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Sobald die Last abfällt, kann gefeiert werden

Voller Vorfreude: Kellers Ortsvorsteher Manfred Gaetke dankte am Mittwochabend allen Unterstützern des Festes.
Voller Vorfreude: Kellers Ortsvorsteher Manfred Gaetke dankte am Mittwochabend allen Unterstützern des Festes. © Foto: MZV/Engel
Lena Engel / 22.08.2013, 18:25 Uhr
Keller (MZV) Nach einer fast zweieinhalbjährigen Vorbereitungszeit ist es endlich soweit: Am Sonnabend wird in Keller das 575-jährige Dorfbestehen gefeiert. Bevor es jedoch los geht, dankte der Ortsvorsteher Manfred Gaetke am Mittwochabend allen Helfern und Sponsoren für "ihr leidenschaftlichen Engagement". Rund 60 Besucher und der Lindower Bürgermeister Wolfgang Schwericke (SPD), Amtsdirektor Danilo Lieske und der Amtsdirektor aus Gransee, Frank Stege, lauschten den Worten von Gaetke, der in wenigen Monaten bereits seit 40 Jahren in Keller zu Hause ist.

Gaetke erzählte den Anwesenden, dass vor wenigen Wochen durch eine Sammel-Aktion innerhalb Kellers noch einmal 1 600 Euro zusammengekommen sind, die für die Festlichkeiten am Wochenende verwendet werden können. Er machte seinen Gästen die zahlreichen Programmpunkte am Sonnabend schmackhaft: Festgottesdienst, feierlicher Umzug mit Kutschen durch das Dorf und am Ende des Abends musikalische Unterhaltung durch eine Berliner Live-Band. Zwischendurch konnten sich die Zuhörer an einem gesponserten Grillbüfett bedienen. Anschließend verlas Historiker Carsten Dräger Auszüge aus der Chronik Kellers.

Der Ort wurde im Jahr 1438 das erste Mal urkundlich erwähnt. Dräger schätzt das Dorf aufgrund von historischen Entwicklungen mindestens 200 Jahre älter ein. Er berichtete den Anwesenden, dass Keller während der deutschen Kolonisation gegründet wurde. Im Jahr 1525 wurde Keller erstmals in der heutigen Schreib- und Sprechweise im sogenannten Landbuch genannt. Für Erheiterung des Publikums sorgten seine Erzählungen über die Ernteauflistung im Jahr 1753, in der festgehalten wurde, dass in Keller zu diesem Zeitpunkt sieben Mal so viele Kartoffeln geerntet wie angebaut wurden. Das ist eine erstaunlich gute Bilanz, denn in Dörfern der Umgebung ist es oft vorgekommen, dass weniger vom Feld geholt wurde, als vorher gesät. "Kartoffelbauern und Keller gehören also zusammen", sagte der Historiker lachend. Für Dräger ist das historisch Besondere an Keller ganz klar die Tatsache, dass die Ortschaft über Jahrhunderte hinweg nie ganz unbesiedelt war. Selbst nach dem 30-jährigen Krieg verblieben zwei Einwohner.

Zurück in die Gegenwart. "Wir freuen uns auf den Festumzug am Samstag. Unser Grundstück wird mit einem Bauern aus Stroh geschmückt", sagten die Kelleraner Gerhard (67) und Bärbel (66) Patzer. "Es sollen alle mitmachen und lustig sein. Manchmal sieht man sich Ewigkeiten im Dorf nicht, dann tut es gut, mal wieder zusammen zu erzählen und zu tanzen", so die 65-jährige Hannelore Mehner.

Schon vor den Feierlichkeiten zu danken, erscheint vielleicht verfrüht. Manfred Gaetke allerdings hat den Termin ganz bewusst gewählt. "Danken muss man den Leuten meiner Meinung nach vor dem Fest, dann hat man danach noch ein paar Tage Zeit, um Dinge zu regeln", so der Ortsvorsteher. Helfende finanzielle Unterstützung kam aus den Gewerben Kellers und aus den Privathaushalten. "Ich habe auf dem Handy nachgucken lassen, ich hab ja keine Ahnung davon: Das Wetter wird gut. Ich freue mich auf unser Fest", sagte Gaetke den Besuchern mit einem Lächeln im Gesicht und die Gäste sahen regelrecht die Anstrengungen der letzten Monate von ihm abfallen.

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