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77 Baumriesen fallen

Wie nun weiter? Die Forstwirte überlegen, wie sie die verkeilten Bäume auseinander bekommen. Schließlich heben sie den einen Baum an und ziehen ihn aus der Astgabel. Dann geht es den Stämmen mit der 1,30-Meter-Säge an den Stamm.
Wie nun weiter? Die Forstwirte überlegen, wie sie die verkeilten Bäume auseinander bekommen. Schließlich heben sie den einen Baum an und ziehen ihn aus der Astgabel. Dann geht es den Stämmen mit der 1,30-Meter-Säge an den Stamm. © Foto: Heike Hahn
Heike Hahn / 14.02.2014, 07:39 Uhr
Gieshof-Zelliner Loose (MOZ) Als junge Bäume noch recht biegsam, im Alter spröde und brüchig: die Pappeln. Das Ortsbild von Gieshof-Zelliner Loose wurde Jahrzehnte von ihnen geprägt, nun geht es ihnen an den Stamm. 77 Bäume fallen derzeit.

Ein Ächzen und Krachen hallt übers Feld bei Gieshof. Die riesige eiserne Zange des Baggers verbeißt sich im Stamm der Pappel. Ein kurzer Ruck, und das Holz splittert auseinander. Die Mitarbeiter der Firma Sixdorf-Müller haben sich den Kopf darüber zerbrochen, wie sie die beiden, ineinander verhakten Pappeln voneinander lösen können - ohne dass sie ihnen auf den Kopf fallen.

Seit eines Sturms, der nicht einmal stark gewesen sein muss, sind insgesamt vier Pappeln am Weg von Gieshof nach Neulewin umsturzgefährdet. Die eine hatte sich schon gen Boden begeben, wurde aber von einer anderen aufgehalten. "Sie sind eine echte Gefahr", sagt Gieshofs Ortvorsteher Riko Dumke. Es verging noch einige Zeit, bis geklärt war, wer für die Pappeln am Weg zuständig ist. Schließlich muss nun die Gemeinde Letschin handeln. Und konnte das recht zügig, denn in Gieshof-Zelliner Loose sind sowieso derzeit großangelegte Baumfällaktionen im Gange.

Insgesamt werden 77 Bäume zu Kleinholz gemacht. "Es wurde höchste Zeit", erklärt der Ortsvorsteher. Auch wenn es ein ungewohnt kahles, zurzeit sogar fast chaotisches Dorfbild gibt, ist er froh über die Maßnahme. Die Gemeinde steckt rund 40 000 Euro in den Auftrag. "Schon bei kleinen Windböen mussten die Gieshofer abgebrochenes Totholz von der Straße und ihren Grundstücken runterholen", so Dumke. Das sei lange schon ein Zeichen dafür gewesen, dass die Zeit der Pappeln abgelaufen sei. Zu DDR-Zeiten waren sie alle gepflanzt worden und sind längst über 30 Jahre alt. Die Bäume sind nicht alle tot oder morsch, sie sind aber unberechenbar. Das weiche Holz kann schnell abbrechen und wird zur Gefahr für Passanten.

Riko Dumke hofft nun, dass es mit den Pappelfällungen nicht getan ist. Sind die Holzreste weggeräumt, werde die Aufmerksamkeit auf andere Problemstellen des Dorfes gelenkt. "Die Gräben sind ein Ärgernis, früher waren sie picobello sauber, heute sind sie zugewachsen." Die Bäume an der Straße zwischen Neubarnim und Gieshof wurden vom Gemeindehof beschnitten. Eine Fachfirma werde laut Dumke noch die Sträucher zurückschneiden. "Besonders für Radfahrer wurden die herausragenden Zweige zum Problem, wenn ein Auto entgegenkam."

Und wann werden die gefällten Bäume ersetzt? "Alle Fällungen der Gemeinde werden in einem Pool zusammengefasst und nach und nach im Gemeindegebiet ausgeglichen", erklärt der Baumbeauftragte Martin Wiese. In räumlicher Nähe zu Gieshof werde das im Frühjahr geschehen, dann werden in Richtung Ortwig 40 Linden gepflanzt. In der Ortwiger Loose sollen 60 Laubbäume, darunter Linden, Eichen und Rosskastanien, im Oderbruchboden anwachsen.

Wann im Ort selbst Bäume hinzukommen, ist jetzt noch nicht klar. Riko Dumke ist aber erst einmal auch froh, dass es in Gieshof-Zelliner Loose voran geht.

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