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"Polizeiruf"-Dreharbeiten mit Maria Simon und Horst Krause / In der Krimifolge geht es um Wölfe - und um Mord

Klappe für Klandorf

Lächeln: Maria Simon alias Olga Lenski ermittelt an der Seite von Horst Krause
Lächeln: Maria Simon alias Olga Lenski ermittelt an der Seite von Horst Krause © Foto: MOZ/Ellen Werner
Ellen Werner / 29.08.2013, 07:50 Uhr
Klandorf (MOZ) "Wolfsland" lautet der Arbeitstitel. Und Klandorf heißt Kaskow und liegt in der Lausitz - für die nächste Folge der Krimireihe "Polizeiruf 110" wird das stille Schorfheide-Dorf zu einem der Hauptschauplätze. Die ersten vier von geplant 22 Drehtagen hat die Filmcrew dort verbracht.

Und noch einmal. Olga Lenski klingelt. In der schmalen Fensterscheibe neben der Tür entdeckt die Kriminalhauptkommissarin ihr Spiegelbild, zum fünften Mal jetzt schon. Sie beugt sich vor, zupft am Pony, schüttelt das Haar kurz zurecht. Ein, zwei Schritte tritt sie zurück. Dann öffnet sich die Tür und die Ermittlerin verschwindet in dem Holzhaus an der Dorfstraße.

Für Außenstehende jedes Mal dieselbe Szene. Doch die Leute am Filmset geben sich nicht zufrieden. Beim vorigen Versuch mussten die Scheiben nachgeputzt werden. "Das muss hier weg", ruft Set-Aufnahmeleiter Cosmo Berger. Diesmal hat die Kamera wohl den Materialwagen miterfasst.

Ein genervtes Stöhnen ist zu hören. Schauspielerin Maria Simon (37), die als Olga Lenski nun zum fünften Mal an der Seite von Horst Krause alias Horst Krause ermittelt, deutet zur Entspannung ein paar fließende Bewegungen in Tai-Chi-Manier an. Ihr blonder Zopf wird gerichtet. Schauspielerin Ulrike Tscharre, die man aus TV-Produktionen wie Pfarrer Braun, Der Dicke, dem Tatort und zuletzt "Mord in Eberswalde" kennt, lässt sich die Nase pudern. Im Film wohnt die 41-Jährige im Haus des Verdächtigen. "Es geht um Wölfe und jemanden, der Wölfe beschützt", erklärt Cosmo Berger. "Das stört natürlich die jagenden Bauern. Letztendlich gibt's auch einen Toten." Unter Verdacht als Totschläger steht der Wolfswanderer, wie ihn die Filmcrew um Regisseur Ed Herzog vorerst nennt. Herzog, dessen Film "Herz aus Eis" zu den Tatort-Top-Ten zählt, hat 2012 auch den erfolgreichen Brandenburger Polizeiruf "Die Gurkenkönigin" gedreht. Für Maria Simon/Olga Lenski in Schwangerschaftspause war damals Sophie Rois eingesprungen.

Fürs "Wolfsland"-Drehbuch ist außer Herzog auch Rainer Butt verantwortlich. In weiteren Rollen sind unter anderem Fabian Hinrichs (Tatort "Der tiefe Schlaf") und Götz Schubert ("Der Turm") zu sehen.

Von Dienstag bis Freitag hat sich der Filmtross in der vergangenen Woche auf einem privaten Hof gegenüber der Kirche einquartiert. "Maskenbildner, Blocker, Kamera, Licht, Bühnenbau, Ton - wir sind immer so 40 bis 50 Leute am Setbasislager", zählt Sascha Hübner auf. Als Assistent des Set-Aufnahmeleiters hat er dafür zu sorgen, dass alle Zeiten zueinanderpassen, nicht zuletzt das Catering. Kontakt hält Hübner wie die meisten am Set über den Knopf im Ohr. Vor allem diejenigen, die am hinteren Ende des Dorfes mit der Aufnahme der aktuellen Szene zu tun haben, haben Hunger. Am letzten Tag in Klandorf soll es Nudeln geben, allerdings später als geplant. Gelegenheit für die Eigentümerin des Holzhauses, sich die Szenerie anzusehen.

"Ein paar Möbel wurden rausgeräumt, ein paar neue rein", erzählt die Klandorferin, die ihren Namen ungenannt wissen will. Am Vortag hatte der Dorfpolizist und Schauspieler Horst Krause (71) seinen Einsatz, berichtet sie. Auch ihre neunjährige Tochter habe bereits als Statistin mitgespielt. "Sie hat ein Kaninchen gerettet." Ihr Haus sei aber nur eines von vielen, in denen in Klandorf im Laufe der Woche gedreht wurde.

Die Vorzüge des Drehortes sind schnell zusammengefasst. "Das Dorf ist ein ideales Freiluftstudio", sagt Aufnahmeleiter Berger. "Hier ist ja echt der Hund begraben." Etwa anderthalb Monate vor Drehbeginn kam die Firma Eikon Media, die im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg filmt, auf das verschlafene Schorfheide-Dörfchen. Inzwischen sind die Medienmenschen mit dem halben Dorf auf Du und Du.

Auch Regieassistent Matthias Junge ist begeistert. "Wir erzählen ja über das fiktive Dorf Kaskow. Das stückeln wir uns natürlich ein bisschen zusammen. Die meisten Außenansichten dafür entstehen im schönen Klandorf."

Angesiedelt ist das Dorf im Film jedoch in der Lausitz. Dort gibt es auch ein Schloss, wie es das echte Klandorf nicht kennt. "Später sind wir auf dem Truppenübungsgelände bei Groß Glienicke", erzählt Junge. Ein Drehtag finde in der Originallausitz statt. "Da kann man Klandorf glatt anfügen."

Für den Dreh vor Ort hat das Team das schmale Asphaltband, das das breit angelegte Straßendorf durchschneidet, gesandet. "Ein Thema in dem Film ist auch Staub", erläutert der Regieassistent. Schon in der ersten Szene komme Klandorf voll zur Geltung. "Das sieht ganz toll aus", sagt Matthias Junge. Auf der sandigen Straße trägt ein Mann einen toten Wolf durchs Dorf.

Gezeigt werden soll der Neunzigminüter in der ARD am 15. Dezember, 20.15 Uhr.

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