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Herumirrende Schafe sorgen für Ärger

Wohl dem, der seine Schafe im Griff hat: In Burgwall irrt seit fast einer Woche ein kleine Schaffamilie umher. Pferdebesitzer trauen sich nicht mehr, ihre tragenden Stuten auf die Koppel zu lassen.
Wohl dem, der seine Schafe im Griff hat: In Burgwall irrt seit fast einer Woche ein kleine Schaffamilie umher. Pferdebesitzer trauen sich nicht mehr, ihre tragenden Stuten auf die Koppel zu lassen. © Foto: Privat (Archiv)
Martin Risken / 24.05.2014, 11:05 Uhr
Burgwall (MZV) Eine kleine Schaf-Familie sorgt seit mittlerweile einer Woche auf den Koppeln an der Marienthaler Straße in Burgwall für reichlich Zündstoff. Auch die Polizei war schon draußen und das Kreis-Veterinäramt sei informiert worden, hieß es am gestrigen Freitag.

"Wir können unsere trächtigen Stuten nicht auf die Koppel lassen, weil diese durch die herumirrenden Schafe erschreckt werden könnten", wies Nina Querhammel auf die Gefahren für andere Tiere hin. Und noch etwas anderes beunruhigt die Mitarbeiterin der Burgwaller Jugendhilfeeinrichtung: Da ja niemand genau wisse, ob die Schafe geimpft worden seien, gehe womöglich auch von dem Kot der Tiere eine Gefahr aus, dieser könne mit Würmern versetzt sein. "Wenn es nicht so ärgerlich wäre, müssten wir uns nicht so sehr darüber aufregen", so Querhammel. "Die fressen uns einfach das Gras weg."

Für die am vergangenen Sonntag zur Hilfe gerufene Polizei spielte hingegen noch eine andere Gefahr eine entscheidende Rolle. Die Tiere könnten unvermittelt auf die Straße springen und zu einer Gefahr für Kraftfahrer werden. Ariane Feierbach von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord in Neuruppin bestätigt, dass die Beamten am 18. Mai um 17.47 Uhr alarmiert worden seien. Eine Besatzung des Streifenwagens konnte zwar eine Schafherde an der Marienthaler Straße feststellen und auch einen Eigentümer ausfindig macht, von der besagten herumirrenden, herrenlosen Schaffamilie - bei der es sich um einen Bock mit eingedrehten Hörnern, eine Zicke und ein Lämmchen handeln soll - fehlte jedoch zu diesem Zeitpunkt noch jede Spur. Mit kriminalistischem Spürsinn gelang es den Beamten aber immerhin, die Adresse des in Frage kommenden Besitzer der Schaffamilie ausfindig zu machen. Diesen aber trafen die Beamten bei ihren weiteren Recherchen nicht an. Im Laufe der Woche erbrachte eine Nachfrage unserer Zeitung bei der Polizei, dass der Fall mittlerweile auch der zuständigen Revierpolizistin bekannt sei. Im Laufe der Woche ist dann offenbar noch das Kreisveterinäramt eingeschaltet worden, das auf den Halter einwirken sollte. Bis Freitagmittag aber konnte nichts unternommen werden, was zur Entspannung der Situation beigetragen hätte, informierten Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung in Burgwall. Den Behörden sei es offenbar gelungen, den Eigentümer zu informieren. Eine Stellungnahme des Kreisveterinäramtes war am Freitag nicht mehr zu bekommen.

Wenn Gefahr in Verzug ist, müsse die Polizei benachrichtigt werden, und zwar noch vor dem Ordnungsamt und dem Veterinäramt, und insbesondere außerhalb der Bürozeiten der Behörden, betonte die Sprecherin der Polizei. Einwohner sollten deshalb auch keine Scheu davor haben, die Beamten zu informieren, sollten die Tiere plötzlich irgendwo auf der Straße stehen. Dann müssten sich die Beamten der Schafe annehmen, sagte Feierbach. Immer wieder kommt es auf deutschen Straßen durch herrenlose Schafe zu schweren Unfällen mit verletzten Personen, wie zahlreichen Polizeimeldungen zu entnehmen ist. Der Versuch der Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung, die Schafe selbst einzufangen, misslang bislang allerdings. Nicht immer sei die kleine Familie zusammen. Mal grase der Bock ganz woanders als die Zicke. Dann wieder sei die Familie vereint, aber eben doch sehr scheu.

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