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Sechs Frauen haben in Klein Schauen eine Haltergemeinschaft gegründet

Pferdepflege ganz ohne Stress

Haben einen guten Platz für ihre Tiere gefunden: Melanie Wauer sowie Leonie und Mutter Andrea Schwarz
Haben einen guten Platz für ihre Tiere gefunden: Melanie Wauer sowie Leonie und Mutter Andrea Schwarz © Foto: frei
Elke Lang / 20.05.2014, 05:08 Uhr - Aktualisiert 20.05.2014, 05:57
Klein Schauen (MOZ) Ein ungewöhnlicher Anblick bietet sich Spaziergängern auf einer weiträumigen Lichtung im Wald bei Klein Schauen. Elf Pferde grasen dort friedlich in ihren Koppeln.

Manchmal kann es passieren, dass die Pferde Besuch von Rehen bekommen. Regelmäßig aber werden sie von ihren Zweibeinern mit Wasser und Zusatzfutter sowie - was ganz wichtig ist - mit Streicheleinheiten versorgt und geputzt, gestriegelt und ausgeritten. Diese Zweibeiner sind sechs Frauen aus Storkow, Wolzig, Markgrafpieske, Fürstenwalde und Berlin sowie in der Regel drei Kinder. Sie haben vor einem halben Jahr eine nichtkommerzielle Haltergemeinschaft gegründet.

Hundebesitzer haben es einfach. Um ihre Lieblinge artgerecht unterzubringen, reicht gewöhnlich die eigene Wohnung. Was aber tun Pferdefreunde, wenn der Pferdehof, in dem sie sich mit ihren Tieren wohlgefühlt hatten, seinen Betrieb einstellen muss und eine für den eigenen Geldbeutel erschwingliche Unterbringung nicht in Aussicht steht? Die sechs Frauen hatten schon verschiedene Pferdehöfe kennen gelernt und waren zuletzt gemeinsam auf einem Hof in Markgrafpieske. "Wir wollten als Team zusammenbleiben, und auch für die Pferde ist es gut, wenn sie in ihrer Gruppe bleiben. Sie sind dann ruhiger, ausgeglichener", schildert Janine Sobanzki aus Storkow die Situation, vor der sie standen. "Es sind auch ältere Pferde dabei, die sich schlecht umgewöhnen würden."

Wenn die Frauen, die durch ihr gemeinsames Hobby verbunden sind, ohne Alternative geblieben wären, hätten einige, so Janine Sobanzki, ihre Pferde verkaufen müssen oder sich gar nicht erst eigene anschaffen können. Das Schicksal der älteren Pferde beim Verkauf wäre wohl der Abdecker gewesen.

Andrea Schwarz aus Philadelphie, die jetzt in Storkow wohnt, fand über ihre Bekanntschaft mit dem Groß Schauener Landwirt Fritz-Walter Peter eine Alternative. Er stellte ihr die drei Hektar Land im Wald bei Klein Schauen zur Verfügung, auf der die Erlaubnis besteht, Unterstände und Koppeln zu errichten. Außerdem versorgt er die Haltergemeinschaft mit Wasser für die Pferde. Auf der Wiese können sich die Tiere ganzjährig wohlfühlen. Für Michaela Funke aus Wolzig liegen die Vorteile auf der Hand: "Wir sind an keine Zeiten gebunden, haben die Futtergabe genau unter Kontrolle, und Pflege und Umgang mit den Pferden ist individueller, weil wir alles selbst übernehmen.

Die Pferdenärrinnen betrachten ihren Umgang mit den Tieren ausschließlich als erholsame, stressfreie Freizeitbeschäftigung für sich und ihre Lieblinge. Keine von ihnen strebt Turnierreiten an. "Wir erkunden von hier aus die für Reiten erlaubten Wege in alle Richtungen bis nach Wolzig, Philadelphia und Groß Schauen. Den Kindern macht es Spaß und uns auch". Zu den Kindern gehört Leonie, die Tochter von Andrea Schwarz. Sie bringt oft Freundin Melanie Wauer aus Kummersdorf mit auf den Pferdeplatz. Besuchern gegenüber sind die Mitglieder der Haltergemeinschaft aufgeschlossen. "Ab und zu bringen Leute mal Möhrchen mit und freuen sich, ihren Kindern die Pferde zeigen zu können", sagt Andrea Schwarz. Leonie war sogar einmal mit ihrer ganzen Klasse von der Europaschule zu einem Projekttag hier, als es im Unterricht bei Dorelies Gutjahr um das Thema Pferd ging. Auch Kitagruppen sind gern gesehen.

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Holger Ackermann 22.05.2014 - 08:52:24

Pferdepflege ganz ohne Stress

Eine sehr gute Sache, die von den einzelnen Akteuren ins Leben gerufen wurde. Es wird dem Tierschutz und dem Tierwohl durch engagierte Menschen Rechnung getragen. Auch junge Landbewohner werden hier an ein sinnvolle Freizeitbeschäftigung herangeführt. Ohne Druck und die Ausrichtung auf den Turniersport. Respekt auch vor den Landwirt Fritz Walter Peter und die Eigentümer, die ihre Flächen ohne große Gewinnerzielung der Pferdefreunden überlassen. Das ist bei den hohen Bodenpreisen heutzutage eher selten. Extensive Landnutzung, Verantwortung für Tiere übernehmen, schöne Freizeitgestaltung für Jung und Alt. So schön kann das Leben im ländlichen Raum auch sein.

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