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Kaulquappen und Landratten im Duell

Zuschauer des spaßigen Fischerstechens in Altfriesack mussten anfangs noch den Regen ertragen. Danach klarte es aber etwas auf. Von den Fischern wurde trotzdem jeder zweite klitschnass.
Zuschauer des spaßigen Fischerstechens in Altfriesack mussten anfangs noch den Regen ertragen. Danach klarte es aber etwas auf. Von den Fischern wurde trotzdem jeder zweite klitschnass. © Foto: MZV
Inez Bandoly / 10.08.2014, 18:56 Uhr
Altfriesack (MOZ) "Es ist 16 Uhr und 16 Mannschaften sind bereit", hallte es über die Lautsprecher in Altfriesack. Dort fand am Sonnabend das 21. Brückenfest statt. Dabei gab es einige Überraschungen.

Eine davon am Nachmittag, zu Beginn des absoluten Höhepunktes der Veranstaltung - dem traditionellen Fischerstechen. Dicke dunkle Wolken zogen heran, und es begann zu schütten. Die Menschen spannten ihre Schirme auf und hatten Mühe, diese festzuhalten, denn es wehte dazu ein heftiger Wind. Der war so stark, dass die Haselnüsse von den Sträuchern fielen. Dennoch, die meisten Menschen - in bunte Regenmänteln gekleidet - blieben nahe am Ufer des Hafenbeckens an der Schleuse. "Weitermachen", hörte man wenige Zeit später Einige rufen. Die Wettkämpfer standen bereit. Die beiden Boote, die sie für ihre Duelle benötigten, schaukelten wie kleine Nussschalen auf der unruhigen Wasseroberfläche und mussten nochmal angekettet werden. Bevor die Teilnehmer der Teams schließlich versuchten, sich gegenseitig ins Wasser zu schubsen, mussten sie erst die Dusche von oben abwarten.

Das Fest, das mittags bei herrlichem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen begann, startete mit den Drachenbootfahrern. Hier hielten die "Sturmfighter" am Ende den Siegerpokal in ihren Händen. Platz zwei belegten "Die Befruchter" und Platz drei die "Rennsemmel FMC" aus Wustrau.

"Es ist zwölf nach vier", sagte Ulli Baden, der das Fest moderierte. Der Regen hatte aufgehört, es tröpfelte nur noch und langsam schob sich wieder die Sonne durch.

Dann begann endlich das Stechen. Die Kinder begannen. Paul und Leon, die "Altfriesacker Landratten" waren bereit. Einer ruderte, der andere zog sich eine Schwimmweste über, setzte sich die Fischermütze auf und hielt den Stecher. In diesem Jahr leuchteten die oberen Enden in orange. So konnten alle, vor allem die Schiedsrichter, erkennen, an welchem Körperteil gestochen wird. Das erste Stechen ging schnell und die Altfriesacker hoben als Gewinner jubelnd die Arme. Danach traten die Erwachsenen-Teams an. "Kanalkämpfer, Mückenpiraten, Linumer Kaulquappen, Dragonfighter, Sachsenstecher" gingen an den Start. Es herrschte reges Treiben. "Nicht stoßen, sondern stechen", forderte der Moderator in regelmäßigen Abständen auf. "Nicht unter die Gürtellinie", rief ein Mann aus der Zuschauermenge zur Belustigung aller über sein Megafon.

Einmal wurde das Gegenüber entwaffnet, in dem ihm einfach seine lange Holzstange aus den Händen genommen wurde. Das Publikum feierte. Die Männer und Frauen vorne auf dem schmalen Brett an der Bootsspitze hatten ihren Spaß, auch wenn sie echt zu tun hatten, das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Lautes Gelächter gab es, als der ein oder andere bereits vor dem Stechen ins Wasser fiel. Für diese gab es aber eine zweite Chance. Sie sind schnell ans Ufer geschwommen, ins Boot geklettert und standen kurz darauf wieder mit wackeligen Beinen auf dem Brett. Von den Zwei-Mann-Teams ruderte einer, der andere balancierte auf dem Brett weit vorne an derBootsspitze. Von Letzteren gingen viele ungewollt baden, wenn man den richtigen Schubs bekam und ins Wanken geriet.

Die Freiwillige Feuerwehr Altfriesack hatte sich wieder alle Mühe mit diesem Fest gegeben und schickte zu alledem am Abend vor dem Bootskorso noch gelbe Quietsche-Enten ins Rennen.

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