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Hirschfelder Wohnstätte besteht seit zehn Jahren

Leben nach schweren Unfällen

Vivien Gareis / 18.07.2014, 06:40 Uhr
Hirschfelde (MOZ) Seit zehn Jahren werden in Hirschfelde Menschen, die eine Schädigung des Hirns erlitten haben, betreut. Die RC reweca, eine gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz in Berlin, betreibt außerdem einen zweiten Standort in Rüdersdorf.

In ihrem Rückblick erinnert die Gesellschaft an die Entstehungszeit. Der Eröffnung der Standorte waren die Erkenntnis und auch das Erstaunen vorausgegangen, dass es für diesen Personenkreis bis dato, zumindest in Berlin und Brandenburg, kaum beziehungsweise gar keine spezialisierten Angebote außerhalb der medizinischen Rehabilitation und Pflege gab.

Nicht zuletzt durch die Fortschritte der Notfall- und Intensivmedizin gab es einen wachsenden Personenkreis mit unterschiedlichsten Behinderungen aufgrund erworbener Hirnschäden, dessen Rehabilitations- und Teilhabechancen in vielen Fällen mit der Entlassung aus der Rehaklinik abrupt endeten.

Wie stark ein Leben zum Beispiel durch einen Verkehrs- oder Berufsunfall verändert werden kann, können sich Nichtbetroffene nur schwerlich vorstellen. Besonders bei Menschen, die dauerhafte schwere Schädigungen durch Schädelhirntraumata davon tragen, werden die persönlichen Vorstellungen, weiterhin ein möglichst normales Leben zu führen, oft zerstört. In der Vergangenheit blieb für Menschen, die nach der Rehabilitationszeit nicht dauerhaft in der Familie versorgt werden konnten, als Alternative oft nur die Unterbringung in einem Pflegeheim.

Aus der Überzeugung, dass auch diese Menschen Anspruch auf Angebote der Eingliederungshilfe im Rahmen des SGB XII haben, wollte der RC reweca solche Angebote schaffen.

Es ist das Ziel, für Menschen mit erworbenem Hirnschaden ein adäquates Wohn-, Arbeits- und Versorgungsangebot zu schaffen. So entstanden Beratungsstellen in Rüdersdorf und Berlin, in denen sich Betroffene und Familienangehörige über spezielle Angebote informieren konnten. 2005 eröffnete die erste Einrichtung in Hirschfelde. Seit dem sind in Rüdersdorf und Köpenick weitere Wohneinrichtungen und Tagesbeschäftigungszentren entstanden, die Betroffenen die Möglichkeit bieten, ein weitestgehend erfülltes und normales Leben zu führen. Diese Arbeit wird durch ein Netzwerk an Physio- und Ergotherapeuten unterstützt, sowie durch die enge Zusammenarbeit mit Kliniken und Neurologen gestärkt.

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