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Bauern brauchen Sonne für Weiterdrusch

Starkregen bei Gartz unterbricht Ernte

Alles nass: Die Schlechtwetterfront, die über Gartz und Umgebung hinweggefegt ist, hat diesen Weizenschlag niedergelegt. Gerd Korrmann schätzt: "Wir brauchen drei Tage Sonnenschein, ehe wir wieder mit dem Dreschen anfangen können."
Alles nass: Die Schlechtwetterfront, die über Gartz und Umgebung hinweggefegt ist, hat diesen Weizenschlag niedergelegt. Gerd Korrmann schätzt: "Wir brauchen drei Tage Sonnenschein, ehe wir wieder mit dem Dreschen anfangen können." © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Eva-Martina Weyer / 08.08.2013, 07:14 Uhr
Hohenreinkendorf (MOZ) Eine Schlechtwetterfront ist in der Nacht zum Mittwoch über das Amt Gartz hinweggezogen. Das Zentrum der Sturmfront muss über Hohenreinkendorf gelegen haben. Dort sind 52 Liter Regen gefallen. Landwirte wie Gerd Korrmann müssen die Ernte unterbrechen.

"Heute ist Bauernsonntag", scherzte Gerd Korrmann am Mittwoch. Wegen der Feuchtigkeit war kein Dreschen möglich. Aber Sonntagsruhe wollte auf dem Hof der Gebrüder Korrmann nicht aufkommen: Über Nacht sind die Regenmassen in den Melkstand geflossen. Die Güllekanäle sind voll. 30 Kühe sind noch zu melken - ein Pensum, das sonst längst erledigt wäre.

In Hohenreinkendorf waren innerhalb von fünf Minuten zwölf Liter Regen gefallen. Auf Korrmanns Hof hat der Sturm die Kronen einer 40-jährigen Weide und einer Walnuss beschädigt. Sechs Zentner schwere runde Strohballen sind wegen des Sturmes regelrecht über die Felder gerollt. So ein schweres Unwetter haben die Dorfbewohner lange nicht erlebt. In der Gegend von Rosow soll es noch schlimmer gewesen sein.

Gerd Korrmann führt seit ungefähr zehn Jahren ein Erntetagebuch. Er schreibt genau auf, was und wie viel er gedroschen hat. Auch übers Wetter führt er Buch. "Zwischen dem 1. und 7. August ist hier schon immer viel Regen runtergekommen. Extreme hat man immer gehabt, allerdings nicht so oft", fasst er seine Erkenntnisse zusammen.

Für den Hof der Gebrüder Rainer und Gerd Korrmann ist die bisherige Ernte sehr gut gelaufen. Sie haben 65 bis fast 90 Doppelzentner Wintergerste geerntet, und dies in sehr guter Qualität. "Die Gerste geht hauptsächlich in die Futterproduktion. Wir liefern an die DHG Casekow. Sie ist unser langjähriger Partner", erläutert Gerd Korrmann. Auch der Raps ist längst runter vom Feld. "Die Erträge liegen bei einem sehr guten Durchschnitt und sehr gutem Ölgehalt." Der Raps geht in die Lebensmittelindustrie und wird außerdem zu Biodiesel verarbeitet - vielleicht auch in der Schwedter Verbio GmbH im Industriepark der PCK-Raffinerie.

Die Rapsernte ist manchmal bis 3 Uhr nachts gelaufen. Gerd Korrmann saß auf dem Mähdrescher, sein jüngerer Bruder Uwe hat das Korn abgefahren. Am Sonnabend sind sie in den Roggen gezogen. Inzwischen ist auch hier die Hälfte der 320 Hektar Druschfläche geerntet. "Wir liegen gut in der Zeit. Aber gezählt werden die Körner im Bunker", sagt der Landwirt mit vorsichtigem Optimismus. "Wir brauchen noch zehn volle Druschtage."

Doch das schwere Unwetter hat den Roggen und Weizen regelrecht umgehauen. Das wirkt sich auf die Qualität des Getreides aus. Es ist ja unser Backgetreide. Gerd Korrmann steht in den Startlöchern für die Weizenmahd und sagt: "So ein Erntetagebuch hat auch einen gewissen Beruhigungswert. Man sieht, dass es voriges Jahr viel Regen gab und vorvoriges Jahr auch. Trotzdem hat man die Ernte geschafft. Jetzt brauchen wir wohl drei Tage Sonnenschein, ehe wir wieder anfangen können."

Was den Weizen in Mitleidenschaft zog, gereicht dem Mais gerade zum Vorteil. "Der Regen war die Rettung für den Mais, auch wenn wir den erst im September ernten", sagt Gerd Korrmann. Sein Hof gehört übrigens zu den wenigen Betrieben im Umkreis, die noch Hafer anbauen, sieben Hektar für den Eigenbedarf. "Die Dörfer in der Nachbarschaft fragen uns da schon nach Hafer für ihre Erntekronen." Die Feste gehen im September los.

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