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In Kummerow und Leeskow wurden am Wochenende Bäume gepflanzt / Unterstützung von WikiWoods

Verwurzelt in der Heimaterde

Iris Stoff und Cindy Teichert / 07.04.2014, 07:15 Uhr
Kummerow/Leeskow (MOZ) Ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit ging es am Wochenende in Leeskow und Kummerow zu. In dem einen Dorf wurden Lebensbäume für die Kinde gepflanzt und im anderen alte Obstbaumsorten. Sogar Helfer aus Berlin sind angereist.

Etwa 50 Leute waren am Sonnabend im Kummerower Park fleißig am Wirken. Hier wurde eine wunderbare Tradition fortgeführt. Bereits vor zwei Jahren hatten 20 Kinder im Kummerower Gutspark einen Baum gepflanzt und in Pflege genommen. Die Bäumchen haben sich prächtig entwickelt. Nur einer musste nachgepflanzt werden. Weil es in dem Ort inzwischen mehr Kinder gibt, wurde die Aktion wiederholt. Für insgesamt zehn Kinder kamen noch einmal Lebensbäume in die Erde. Esskastanien und Buchen. Bei den ganz Kleinen legten die Eltern mit Hand an. Fünf der Baumpaten lagen immerhin noch im Kinderwagen. Jüngste war die vier Monate alte Ellen. "Ich finde, das ist eine tolle Sache", freute sich ihre Mama Annett Jahnke. "Wenn die Kleine laufen kann, werden wir zusammen hergehen und dem Baum gießen. Das schafft eine Verbundenheit zum Dorf."

Gesponsert wurden die Bäume vom Neu-Kummerower Heiko Görbing und der Gärtnerei Kucher, die auch den Baumschutz und die Anzuchterde zur Verfügung gestellt hat. Die Keramikschilder mit den Namen der Kinder wurden wieder in der Töpfer-AG in der Friedländer Schule hergestellt. Anleitung beim fachgerechten Einpflanzen gab Revierförster Michael Ueck. Parallel zu den Pflanzern beräumten weitere Bürger den Park vom Altholz. Das Gestrüpp wurde gleich in einem Lagerfeuer auf der Wiese verbrannt. Nach getaner Arbeit ließen sich dann alle in gemütlicher Runde eine warme Suppe schmecken.

Der Dorfanger in Leeskow wird bereits seit den 40er-Jahren von Apfelbäumen umsäumt. "Damals wurden auf dem Land Obstbäume gepflanzt, um die Großstädter zu versorgen" erinnerten sich die älteren Dorfbewohner. Doch die meisten der Bäume sind inzwischen alt und krank, tragen nur noch kleine Früchte. Eine Verjüngung der alten Bäume, sowie eine Ergänzung der Streuobstwiese mit neuen Bäumen wünschten sich nun viele Dorfbewohner. Ortsvorsteher Wilfried Götze stellte über die Lebensgefährtin seines Sohnes Matthias den Kontakt zur Heinrich-Böll-Stiftung her. Im Rahmen des Projektes "MOSAIK" wollte man die Leeskower unterstützen und holte sich wikiwoods.org mit ins Boot, eine Initiative, die sich ehrenamtlich übers Internet organisiert und ihren Beitrag zum Umweltschutz im Pflanzen von Bäumen sieht. Etwa zehn WikiWoods-Aktivisten aus der Hauptstadt verabredeten sich so mit Julian Gröger vom Organisatorenteam am Sonntag zu einem gemeinsamen Ausflug aufs Land, um dort mit den Leeskowern 23 Apfel- und Birnenbäume, allesamt alte Sorten, anzupflanzen. Obendrauf gab's von der Neuzeller Gärtnerei Nickel, wo man die Bäume von Spendengeldern erstand, noch einen Pflaumenbaum dazu.

Nach gut zwei Stunden waren alle Bäume eingepflanzt. Zum Mittag hatten die Leeskower Frauen Quark mit Pellkartoffeln zubereitet. "Das ist das einzige vegetarische Gericht, was uns eingefallen ist", erzählten sie, denn es wurde ihnen vorab zugetragen, dass viele der Umweltaktivisten kein Fleisch essen. Von denen wurde das Gericht, welches mit frischem Leinöl aus der Straupitzer Mühle serviert wurde, gelobt. Am Nachmittag wurden noch einige der alten Bäume verjüngt, bevor es wieder zurück nach Berlin ging. In ein paar Jahren wird das gemeinsame Engagement von Dorf- und Internetgemeinschaft Früchte tragen. Die Pflege der jungen Obstbäume obliegt nun den Leeskowern. Viele der Berliner Helfer kommen aber sicher mal raus aufs Land, um nach "ihren" Bäumen zu sehen.

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