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Neubau wartet auf Baufreiheit für die Bodenleger / Fertigstellung auf Januar verschoben

Gemeindehaus seit Wochen feucht

Hunderte Liter Wasser: Ortsbürgermeister leert seit Wochen den Trockner und öffnet täglich die Fenster zum Lüften.
Hunderte Liter Wasser: Ortsbürgermeister leert seit Wochen den Trockner und öffnet täglich die Fenster zum Lüften. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Michael Dietrich / 28.11.2013, 21:00 Uhr
Hohenfelde (MOZ) Mit ihren Bauvorhaben hat die Stadt zurzeit einfach kein Glück. Feuerwehr Vierraden, BerlischkyPavillon, Karthausklub, Wassertourismuszentrum - alle wurden teurer und dauerten länger. Jetzt trifft es auch das neue Gemeindehaus in Hohenfelde.

September, Oktober sollte der Neubau in dem Schwedter Ortsteil fertig sein. Ursprünglich geplant war der Neubau nach dem recycelten Entwurf des Stendeller Gemeindehauses für 320 000 Euro. Tatsächlich rechnet die Stadt jetzt mit Baukosten von 420 000 Euro.

Die Hohenfelder hatten bereits Weihnachtsfeiern, Seniorennachmittage und Silvesterparty im neuen Haus geplant. Seit dem Abriss der alten Baracke im Januar müssen die Bewohner des Ortsteils für größere Familienfeiern, Vereinstreffen oder öffentliche Veranstaltungen auf benachbarte Orte wie Vierraden ausweichen. Dabei steht das neue Haus doch seit knapp zwei Monaten so gut wie fertig da - leider nicht nutzbar.

Tatsächlich ist bis auf den Fußboden im Gemeinderaum alles an dem Bau fertig: Küche, Vereinsraum, Friseur, Zimmer für Ortsvorsteher, Jugendklub und die Umkleide nebst Garage für den Gemeindearbeiter. Doch auf dem blanken Estrich liegt kein Linoleum, wie geplant, sondern stehen zwei Lufttrockner.

12 bis 15 Liter Wasser , schätzt Ortsvorsteher Detlev Martens, hat er innerhalb von 24 Stunden aus den Auffangbehältern ausgekippt. Das sind Hunderte Liter. Gleichzeitig hat er fast täglich die Fenster zum Lüften geöffnet. "Als ich vor ein paar Wochen damit angefangen habe, zeigte das Hygrometer noch 85 Prozent Luftfeuchtigkeit. Jetzt sind wir an guten Tagen schon unter 55 Prozent", erzählt der Hohenfelder.

Die hohe Feuchtigkeit ist nach Ansicht des Architekten Frank Hampel nicht ungewöhnlich. "Der Bau dauerte nur vier Monate und war mit Fenstern und Dach sofort dicht. Kein Wunder, dass jetzt Wände und Fußboden noch trocknen", erklärt Hampel und erinnert daran, dass früher aus diesem Grund Häuser einen Winter über im Rohbau "ausfrieren" sollten.

Die Bauleute haben demnach schneller gebaut, als die Bauphysik erlaubt. Die Feuchtigkeit, die Maurer, Putzer und Maler ins Haus brachten, müssen die Luftentfeuchter, die seit Wochen bullernde Heizung und die Lüftung über die Fenster nun Prozentpunkt um Prozentpunkt dem Gebäude wieder entziehen.

Solange aber kann die Erste Prenzlauer Maler Gesellschaft ihre Fußböden nicht verlegen. "Wenn wir den Belag auf einen zu feuchten Untergrund bringen, gibt es womöglich anschließend Schäden, das will ja auch keiner, erläutert Bernd Gottschalk aus Prenzlau.

Seit dieser Woche gibt es nun jedoch die Große Hoffnung, dass in der nächsten Woche die erforderliche Trockenheit erreicht und mit den letzten Arbeiten begonnen werden kann. Vor Weihnachten, schätzt Architekt Frank Hampel, könnten die letzten Arbeiten erledigt sein. Nach Endreinigung und Bauabnahme könnten die Hohenfelder dann im Januar ihr neues Gemeindehaus in Besitz nehmen.

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Bürgerin der Stadt 01.12.2013 - 21:46:28

Fachwissen

Meiner Meinung nach sollten auch die Mitarbeiter der Stadt nach ihren Leistungen bezahlt werden. Leider geht hier oft Quantität vor Qualität. Vielleicht sollte man alle Bauprojekte der Stadt an Generalauftragnehmer vergeben. Gutes Beispiel : Rathaus 2 und Neubau MIFA.

Isenhagen 29.11.2013 - 14:17:21

das Gemeindehaus ist doch sowieso

nur zeitlich begrenzter Luxus um irgendetwas für die Obrigkeit zu demonstrieren. Hohenfelde hat vielleicht 180 Einwohner. Da wollen die ein Gemeindehaus für mehrere 100 T€ tragen?. Das ist wirtschaftlich überhaupt nicht darstellbar ob mit oder ohne Doppik. Solche Buden werden letztlich heute nur noch gebaut damit die Wahlurne nicht in der Bushaltestelle aufgestellt werden muss falls es noch eine gibt. Sonst geht nämlich in diesen Dörfern gar keiner mehr zur Wahl.

BAUSACO 29.11.2013 - 08:47:55

Feuchter Fussboden

Na da soll der " ARCHITEKT " einmal den Aufbau des Fussbodens erläutern. Kann er mir bei e-mail an bausaco@yahoo.de schicken und ich werde Ihm sagedn ob etwas mit dem Aufbau nicht stimmt... und natürlich was! Gruesse BAUSACO

Bürger dieser Stadt 29.11.2013 - 07:11:45

zum Thema

wie in der Einführung beschrieben, zeigt sich dort die "geballte" Kompetenz der kommunalen Bauabteilung, angefangen von der Planung bis zur Bauüberwachung weiter so...........

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