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Ein Dorf leidet unter der Vollsperrung der B 198 / Einwohnerversammlung für heute einberufen

Bürger blockieren Bruchhagen

Ende der Geduld: Einwohner aus Bruchhagen haben in ihrem Ort handgemalte Plakate gegen den illegalen Umleitungsverkehr angebracht.
Ende der Geduld: Einwohner aus Bruchhagen haben in ihrem Ort handgemalte Plakate gegen den illegalen Umleitungsverkehr angebracht. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Kerstin Unger / 21.02.2014, 06:55 Uhr
Bruchhagen/Greiffenberg (MOZ) Die Einwohner Bruchhagens sind genervt. Grund dafür ist der Fahrzeugstrom, der sich seit der Sperrung der Bundesstraße 198 in Greiffenberg durch ihren Ort schlängelt. Seit November 2013 wird die Brücke über die Sernitz erneuert und damit der Straßendamm bis zur Ortsmitte erstmals tragfähig neu gegründet. Die Vollsperrung, die noch bis September dauern soll, erfordert eine Umleitung über Biesenbrow und Schönermark. Doch die meisten Autofahrer haben längst den Plattenweg durch das Sernitzbruch als Abkürzung entdeckt. Dafür müssen sie durch Bruchhagen fahren.

"Wir fühlen uns durch die Vollsperrung in Greiffenberg Tag und Nacht vom Pkw- und Lkw-Umleitungsverkehr terrorisiert. Und das, obwohl der Plattenweg durch den Sernitzbruch nur für den Linienverkehr und Versorgungsverkehr als Umleitung ausgewiesen ist", schreibt Wolfgang Pfeiffer, der in der Straße Zum Sernitzbruch wohnt und so das Geschehen täglich miterlebt, in einem Flyer. Diesen hat er in den vergangenen Tagen in seinem Heimatort verteilt.

Darin heißt es, dass es jedem klar gewesen sei, dass sich die Autofahrer den Umweg, der bis zu 30 Kilometer täglich beträgt, über Biesenbrow und Schönermark sparen würden. "Der Plattenweg ist solchen Belastungen natürlich genauso wenig gewachsen wie unsere Pflasterstrassen im Dorf", schätzt er ein. "Wenn die Einwohner jetzt nichts unternehmen, dann geht das bis nächstes Jahr so weiter.Wolfgang Pfeiffer denkt an Maßnahmen wie eine Einwohnerversammlung zusammen mit Greiffenberg und Günterberg, eine Unterschriftenaktion oder eine symbolische Straßenblockade.

Ein erster Schritt, so sein Vorschlag, sollte ein offener Brief an den Bürgermeister und das Straßenbaumt mit folgendem Inhalt sein. "Wir fordern, dass die bereits bestehende Notüberfahrt an der Brückenbaustelle Zolldamm Greiffenberg so weit ausgebaut wird, dass sie einseitig per Ampelsteuerung für den Pkw-Durchgangsverkehr befahrbar wird. Wir sehen nicht ein, dass wir unsere Autos kaputt fahren, nur weil auf unsere Kosten und Kosten unserer Dorfeinrichtungen und unserer Ruhe im Verhältnis zur Gesamtmaßnahme ein paar Euro eingespart werden. Auch die Umwelt würde sich über verkürzte Autofahrten freuen."

Das wird auch Thema einer Einwohnerversammlung sein, die Wolfgang Pfeiffer für heute Abend in Bruchhagen organisiert hat. Ortsbürgermeister Rolf Neujahr bezeichnete das, was die Bürger Bruchhagens derzeit durch die Vollsperrung ertragen müssen, ebenfalls als Zumutung. Gegenüber der Märkischen Oderzeitung bestätigt er, dass die Bürgerversammlung ab 18 Uhr im Gemeindebüro stattfindet.

Auch die symbolische Straßenblockade ist bereits errichtet. Am Donnerstagmorgen waren am Ortseingangsschild von Bruchhagen entsprechende Hinweisschilder angebracht.

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LLeser 04.03.2014 - 14:57:54

Hatte ich wohl recht ?

Ich wollte nur mitteilen, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Und doch einfach mal nachdenken, was uns alles am Peetzigsee zugemutet wurde.

Pöbel&Gesocks 24.02.2014 - 08:37:22

da...

scheint sich aber jemand angegriffen zu fühlen? Und gleich ein wenig verwirrt, wie mir dünkt. Die besagte Besenwirtschaft befindet sich meiner Kenntnis nach in Welsow und hat sicher an der langfristigen Sperrung(Brückenbau) dort, schon genug zu knappern. Und wer ist eigentlich "uns"? Wusste gar nicht, das die MOZ auch königliche LLeser hat...

Pöbel&Gesocks 22.02.2014 - 20:00:04

richtig so

Wenn die Herrschafzen nicht in der Lage sind eine verträgliche Lösung herbeizuführen, muss man ihnen eben auf die Sprünge helfen. Das war doch verhersehbar. Hauptsache die nicht anwesenden Bauarbeiter haben freies Terrain bei ihren momentan nicht stattfindenden Bauarbeiten. So bürgernah, wie ich unsere Verkehrsplaner jedoch einschätze, wird die Lösung des Problems wohl darin liegen, das man die inoffizielle Umleitung einfach komplett dicht macht. Soll der Pöbel doch zusehen, wie er das Geld verdient, um die Späße zu finanzieren.

Wolfgang Pfeiffer 21.02.2014 - 10:48:24

Protest richtet sich NICHT gegen leidgeprüfte Autofahrer!

Danke für das prompte Aufgreifen des Themas durch die MOZ, die ja im Vorfeld bereits auf diese Mißstände aufmerksam gemacht hatte! Zuerst: es ist verständlich, daß ortskundige Fahrer die Abkürzung durch den Bruch nutzen, die mit der Umleitung verbundenen Zusatzkosten und zusätzliche Zeitaufwand ist erheblich. (Zunehmend stehen auch ortsfremde Autofahrer im Vorgarten und suchen verzweifelt den Weg!) Auf diese Weise werden mal wieder "öffentliche Einsparungen" individualisiert. Geld für den Strassenbau ist da (Subventionen), aber allgemeinverträgliche Umleitungslösungen werden nicht finanziert (wie damals bei der Autobahndurchfahrt bei Pfingstberg, als kurzerhand mal eben ganze Dörfer abgeschnitten waren). Damals fehlte offensichtlich die koordinierende Hand, um eine bürgernahe Lösung zu erzwingen! Das müssen wir offensichtlich: eine Lösung erzwingen! Und das können einige schriftlich haben: in spätestens einem Monat ist die geforderte Lösung eingerichtet! Oder es geht gar nichts mehr! Dafür werden wir in Bruchhagen sorgen!

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