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Zahl der Brandschützer im Amt konstant

Starke Wehr durch großes Engagement

Nadja Voigt / 18.10.2013, 07:50 Uhr
Alttrebbin (MOZ) Die Zahlen der Brandschützer im Land Brandenburg sinken dramatisch. Um 8000 allein in den vergangenen beiden Jahren. Nicht so im Amt Barnim-Oderbruch. Hier ist die Zahl der Feuerwehrleute seit Jahren relativ konstant. Engagement und Kontinuität sorgen laut Wehrführung auch für eine starke Jugendwehr.

Sieben Jugendwehren bei insgesamt 13 Ortswehren gibt es im Amtsbereich Barnim-Oderbruch. "Die Bliesdorfer Jugendwehr ist gerade im Aufbau begriffen", berichtet Amtsbrandmeister Henri Mandke. Glücklicherweise habe sich dort wieder jemand gefunden, der die Jugendarbeit übernehmen will. "Mitgliederschwund hatte zur Auflösung der Gruppe geführt, jetzt soll die Jugendwehr aber wieder aktiviert werden", so Mandke weiter. Als Vorbild könnten die Neurüdnitzer gelten, die bereits seit Langem eine starke Jugendwehr haben. "Durch kontinuierliche Arbeit und mit sehr engagiert", würdigt Mandke. Allerdings auch begünstigt durch den Umstand, dass es in den umliegenden Orten keine Jugendwehren gibt.

Statt mit Nachwuchssorgen haben die Neurüdnitzer jedoch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. "Den Kameraden steht als Raum so etwas wie eine größere Garage zur Verfügung. Nun haben sie gebeten, die Sanitäranlagen zu verbessern", erklärt der seit drei Jahren amtierende Amtsbrandmeister. Die Mittel dafür seien schon in den Haushalt des Amtes Barnim-Oderbruch als Träger des Brandschutzes eingestellt. Auch werde sie für die Aufstellung der Container ausreichend sein, urteilt Henri Mandke. "Die Haushaltsdiskussionen werden aber erst noch geführt", schränkt Mandke ein. Denn im kommenden Jahr stehe auch noch die Einführung des Digitalfunks an. Eigentlich eine freiwillige Aufgabe, aber das Amt kommt um die Bereitstellung der finanziellen Mittel nicht herum. Mit 90 000 Euro rechnet die Wehrführung. "Das tut weh", sagt Henri Mandke. Zumal er keinen Hehl daraus macht, kein Freund der neuen Digitaltechnik zu sein. "Ich lasse mich gerne positiv überraschen, aber ich habe große Bedenken, denn schon das Handynetz im Oderbruch funktioniert nicht überall", sagt der Alttrebbiner.

Bauchschmerzen bereiten ihm auch die Neuanschaffungen der Tanklöschfahrzeuge. Denn die in Neutrebbin, Altreetz und Bliesdorf vorhandenen Fahrzeuge haben mehr als 25 Jahre auf dem Buckel. Das einzige neue Tanklöschfahrzeug steht in Prötzel und wurde über das Land Brandenburg mitfinanziert. 24 Fahrzeuge umfasst der Fuhrpark des Amtes Barnim-Oderbruch. Dringend bräuchte auch die Wehr Reichenow-Herzhorn einen TSW, zählt Henri Mandke weiter auf. Doch dafür fehlt das Geld. "Die Steuereinnahmen im Land steigen und es kommt nichts bei uns an", ärgert sich der selbstständige Unternehmer. Dennoch habe das Amt Barnim-Oderbruch in der zurückliegenden Zeit große Klimmzüge unternommen, um den Rückstand bei den Feuerwehren an neuer Technik aufzuholen, lobt Mandke.

Ein weiteres drängendes Problem neben dem Halten des Feuerwehrnachwuchses über die Lehre oder das Studium hinaus, ist die Tageseinsatzbereitschaft seiner Leute. "Es gibt zum einen Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern nicht erlauben, ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Zum anderen verdienen viele Kameraden nicht im Oderbruch ihr Geld", zeigt Henri Mandke das Dilemma auf. Begegnet wird dem Problem mit der Zusammenlegung von Löschzügen im Fall eines Einsatzes. Daraus ergeben sich jedoch längere Anfahrtszeiten, gibt Henri Mandke zu bedenken. Dabei dürfe man nicht vergessen, dass die Feuerwehrleute die Ersten und die Letzten am Einsatzort seien, sagt er. Auch mit Blick auf einen möglichen Katastrophenfall im Oderbruch. Das hätte man gerade wieder beim Elbe-Hochwasser in diesem Jahr gesehen.

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