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Besitzer setzen auf Vielseitigkeit

Freuen sich auf die Erträge der Streuobstwiese: Barbara Anders aus Croustillier und ihre Kinder Rasmus und Emilie
Freuen sich auf die Erträge der Streuobstwiese: Barbara Anders aus Croustillier und ihre Kinder Rasmus und Emilie © Foto: MOZ/Nadja Voigt
Nadja Voigt / 04.04.2014, 08:00 Uhr
Croustillier/Altwustrow (MOZ) Allein vier Streuobstwiesen sind in jüngster Zeit in der Gemeinde Oderaue entstanden. Gemeinsam mit der Flächenagentur haben die Besitzer auf Vielseitigkeit gesetzt, denn die Bäume bieten neben den Obsterträgen über die Jahre auch Holz zum Heizen und Tischlern, die Wiesen können beweidet und zur Heuernte genutzt werden.

"Außerdem schaffen wir eine Pufferzone zwischen unserem Grundstück und der intensiv genutzten landwirtschaftlichen Fläche", sagt Barbara Anders. Die Architektin aus Croustillier ist eine von vier Landbesitzern, die in jüngster Zeit gemeinsam mit der Flächenagentur Brandenburg, einem Unternehmen der Stiftung NaturSchutzFonds, Streuobstwiesen angelegt haben.

Bei Familie Anders in Croustillier ist es ein dreiviertel Hektar. "54 Bäume. Äpfel, Birnen, Quitten, Kirschen und Pflaumen", zählt Barbara Anders auf. Ihr geht es um eine naturschutzfachliche Aufwertung des Landes. "Außerdem wollen wir das Land von einer kleinen Gruppe von Schafen beweiden lassen." Die Imkerin erhofft sich zudem eine positive Wechselwirkung für ihre fliegenden Mitbewohner in Croustillier. Das Obst will die Mutter zweier Kinder verarbeiten, sobald die ersten Bäume soweit sind.

Gedacht sind die Streuobstwiesen als Kompensationsmaßnahmen. Zum Beispiel, wenn irgendwo ein Funkmast oder eine Biogasanlage gebaut wird, erklärt Birgit Groth von der Flächenagentur. "Jede Maßnahme ist einem Eingriff in die Natur zugeordnet", erklärt die Fachfrau. Angefangen habe sie im Jahr 2009 mit den Flächen der Hofmanufaktur von Christian Filter in Neurüdnitz. "Die Besitzer verpflichten sich für 25 Jahre, die Streuobstwiese auf ihrem Land zu pflegen", sagt Birgit Groth. Die Hochstämme, die dort gepflanzt werden, finanziert ihre Agentur für die Vorhabenträger vor. "Auch setzen wir die Wildschutzzäune."

Und die Agentur übernimmt die Pflege während der ersten fünf Jahre, ergänzt Mike Röstel. Die Familie des Neureetzers hat seit drei Jahren eine Streuobstwiese in Altwustrow. "Alte Apfel- und Birnensorten", sagt Mike Röstel. Auf der Wiese stehen zwei Ziegen und ein Pony. "Und unsere Mieter halten das Gelände sauber", sagt Röstel. 20 Bäume sind es insgesamt, die auf den 3000 Quadratmetern stehen. "Die Bäume sind sehr hochwertig, hätten mich sicher 250 Euro pro Stück gekostet", rechnet Mike Röstel vor. Für ihn ist die Zusammenarbeit mit der Flächenagentur nur von Vorteil, wie er sagt. "Für die Fläche war uns die Pacht, die wir vorher von einem Landwirt bekamen, zu gering. So ist das eine wirklich gute Sache. Auch für Splitterflächen."

Ebenfalls von der Zusammenarbeit überzeugt sind die beiden anderen Familien Worch und Pundmann, die in Neuküstrinchen und Neumädewitz Flächen mit Streuobst bepflanzen ließen. "Das sind jeweils 1000 beziehungsweise 2500 Quadratmeter auf denen wir diese Maßnahmen zur Aufwertung von Natur und Landschaft durchführen konnten", freut sich Birgit Groth.

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