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Zwerchfell-Alarm in Dierberg

Große und kleine Gefährte: Mehrere hundert Meter Länge umfasste der Dierberger Umzug. Inmitten des Trosses steuerte unter anderen Bert Fetzer seinen Traktor mit Sonnenschutz.
Große und kleine Gefährte: Mehrere hundert Meter Länge umfasste der Dierberger Umzug. Inmitten des Trosses steuerte unter anderen Bert Fetzer seinen Traktor mit Sonnenschutz. © Foto: MZV
Matthias Haack / 05.08.2014, 18:36 Uhr
Dierberg (maha) Zehn Dierberger gefragt, zehn unterschiedliche Antworten kommen zur Frage: Was war denn das Schönste beim diesjährigen Sommerfest?

Die einen sagen: Der wieder einmal prächtige Umzug durch die Siedlung und entlang der Dorfstraße. Immerhin wurden 16 Gefährte gezählt. Einer davon: Johann Michaluk steuerte eine "Ameise". Auf seinem rustikalen Arbeitsgerät, das im Jahr 1952 gebaut wurde und mit Hebeln gesteuert wird, sowie auf dem Anhänger saßen die neunköpfige Familie des 66-Jährigen sowie Gast Detlef Garmatter. Auf die Kraft von zwei Pferden setzte Heinz Schläfke auf seinem Gespann. Der Klosterheider kommt traditionell in die Nachbargemeinde - so wie der Banzendorfer Bernd Müller. Am Lenkrad des schönsten Umzugswagens saß jedoch Gunter Schulz. Seinen Traktor nebst sehr auffällig geschmücktem Anhänger wählte eine Jury zum hübschesten Teilnehmer am Umzug. Auf Platz zwei: Edwin Degebrodt. Auch auf die Fassaden und Vorgärten der Dierberger Einwohner warf die Jury ihren Blick. Lohn für tolle Ideen und deren Umsetzung: Kleine Prämien und viel Gesprächsstoff für einige Tage. Die interessantesten Kombination hatten die Familien Schoerr (das Dorfleben) und Hagen (Kunstblumenfeld mit Teich und Störchen) aufgebaut.

Auf dem Areal des Gemeindezentrums wurden die Besucher am Sonnabend vielfältig mit Kulinarischem verwöhnt. Dabei setzten die federführenden Landfrauen diesmal auf Rauchwurst und Feuerbeißer. Kinderschminken, Puppentheater mit Franziska Kniebisch, Hüpfburg und Torwandschießen fehlten selbstverständlich ebenso wenig wie ein mit Überraschungen für Herz und Seele gespicktes Programm der Landfrauen - es herrschte für zwei Stunden Zwerchfell-Alarm vor der "MS Trockendock"-Bühne. Angefangen mit der Singegruppe (zehn "Alte Fregatten" plus Dirigentin) über die Line-Dancer steigerte sich die Stimmung durch das von Silke Volkmann moderierten Programm zu Modenschauen der anderen Art (Motto: Alles, was man auf einer Kreuzfahrt benötigt und eben nicht) bis hin zu einer mitreißenden Double-Show. Dass in der 270-Seelen-Gemeinde so viele Schauspiel-Talente existieren, ahnte keiner. Phänomenal die Ähnlichkeit und Bewegungen von Monika Drath als Heino, Irene Schoerr als Helene Fischer, Susanne und Mathias Stindl als Daffi Cramer und Henry Valentino beziehungsweise Nana Mouskouri, Carola Dörband als Beatrice Egli, Andrea Franke und Sandro Preuße als Marianne und Michael sowie als Conchita Wurst und natürlich Corina Brunow als Helga Hahnemann sowie Andrea Berg. Sie heizte dem gut hundertköpfigen Publikum so sehr ein, dass der überwältigte Gerald Drath auf die Bühne schritt und eine eilig gepflückte Pflanze überreichte. Ihre Freudentränen fing Rosi Skampski unterm Festzelt im Taschentuch auf, das ratzfatz durchtränkt war.

Höhepunkt war für einige das Knieballett, für dessen Choreografie mehrere Wochen geübt worden war und deren detailgetreue gemalte Masken für viel Schmunzeln sorgten. Andere staunten über das exorbitante Kuchenangebot - 20 Frauen hatten ihre Backöfen angeschmissen. Wieder andere freuten sich, dass diesmal die seit vier Wochen am Straßenrand aufs Fest hinweisenden Puppen Gertrud und Giesbert beinahe unbeschadet durch den Sommer kamen. Lediglich die schwarzen Ballerinas wurden in einer lauen Sommernacht Gertrud gestohlen.

Auch mit einer Tombola flankierten die Landfrauen erneut ihr Sommerfest: Der Hauptpreis, ein sandfarbenes Fahrrad, ging an die ehemalige Ortsvorsteherin Karin Garmatter. Eine Sonnenliege steht im Garten von Familie Stindl, ein Staubsauger im Schrank von Ramon Lungfiel. Auf ein Candle-Light-Diner im Hotel Löwenberger Hof freut sich Timo Hagen. Und dass die erstklassige Diskomusik von Christoph Brunow und Heiko Braun den Geschmack der Gäste traf, bestätigte die Länge des Festes: Es wurde schon beinahe hell, als das letzte Lied verklang und die Diskussionen der Gäste schließlich verstummten.

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