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Zahlreiche Gäste bei fünfter Ausstellung zur Ortsgeschichte

Alter Fritz und Kolonisten

Lena und Tamara Mau zur Ausstellung in Melchow
Lena und Tamara Mau zur Ausstellung in Melchow © Foto: Heike Beier
Ellen Werner / 28.11.2013, 07:57 Uhr
Melchow (hb) Am Sonnabend und Sonntag wurde ein weiteres Kapitel der bald 700-jährigen Geschichte des Ortes Melchow erzählt.

Nachdem im Vorjahr das Leben und Wirken der Kossäten betrachtet wurde, galt es, der Chronologie der Geschichte folgend, in der fünften Ausstellung die Besiedelung durch die vom Alten Fritz berufenen Kolonisten aufzuzeigen.

Entlang der Eberswalder Straße, vom Akazienweg bis zur Bäckerkreuzung, stehen noch heute die zehn Doppelhaushälften auf dem Grund und Boden, der bis 1778 an die Neusiedler ging: Stellmacher, Zimmerer, Tischler, Weber und andere Handwerker ließen sich hier nieder. Wer genau sie waren und woher sie kamen, ist nicht belegt.

Neben ihren Gewerken waren sie dem Gutsherrn und den damals nicht einmal 80 Einwohnern, den Landwirtschaft betreibenden Kossäten, willkommene Hilfsarbeiter in der Erntezeit.

Die liebevoll zusammengetragenen Ausstellungsstücke mit Kopien gedruckter Erlasse und Gesetze des Königs, Teilungsplänen und Fundstücken aus den einstigen Haushalten, begeisterten die Besucher, die es vor allem am Sonntag in das Touristische Begegnungszentrum "Lindengarten" zog.

Besondere Faszination neben den vielen historischen Fotos löste die Kopie des Fluchtlinienplanes von 1914 aus, das Original wurde rechtzeitig vor dem Container gerettet und befindet sich heute im Kreisarchiv, das der akribischen Bürokratie eines heutigen Planfeststellungsverfahren gleichkommt.

Das monatelange Stöbern in Archiven, Kirchenbüchern und Standesämtern ermöglichte nun einen tiefen Blick in die Vergangenheit der Büdner, der einstigen Melchower Hausbesitzer.

Anneliese Mau, seit 2009 eine der zwei bestellten Ortschronisten in Melchow, hat hier unermüdliche Arbeit geleistet.

Mit ihrem Tod im März dieses Jahres geriet die Fortschreibung der Melchower Chronik ins Stocken. Seit Kurzem führt nun ihre Tochter Dorothee Mau neben Frank Waschkowski diese Arbeit fort.

Die Idee, im nächsten Jahr die Kultur des Ortes historisch aufzuarbeiten, fand bereits bei allen Beteiligten großen Anklang.

Bis Jahresende aber hoffen die Melchower auf ihren lang ersehnten Kirchturm.

Spätestens am Heiligen Abend soll dann endlich die Glocke läuten und die Geschichte der einstigen verkünden. Dafür sammeln die Melchower Spenden und können jede finazielle Unterstützung wirklich noch gut gebrauchen.

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