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Kunower Museum zeigt regionale Geschichte des Brandschutzes / Aktionstag mit vielen Vorführungen

Technikschau der Feuerwehr-Oldies

Viele Besucher kennen sich aus: Die Entwicklung der Brandschutztechnik hat rasante Sprünge gemacht. Was ausrangiert wird, landet manchmal im Kunower Museum.
Viele Besucher kennen sich aus: Die Entwicklung der Brandschutztechnik hat rasante Sprünge gemacht. Was ausrangiert wird, landet manchmal im Kunower Museum. © Foto: Oliver Schwer
Oliver Schwers / 09.07.2014, 06:42 Uhr
Kunow (MOZ) Die Geschichte einer Feuerwehr erzählt immer auch die Geschichte eines Dorfes. Und so ist das, was die Mitglieder der Feuerwehrhistorik Kunow zusammentragen, ein lebendiges Stück uckermärkischer Vergangenheit. Das Interesse an der Traditionspflege wächst sichtlich.

Warum sind die meisten Feuerwehrmänner in die Uniform gestiegen? Weil sie sich für die Technik begeistert haben. So beginnen häufig Geschichten eines langen Lebens für die Sache des Brandschutzes. Die roten Löschwagen mit den blauen Leuchten, die starken Wasserpumpen und die schnellen Mannschaften müssen etwas an sich haben, dass schon jeder kleine Junge als Feuerwehrmann geboren sein möchte.

In Kunow gehen Feuerwehrhistoriker dieser Sache nach. Sie sammeln alles, was in den vergangenen Jahrzehnten mit Retten, Bergen und Helfen zu tun hatte. Aus einer Leidenschaft wurde ein Uckermärkisches Feuerwehrmuseum. Und das hat inzwischen kaum noch Platz für Neuzugänge an historischer Großtechnik.

Was in den vergangenen Jahren in die Hände der Museumsleute gelangt ist, zeigten sie bei ihrem Museumsfest. Es geht dabei weniger um die vollständige Ablichtung der Bautypen. Die Brandschutz-Jäger-und-Sammler wollen vor allem die spezielle Situation in den Altkreisen Angermünde, Prenzlau und Templin und der Stadt Schwedt zeigen. Stück für Stück tragen sie Einzelheiten über Dorfwehren und Gerätehäuser zusammen, über Gründungsakten und Großeinsätze, über Löschordnungen und sogar über den Feuerwehrsport. Dem ist auch die aktuelle Sonderschau in der Kunower Museumshalle gewidmet.

Auf einer Großleinwand läuft ein Schwarz-Weiß-Film aus den 20er Jahren. Es ist eine wohl einmalige Dokumentation zur Eröffnung der Landesfeuerwehrschule in Beeskow. Hunderte Feuerwehrleute in schneidigen Uniformen und Pickelhauben marschieren durch die Straßen der Stadt, begleitet von Blasmusikkapellen. Die Bilder lösen bis heute eine gewisse Begeisterung aus. Und den Stolz auf eine freiwillig organisierte Hilfseinrichtung, die in jedem noch so winzigen Teil Deutschlands funktioniert.

"Das Interesse an alten Feuerwehren ist grundsätzlich vorhanden", sagt Museumschef Patrick Richter. "Viele Dörfer besinnen sich auf die Geschichte. Und auch die aktive Traditionspflege nimmt punktuell zu." Patrick Richter ist seit April Leiter im Fachausschuss Traditionspflege beim Landesfeuerwehrverband. Mit seinen Mitstreitern forscht er in vielen Archiven. Und hat dabei schon manches sicher geglaubte Feuerwehrjubiläum korrigieren müssen. Das geschah gerade in Wilmersdorf, wo die Wehr eben älter ist als angenommen.

Zu den Öffnungstagen lassen sich die Museumsleute allerhand einfallen, um alle Generationen zu begeistern. Das funktioniert wiederum am besten über historische Technik in Aktion. Für eine Schau der Brandschutz-Veteranen rollten Fahrzeuge sogar aus anderen Landkreisen heran. "Uns geht es darum, die Wagen zu zeigen, die früher hier in der Region im Einsatz waren", sagt Patrick Richter. Er weiß, wo sich noch betagte Einzelexemplare befinden. Mehr und mehr lassen die Gemeinden und Ämter gut erhaltene und außer Dienst gestellte Technik in den Händen von Ortswehren oder Dorfvereinen, um sie für die Traditionspflege zu retten. Ansonsten ging in den vergangenen Jahren mit der Beschaffung moderner Einsatzfahrzeuge viel Geschichte auf den Schrott. Mit drei eigenen Lastwagen, einem Barkas und einem Wartburg ist die Raumkapazität in Kunow fast am Ende.

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