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Fällungen nun Fall für die Justiz

Brian Kehnscherper / 05.06.2014, 18:30 Uhr
Köpernitz (RA) Der Naturschutzbund (Nabu) erstattet nun Anzeige wegen der Baumfällungen an der B122 bei Köpernitz. Das könnte die geplante Sanierung der Strecke lange verzögern, wenn nicht gar komplett verhindern.

Von den Baumfällungen, die zur Vorbereitung der Baustelle vorgenommen wurden, ist nicht nur das Naturschutzgebiet (NSG) Stechlin betroffen, sondern auch ein Grundstück des Nabu. "Die Bäume wurden auf der vollen Länge neben der Strecke kurz hinter Köpernitz bis zum Abzweig nach Zechow gefällt", sagt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Da an dieser strecke das Flurstück 61 liegt, das dem Nabu gehört, ist für ihn klar, dass die Eigentumsrechte des Verbands missachtet wurden. Zudem wurden am Donnerstagvormittag die Baumkronen der gefällten Gehölze abtransportiert. Miller vermutet dahinter eine Verschleierungsaktion. Denn bisher war unklar, ob durch die Abholzung bedrohte Vogelarten, wie etwa Höhlenbrüter, betroffen waren. Nun lasse sich das nicht mehr nachvollziehen. "Es werden Beweise beseitigt und vollendete Tatsachen geschaffen."

Der Nabu-Chef wirft den zuständigen Behörden massive Fehler bei der Kommunikation vor. Der Landesbetrieb Straßenwesen hatte als Bauherr im Naturschutzgebiet gefällt, mit dem Verweis darauf, dass er die Genehmigung von der Unteren Naturschutzbehörde hatte. Die Genehmigung galt aber nur für Arbeiten in einem Landschaftsschutzgebiet (LSG), nicht in einem NSG. Daher glaubt Miller, vor allem die Naturschutzbehörde habe Fehler begangen. Die Kreisverwaltung, zu der die Untere Naturschutzbehörde gehört, wollte sich auf Nachfrage nicht zu der neuen Entwicklung des Vorfalls äußern. Sie verwies auf eine frühere Stellungnahme. Der zuständige Planer beim Landesbetrieb, Frank Schmidt, hatte am Donnerstag keine Zeit für eine Stellungnahme.

Der Nabu erstatte wegen der Wegnahme des Holzes am Donnerstag Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Zudem fordert Miller, dass das Genehmigungsverfahren neu aufgerollt wird. Bis dahin, denkt er, müssen die Arbeiten ruhen. "In diesem Jahr kann auf keinen Fall gebaut werden." (Kommentar)

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