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EJF begeht Jubiläum für Wohngruppen

Zwei "Inseln" bieten Kindern neue Chance

Eva-Martina Weyer / 17.08.2013, 04:26 Uhr
Luckow-Petershagen (MOZ) Zwei Wohngruppen des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF) im Dorf Petershagen bei Casekow haben am Freitag ihr 15- und 5-jähriges Bestehen gefeiert. Eine große Gratulantenschar erinnerte daran, wie es im August 1998 angefangen hat.

Der 14-jährige Philipp aus Nauen hat am Freitag eine orangefarbene Warnweste getragen und die vielen mit Autos anreisenden Besucher auf dem Parkplatz eingewiesen. Seit Monaten wird er auf diesem Hof mit den zwei "Insel"-Häusern betreut. Seine Aufgabe als Platzanweiser hat er sehr ernst genommen.

Die beiden Wohnhäuser liegen tatsächlich weit ab vom Schuss, eben wie auf einer Insel. "Das war 1998, als wir dieses abgelegene Gehöft ausbauten und eröffneten, Bestandteil unserer Konzeption: ortsferne Unterbringung", blickte EJF-Regionalleiterin Sigrid Jordan-Nimsch zurück. Als die Jugendhilfeeinrichtung mit anfangs acht Plätzen ins Leben gerufen wurde, handelte es sich um ein Modellprojekt. Delinquente, strafunmündige Kinder aus Berlin und Brandenburg sollten dort betreut werden.

Gegenwärtig leben auf dem Hof in Petershagen mit den inzwischen zwei "Insel"-Häusern 13 Jungen und ein Mädchen. Sie sind zwischen 8 und 15 Jahre jung. Wie Teamleiter Lutz Habermann erläuterte, wird das Alter der Aufnahme, mit dem die Kinder von den Jugendämtern eingewiesen werden, immer jünger. "Wir wollen hier gemeinsam mit den Kindern von Grund auf etwas Neues schaffen und ihnen eine Perspektive geben. Sie sollen Vertrauen finden und tätig werden."

Das Gehöft ist zwar von einem Zaun umgeben. Aber die hüfthohe Reihe aus Holzlatten ist eher eine Einfriedung, als ein Hindernis zum Weglaufen. Auch in dieser Einrichtung wird nach dem EJF-Konzept "Menschen statt Mauern" gelebt und gearbeitet.

Uckermark-Landrat Dietmar Schulze hat sich am Freitag selbst ein Bild gemacht von der Betreuung der Kinder auf dem Insel-Hof. Er würdigte die Arbeit der Erzieher und Hausangestellten und sagte: "Das EJF ist quantitativ und qualitativ unser wichtigster Partner im Jugendhilfebereich."

Sigrid Jordan-Nimsch wandte sich dankbar an Bürgermeisterin Donata Oppelt: "Mit Unterstützung der Gemeindevertretung ist es uns gelungen, das Dorf mit ins Boots zu nehmen. Wir haben 1998 versprochen, Arbeitsplätze zu schaffen. Dieses Versprechen haben wir gehalten."

Tatsächlich bringt die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen einen großen Aufwand mit sich. Die jungen Bewohner werden von 16 Sozialpädagogen, Therapeuten und Psychologen rund um die Uhr betreut. Hinzu kommt das technische Personal unter anderem mit den beliebten Hausdamen, die für Verpflegung und das rechte Wort zur rechten Zeit sorgen.

In der Regel bleiben die Kinder und Jugendlichen bis zu zweieinhalb Jahre auf der "Insel". Einige der Kinder werden einzeln unterrichtet, andere fahren in die "Tabaluga"-Schule nach Vierraden. Für manche von ihnen gab es am Freitag ein Wiedersehen mit ihren Eltern. Die Kontakte zur Familie sind erwünscht.

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