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Christian-Ulrich Baugatz aus Kerstenbruch legt dritten Band seiner Trilogie vor

Fühlen, denken, schreiben

Fühlen ist Denken und Denken Fühlen: Der promovierte Theologe, Maler und Autor Christian-Ulrich Baugatz aus Kerstenbruch veröffentlicht im Berliner Trafo-Verlag vier Essays über den Geist der Romantik.
Fühlen ist Denken und Denken Fühlen: Der promovierte Theologe, Maler und Autor Christian-Ulrich Baugatz aus Kerstenbruch veröffentlicht im Berliner Trafo-Verlag vier Essays über den Geist der Romantik. © Foto: MOZ/Nadja Voigt
Nadja Voigt / 24.08.2013, 12:44 Uhr
Kerstenbruch (MOZ) Christian-Ulrich Baugatz hat nur ein Jahr nach seinem Essay über Goethe und dem Band "Der Herr liebt die seinen nicht" seine Trilogie abgeschlossen. Mit "Fühlendes Denken - denkendes Fühlen" veröffentlicht der Maler und Autor aus Kerstenbruch vier Essays über den Geist der Romantik.

In der kommenden Woche erscheint der 260 Seiten umfassende Band im Berliner Trafo-Verlag. Wieder hat Baugatz' Frau Margarete die Gestaltung des Titels übernommen und will für die Trilogie noch einen dekorativen Schuber entwerfen. Doch auch von dem 1941 in Potsdam geborenen promovierten Theologen, Maler und Autor finden sich fast zwei Dutzend Zeichnungen in dem neuesten Werk. Dabei gebe es wenige Autoren, die sich selbst illustrieren, merkt Baugatz an. "Das Schreiben und Zeichnen ist bei meinem Mann ein Wechselspiel", erklärt Margarete Baugatz.

"Die Aquarelle sind Nachempfindungen von Gemälden Caspar David Friedrichs. Ich habe sie nur intensiviert", berichtet Christian-Ulrich Baugatz. Über das Buch verteilt geben sie dem Leser eine Rätselfrage auf: Welches der Werke stammt nicht von Caspar David Friedrich? Die Antwort darauf verrät Baugatz nicht. Dafür aber, dass die Porträtzeichnungen - von Bettina von Arnim, Frau Rat Goethe, Caroline von Günderode, Baruch von Spinoza oder Novalis - seine persönliche Sicht auf die Personen wiedergeben.

Persönlichkeiten, mit denen sich Christian-Ulrich Baugatz schon sein ganzes Leben lang beschäftigt. Bereits als Student war ihm die prägende Epoche der Romantik besonders nahe. "Die Epoche der Romantik kann man nicht auf die Vorliebe für Gefühlsregungen und Stimmungen einengen", schreibt Baugatz in seinem Vorwort. Sie sei eine Atempause zwischen zwei seelenlosen Systemen gewesen: dem Absolutismus und dem Kapitalismus. "Die Suche nach der blauen Blume, dem Symbol der Romantik, das ist die Suche nach der eigenen Seele", heißt es weiter. "Diese Suche macht sich in den Suchenden bemerkbar in fühlendem Denken und denkendem Fühlen." Nach dem Titel habe er lange gesucht, berichtet Baugatz.

Zum Schreiben jedoch reichte ihm ein knappes Jahr. "Doch die grundlegenden Fragen hat sich mein Mann schon immer gestellt, deshalb war der Prozess relativ kurz", ordnet Margarete Baugatz ein. "Mein Antrieb war die Unzufriedenheit mit den Lösungen, die mir andere angeboten haben", erzählt Baugatz. Sei es im Studium oder später im Leben gewesen. So habe er selbst nach konkreten Lösungsansätzen für seine ihn umtreibenden Fragen gesucht. Und gefunden. Seine Verbindung zu den Romantikern sei zum einen der Pantheismus und zum anderen das politische Denken. "Zwei Sachen, die für mich unbedingt zusammen gehören", so Christian-Ulrich Baugatz.

Auch das Universaldenken der Epoche und ihrer für Baugatz wichtigsten Vertreter verbindet Baugatz mit ihnen. "Deshalb habe ich auch diesen Titel gewählt", so der Autor. Besonders wichtig ist ihm das Kapitel über Bettina von Arnim. "Eine der bedeutendsten Frauen des 19. Jahrhundert", wie Baugatz findet. Ihr, dem Maler Caspar David Friedrich, dem Philosoph Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und Schriftsteller Novalis widmet er jeweils ein Kapitel. Gespickt sind sie mit aussagekräftigen Zitaten der Romantiker. Bahnbrechenden, wie der Autor bemerkt. "Ihnen liegt das Studium aller ihrer Schriften zugrunde", macht Christian-Ulrich Baugatz den Umfang seiner Arbeit deutlich. Eine Bibel der Romantik sei so entstanden.

"Ich hoffe, dass es im Sinne der Romantiker eine Bibel für die Jugend ist", so Baugatz über sein Werk. Mit ihm möchte er Impulse setzen, damit sich junge Menschen auch heutzutage über den geistigen Neuanfang in Europa von einst informieren können. Und etwas daraus mitnehmen für das Hier und Jetzt. Nach Erscheinen des Buches wird Christian-Ulrich Baugatz wieder an prominenter Stelle in Berlin und im Oderland aus seinem Buch lesen. Die nächste Möglichkeit zum Kauf des Buches bietet das Herbstfest im Haus der Naturpflege am 31. August.

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