheimtipp für alternative Festivals.

Wie Ortsvorsteherin Edith Mochow und die in Chossewitz wohnende Stadtverordnete Cornelia Stolpe übereinstimmend berichten, habe sich in ihrem beschaulichen Örtchen eine regelrechte Woodstock-Atmosphäre entwickelt. Dazu beigetragen habe, dass das ganze Dorf von den Veranstaltern eingeladen wurde, kostenlos im Camp vorbeizuschauen. Im Gegenzug wurden die Festivalbesucher, die durch das Dorf zogen, von den Anwohnern mit Wasser, Kaffee und Kuchen sowie Obst und Gemüse aus dem Garten versorgt. "Es störte sich auch niemand, das einige der jungen Leute FKK am Chossewitzer See gemacht haben", so Edith Mochow, die eine rundum positive Bilanz der Veranstaltung zog. Viele Dorfbewohner hätten sich ein eigenes Bild von der Veranstaltung gemacht, und anschließend positiv berichtet. Sie selbst sei Freitagabend auf dem Festivalgelände gewesen. Rund 100 Künstler hatten auf fünf Bühnen Livemusik, Theater, Filme, alternative Entspannungstechniken, Performances, Lesungen und andere Aktivitäten vorgeführt.

Jürgen Woschke, der direkt an der Klingemühle seinen Alterswohnsitz eingerichtet hat, ärgert sich jedoch über den "tagelangen Lärm". Er habe außerdem viele Zelte im Wald gesehen, obwohl Wildcampen vom Ordnungsamt der Stadt Friedland untersagt war, sowie Dutzende Autos, die trotz Waldbrandstufe 4 am Waldrand parkten.

Steffen Krüger vom Friedländer Ordnungsamt relativiert die Vorwürfe des Anwohners. "Natürlich haben einzelne versucht, wegen der Hitze ihr Zelt im Wald aufzuschlagen. Diese wurden aber von örtlichen Feuerwehrleuten aufgefordert, abzubauen." Die meisten der Angesprochenen hätten sich verständig gezeigt und seien dem Aufruf gefolgt. "Insgesamt hat man gemerkt, dass sich die Festivalbesucher bemüht haben, die Spielregeln des Veranstalters, in denen sich die Auflagen des Ordnungsamtes widerspiegeln, zu befolgen", so Steffen Krüger. Feuerwehr und Forst hätten die Einhaltung der Bestimmung laufend kontrolliert.

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