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Kalk in der Waschmaschine

KUKRAKAU / 03.03.2010, 08:14 Uhr
Krummensee () Die Qualität des Trinkwassers stand auf der Tagesordnung der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Krummensee - und das aus gutem Grund. "Wir müssen alle anderthalb Jahre eine neue Kaffeemaschine kaufen", klagte etwa Ursula Blankenstein. Die technischen Geräte würden rasch verkalken, auch Filter nutzten nichts. "Der Reinigungsaufwand ist natürlich auch hoch", so die Krummenseerin.

Da dieses Problem nicht nur Ursula Blankenstein beschäftigt, sondern auch weitere Einwohner, hatte Ortsvorsteher Erhard Siedler den Geschäftsführer der Stadtwerke Werneuchen GmbH, Werner Müller, zur Sitzung eingeladen. Er berichtete, dass es bereits seit Mitte der neunziger Jahre hohe Nitratwerte im Trinkwasser gibt. Damals befanden sich die Brunnen auf Privatgelände, später wurde daraus Bauland, der Gewerbepark Seefeld entwickelte sich. "Das Wasserwerk Krummensee wurde geschlossen", so Müller. Die Versorgung der Haushalte erfolgte dann von Werneuchen aus.

"Wir haben wirklich sehr hartes Wasser", bestätigte der Stadtwerke-Geschäftsführer. Der Kalzium- und Magnesium-Anteil sei hoch. Grenzwerte gebe es jedoch nicht. Müller nannte auch eine konkrete Zahl. Am 16. Dezember sei das Wasser zuletzt analysiert worden. Der Wert lag damals bei 24,15 Grad deutscher Härte. Der Bereich zwischen 14 und 21 steht dabei bereits für hartes Wasser. "Daran können wir leider nichts ändern", bedauerte Stadtwerke-Geschäftsführer Müller.

Auf Abhilfe für Kaffeemaschine und Co. können die Krummenseer daher kaum hoffen. Es gebe zwar das Umkehr-Osmose-Verfahren zur "Enthärtung" von Wasser, so Müller. Dies habe aber einen entscheidenden Nachteil: die Kosten. "Wir müssten den Kubikmeterpreis um 40 bis 50 Cent anheben", erklärte der Werneuchener Stadtwerke-Chef. Dies sei den Kunden jedoch nicht zu vermitteln. Auch der Versuch, Kalzium und Magnesium gegen Natrium auszutauschen, habe vor vier Jahren nichts gebracht. "Wir planen daher nichts", so Müller. Er schränkte allerdings ein, dass man sich mit der Thematik beschäftigen werde, "wenn die entsprechenden Forderungen massiver werden". Darüber hinaus, so Müller, gebe es aber auch individuelle Lösungen für den Haushalt. Die Preisspanne reiche dabei von Produkten für 300 Euro bis zu Anlagen für 1500 Euro.

"Das Wasser hat die vorgeschriebene Qualität", so Werneuchens Bürgermeister Burkhard Horn. Es habe deshalb noch keinen Handlungsbedarf gegeben. "Wenn die Notwendigkeit besteht, müssen wir investieren", so der Verwaltungschef.

Ortsvorsteher Erhard Siedler sprach von einem "Politikum", bekannte dann aber, dass die Krummenseer ganz zufrieden sein können. "Wir haben eine gute Versorgung zu günstigen Preisen".

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