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Sprengmeister André Vogel kontrolliert Detonationen / Suche nach Munition im Forst abgeschlossen

Der letzte große Knall

Großer Fund: Die etwa zwei Meter lange Rakete ist eine Besonderheit. Ihre Wirkung wäre ähnlich einer 50-Kilogramm-Bombe.
Großer Fund: Die etwa zwei Meter lange Rakete ist eine Besonderheit. Ihre Wirkung wäre ähnlich einer 50-Kilogramm-Bombe. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Josephin Hartwig / 14.08.2014, 21:18 Uhr
Gatow (MOZ) Vier Sprenungen wurden durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst seit März in Gatow durchgeführt. Am Donnerstag wurde die letzte Fundmunition gesprengt. Die Suche nach Granaten, Raketen und Bomben ist vorerst abgeschlossen.

Eins, zwei, drei, vier, fünf. In schneller Abfolge wird die Sprengmunition am Donnerstag im Gatower Wald, Flurstück zwei, vernichtet. Nach wenigen Sekunden ist der Spuk vorbei. Die Zünder haben ihr Werk getan, die transportunfähige Munition ist weg. Sprengmeister André Vogel hatte in den Sekunden vor der Detonation ins Horn geblasen und den Mitarbeitern des Ordnungsamtes sowie der Polizei ein Zeichen gegeben. Punkt 12 Uhr wurden 14 Wurfgranaten, drei Sprenggranaten und zwei Handgranaten der Garaus gemacht. "Wenn da Splitter umher fliegen, können auch Menschen verletzt werden. Deshalb sperren wir ab", erklärt André Vogel.

Das Ordnungsamt hatte gegen 9.30 Uhr Stellung bezogen und die Straßen gesperrt. 500 Meter Radius zur Sprengstelle waren notwendig, um genügend Sicherheitsabstand einzuhalten. Deshalb musste auch Ingrid Otto ihr Haus verlassen. "Angst hab ich keine, aber für meine Mutter, die mit im Haus wohnt, ist das heute ungünstig. Mit ihren 87 Jahren ist das nicht mehr angenehm", erklärt die Anwohnerin. Planmäßig sind um 10 Uhr die Anwohner rund um die Sprengstelle evakuiert. Seit Februar hatte die private Firma "Ortung und Bergung von Kampfmitteln" (OBK), die vom Land beauftragt wurde, das Gebiet um Gatow nach Munition abgesucht. Steffen Nowotnick arbeitet seit sechs Jahren als Feuerwerker beim OBK. "Wir haben seit Februar die knapp 47 Hektar mit Eisendetektoren abgesucht. Dabei sind wir auch auf viele Metallsplitter gestoßen, die eine Bergung von Munition erschwert haben", erklärt er. Bei ihrer Suche seien die Männer auch auf einen Herzschrittmacher gestoßen. "Das war erschreckend." Er gehörte einem Mann, der jahrelang vermisst und schon vor einiger Zeit durch Knochenfunde identifiziert werden konnte. Der Sensor des Eisendetektors zeigt jede noch so kleine Abweichung an. Insgesamt fanden die Feuerwerker etwa eine Tonne Munition im Gatower Forst.

Schwarzer, dichter Rauch steigt über den Bäumen empor. Die Detonationen sind im Körper spürbar, die Druckwelle schlägt bis 700 Meter von der Stelle entfernt ein. Andre Vogel fährt kurz danach wieder zur Sprengstelle. "Alles ist planmäßig und ohne Komplikationen gelaufen. Alle Zünder wurden ausgelöst", teilt er seinen Mitarbeitern mit. Der erneute Ton aus dem Horn verkündet das Ende. " In den Wäldern Brandenburgs sieht es fast überall so aus. Aber hier war ein Schwerpunkt. Jetzt ist die Forstabteilung Gatow wieder kampfmittelfrei", sagt André Vogel und packt Messgeräte und Zünder wieder ein.

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