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Frau bleibt am Pölzer Fließ im Morast stecken

Thomas Gutke / 21.11.2013, 19:05 Uhr
Gramzow (GZ) Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich am Mittwochvormittag am Pölzer Fließ bei Gramzow abspielten. Im vom stundenlangen Regen aufgeweichten Morast steckte eine Frau fest, der Schlamm stand ihr bis zur Hüfte. Doch die Feuerwehr rettete sie.

Der Notruf ging gegen 8.50 Uhr in der Leitstelle ein. Wenige Minuten später eilten die ersten Einsatzkräfte der Löschgruppe aus Dannenwalde nach Gramzow, später wurden noch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus Gransee zu dem Einsatz hinzugezogen. Laut Amtsbrandmeister Andreas Pahlow sei es zunächst etwas schwierig gewesen, zur Unglückstelle zu gelangen; nicht nur, weil mit dem schweren Gerät die matschigen Zufahrtswege schwer zu befahren gewesen seien, sondern auch deshalb, weil zunächst gar nicht klar war, wo sich die Verunglückte eigentlich befindet. Erst nach telefonischer Rücksprache mit einer weiteren Person, die offenbar auch den Notruf gewählt hatte, gelangten die Einsatzkräfte schließlich zum Ort des Geschehens.

Dort - auf einer mit Schilf bewachsenen, aufgeweichten Fläche mitten im Pölzer Fließ, zwischen dem Kleinen und dem Großen Gramzowsee gelegen - steckte eine Frau bis zur Hüfte in dem sumpfigen Boden fest. Die Feuerwehrleute, so Pahlow, hätten sie zunächst mit Rettungsleinen gesichert. Anschließend sei die Frau dann mit vereinten Kräften herausgezogen und somit aus ihrer Notlage befreit worden.

Beendet war der Einsatz für die Feuerwehr damit allerdings noch nicht. Die Verunfallte hatte bereits länger als eine dreiviertel Stunde in dem nasskalten Morast ausharren müssen, ihr Körper habe inzwischen starke Unterkühlungserscheinungen gezeigt, so der Amtsbrandmeister. Ein Rettungswagen stand im 800 Meter entfernten Gramzow zwar bereit, kam jedoch nicht an den Pölzer Fließ heran. Also musste die Verunfallte von den Feuerwehrleuten abtransportiert werden. Und zwar nicht im Liegen, denn das hätte für die Frau aufgrund der unterkühlten Beine gefährlich werden können, wie Pahlow erläutert.

Er sprach von einem "kräftezehrenden Einsatz" für die beteiligten Feuerwehrleute. Erst gegen Mittag rückten die Kameraden wieder ab. Die Gerettete befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Krankenhaus.

Der Grund dafür, warum die Frau halb im Moor versank, war aller Wahrscheinlichkeit nach ihr Hund, mit dem sie durch das Waldgebiet spazieren ging. Offenbar lief er vor, und sie ihm hinterher - bis sie plötzlich im Pölzer Fließ feststeckte.

Was aus dem Tier geworden ist, dazu konnte Andreas Pahlow keine Angaben machen. Ebenso wenig die Polizei, die nicht am Einsatz beteiligt war.

Generell aber rät Pahlow all jenen, die mit ihrem Hund in den örtlichen Wäldern zu einem Herbstspaziergang aufbrechen wollen, die Tiere angeleint zu lassen. Und nach Möglichkeit nicht solche Flächen zu betreten, denen bereits anzusehen ist, das man darin versinken könnte. "Hier kann man nur an den gesunden Menschenverstand appellieren".

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