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Gemeinde investiert mehr als 600 000 Euro in Sanierung des Mehrower Dorfteichs

Bagger rücken Schlamm zu Leibe

Reichlich Arbeit: Ein Bagger ist in diesen Tagen dabei, den Mehrower Dorfteich von Schlamm zu befreien. Die Schicht ist in dem rund 300 Meter langen Gewässer bis zu fünf Meter dick
Reichlich Arbeit: Ein Bagger ist in diesen Tagen dabei, den Mehrower Dorfteich von Schlamm zu befreien. Die Schicht ist in dem rund 300 Meter langen Gewässer bis zu fünf Meter dick © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 20.11.2013, 21:26 Uhr
Mehrow (MOZ) Es ist fast ein "Jahrhundert-Projekt", das derzeit in Mehrow umgesetzt wird. Der dortige Dorfteich wird saniert. Die Kosten sind erheblich - rund 600 000 Euro Aufwand sind nötig.

Manche Zeitgenossen sollen sogar am Ufer gesessen und mit der Angel erfolgreich gewesen sein. Auch als Kulisse für zahlreiche Familienbilder taugte der Dorfteich, wie Benedikt Eckelt auf seiner Internetseite schreibt. Früher, so der Ortschronist weiter, sei das Gewässer aber noch viel attraktiver gewesen. Bei einem Rundgang um den See konnten die Spaziergänger sogar in zwei Schankwirtschaften eine Pause machen.

Die Zeiten sind lange vorbei, die Probleme dafür größer. Im Laufe der Jahre verlandete der rund 300 Meter lange und 50 Meter breite Teich zunehmend. Die Schlammschicht wurde meterdick. Die Ursachen dafür dürften vor allem in der Straßenentwässerung liegen, die ohne Abscheidung von der Dorfstraße und dem Krummenseer Weg erfolgt. Auch das Schilf breitete sich immer mehr aus, der Laubbaumbewuchs am Ufer verschärfte die Situation.

"Seit etwa acht Jahren haben wir uns um eine Lösung des Problems bemüht", sagt Fachbereichsleiterin Regina Schaaf. Dabei ging es vor allem um die Finanzierung des Vorhabens, eine Förderung wäre der Kommune willkommen gewesen. Doch daraus wurde nichts. Ahrensfelde nahm schließlich die Sanierung selbst in die Hand.

Bereits im August 2011 fasste die Gemeindevertretung einen entsprechenden Beschluss. Wenige Wochen später begannen die Untersuchungen vor Ort. Ergänzungsmessungen folgten, schließlich gab es die Planungsgenehmigung. Zunächst waren für die Maßnahmen 500 000 Euro veranschlagt, doch das Vorhaben sollte noch so manche Überraschung bergen.

Aufgrund einer "unvorhergesehenen Entwicklung", wie es in der Vorlage hieß, musste Bürgermeister Wilfried Gehrke in diesem September eine Eilentscheidung treffen, die später durch die Gemeindevertretung abgesegnet wurde. Die ursprünglich favorisierte Variante der Zwischenlagerung des Sediments auf einer Fläche der Berliner Wasserbetriebe in Eiche konnte nicht realisiert werden. Dafür wären zusätzliche Genehmigungsverfahren notwendig gewesen, außerdem gab es hohe Auflagen der Bodenschutzbehörde. Zeitlich und finanziell war das nicht zu machen, hieß es aus dem Rathaus. Der Schlamm sollte deshalb nun direkt entsorgt werden. Mit der Entsorgung wurden schließlich Firmen aus Zossen und Spreewald beauftragt. Die Zusatzkosten beliefen sich auf rund 180 000 Euro.

Doch die Kosten stiegen weiter. Da das Sediment doch mächtiger war - zunächst ging man von 3,50 Meter aus, nun sind es bis zu fünf Meter - sowie wegen der schlechten Witterungsbedingungen musste weiteres Geld nachgeschossen werden. Weitere 135 000 Euro gab die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung frei. Insgesamt schlägt das Projekt nun mit mehr als 600 000 Euro zu Buche - alles Eigenmittel der Kommune. Dafür wurden auch die Ufer begradigt, es gibt eine Sedimentationsanlage und eine Wasserentnahmestelle.

Das ist gut angelegtes Geld, meint Mehrows Ortsvorsteherin Beate Unger und spricht von "aktivem Naturschutz". Mit dem Ergebnis sei sie sehr zufrieden.

Die Tiefe der Schlammschicht wurde übrigens wegen einer 50 Zentimeter dicken Torfschicht falsch eingeschätzt. Deshalb habe man nicht weiter gebohrt, so Planer Frank Nowak. Um Ufer sollten zudem 30 Kastanien gefällt werden. Eine Genehmigung gab es aber nur für 15 Bäume.

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Dr. Wolfgang Unger 21.11.2013 - 19:32:21

Mehrow: Bagger rücken Schlamm zu Leibe

„Das ist gut angelegtes Geld, meint Mehrows Ortsvorsteherin“ Und plötzlich entdeckt die Ortsvorsteherin bei der Dorfteichsanierung auch noch den „aktiven Naturschutz“. In Sachen FNP für Mehrow und der illegalen landwirtschaftlichen Rahlfschen Betriebsstädte im Ortskern, nahe dem Lake-See, hat man vom aktiven Naturschutz ihrerseits nichts gehört! Die MOZ vom 21.11.13 hat sich des Themas Mehrower Dorfteichsanierung „Bagger rücken Schlamm zu Leibe“ angenommen. Neben einer Schönfärberei im MOZ-Beitrag in Sachen Verwaltungshandeln (Fehlentscheidungen und Fehlplanung) sind nun in der Sitzung der GV am 18.11.13, statt der 95.000€ jetzt offenbar 135.000€ Mehrkosten frei gegeben worden. Das sind jetzt schon zu erwartende Gesamtkosten von 655.000€ und die Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht! Ursprüngliche Planung 500.000€. Ist das zu verantworten in einem Ortsteil, in dem allein im Innenbereich beispielsweise Gehwege fehlen, Straßen zu modernisieren bzw. zu sanieren sind, Straßenbeleuchtung zu installieren ist, eine Gemeindeimmobilie endlich mit einem Anstrich versehen werden sollte? Nicht nur ich, meine nein! Wären die Mehrower befragt worden und gäbe es hier einen Ortsbeirat wie in allen anderen Ortsteilen, wären die Investitionsprioritäten sich anders ausgefallen! Was kann diese Sanierungs-Entscheidung für den Dorfteich für Mehrow für die nächsten Jahre für Konsequenzen haben? Nicht nur die eines wahrscheinlich besseren Anblicks des Dorfteiches, sondern auch die, dass der bis 2012 (2012=0,13 Prozent) ohnehin schon zu geringe Investitionsmittelzufluss in unseren Ortsteil weiter mehr als mager ausfällt. Schon 2014 sind es sage und schreibe nur 0,4 Prozent der Gemeindegesamtinvestitionen (siehe letzten Blog-Beitrag). Das muss eben auch mal gesagt werden!

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