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Die Gemeinde Höhenland versucht seit 20 Jahren, einen Radweg zu bauen

Ein langgehegter Traum

Trafen sich im Gutspark: Der Landtagsabgeordnete der Linken, Marco Büchel, gemeinsam mit der Bürgermeisterin von Höhenland, Helga Kowatzky, und Rüdiger Hauptmann (r.), Steinbecks Ortsvorsteher.
Trafen sich im Gutspark: Der Landtagsabgeordnete der Linken, Marco Büchel, gemeinsam mit der Bürgermeisterin von Höhenland, Helga Kowatzky, und Rüdiger Hauptmann (r.), Steinbecks Ortsvorsteher. © Foto: Cornelia Hendrich
Cornelia Hendrich / 03.09.2014, 08:01 Uhr
Höhenland (MOZ) Der Bau neuer Radwege ist für die Gemeinde Höhenland eines der wichtigste Themen der nächsten Jahre. Das sagte die Bürgermeisterin im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Marco Büchel.

Denn diese Radwege bieten die Möglichkeit, dass mehr Touristen in die Region und auch auf entferntere Dörfer kommen, meint Helga Kowatzky. Marco Büchel, Landtagsabgeordneter der Linken, war in der vergangenene Woche zu einem Gespräch nach Höhenland gekommen, um zu sehen, ob er Fragen oder Bitten mit nach Potsdam nehmen kann.

Im Amt Falkenberg-Höhe ist in diesem Jahr der Radweg zwischen Heckelberg und Brunow neu entstanden. "Diesen Radweg nutzen wirklich viele Menschen", sagte Helga Kowatzky, die Bürgermeisterin von Höhenland. Auf dem Weg sehe sie immer jemanden, nicht nur Radfahrer, sondern auch Skater. "Der Radweg ist sehr wichtig", sagte sie, obwohl ihre Gemeinde Höhenland davon nicht direkt profitiert, denn der Weg liegt in der Gemeinde Heckelberg.

Die Strecke war als Gemeinschaftsprojekt der vier Gemeinden des Amtes Falkenberg-Höhe entstanden. Die gerade einmal 1,8 Kilometer kosteten 150 000 Euro.

Das ist viel Geld. Deshalb ist Helga Kowatzky auch vorsichtig. Ihr großer Wunsch wäre es, auch in der Gemeinde Höhenland neue Radwege zu schaffen. Nicht nur für die Touristen, auch für die Bürger.

Denn wer zum Beispiel mit dem Fahrrad von Leuenberg nach Steinbeck, den zwei Ortsteilen Höhenlands, fahren möchte, braucht starke Nerven. Denn er muss an der schmalen, vielbefahrenen B 158 entlang. Das tut sich kaum jemand an. Und so versuchen die Höhenländer seit Jahren, neben der Bundesstraße einen Radweg zu bauen. Für die Straße ist der Bund zuständig, doch der hat kein Interesse an einem Radweg. Die Gemeinde müsste sich schon alleine kümmern.

Das tut sie, indem sie seit einigen Jahren versucht, die Grundstücke, auf denen der Radweg einmal entlang führen sollte, aufzukaufen. Dafür stellt die Gemeinde auch Mittel in den Haushalt ein, doch das ist ein langwieriger Prozess, so Kowatzky. "Wir verhandeln noch immer mit Grundstückseigentümern. Es ist nicht einfach", sagt sie. Und das schon seit mehreren Jahren.

Zudem stelle sich die Frage, was dann? Denn ein Radwegbau sei so teuer, dass die Gemeinde ihn kaum alleine bezahlen könnte. "Was habe ich gehört, ein Kilometer für 150 000  Euro?". Da schüttelt sie den Kopf. Sie wisse noch nicht, wie sie das hinkriegen. "Wir sind nun schon seit 23 Jahren dabei, und mühen uns weiter."

Der Radweg soll einmal von Leuenberg aus auf der rechten Seite neben der B 158 verlaufen. Der Landtagsabgeordnete Marco Büchel (Die Linke) kennt das Problem und findet die Idee von mehr Radwegen richtig. Es sei wichtig, ein reizvolles touristisches Netz an Radwegen zu bieten und die vorhandenen Wege miteinander zu verknüpfen, sagte er. "Auch für die Leute, die hier leben, ist das wichtig."

Ebenso sei eine Anbindung an Freienwalde und das Radwegenetz im Barnim wichtig. Rüdiger Hauptmann, Steinbecks Ortsvorsteher, fiel bei dem Thema noch etwas anderes ein: "An der B 158 im Barnim werden die Bäume, wenn sie gefällt werden mussten, nachgepflanzt. Das passiert bei uns nicht", sagte er. "Warum klappt es da und bei uns nicht?" Er befürchtet, dass die für die Region so typischen Alleen nach und nach verschwinden. "Irgendwann verliert die B 158 den Status als Allee." Er wisse natürlich um die Diskussion der Verkehrstoten, sagt er. Aber jetzt ständen an der Bundesstraße schon kaum noch Bäume.

Marco Büchel versprach, das Thema mitzunehmen. "Nach unserer Konzeption sollten die Bäume eins zu eins erneuert werden", sagte er. Er wisse aber auch, dass dies nicht immer überall geschehe.

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Benno Koch 03.09.2014 - 13:01:43

Höhenland braucht eine Beratung

Die Aussage, der Bund hätte kein Interesse an einem Radweg an der B158 ist falsch. Das Problem liegt in Brandenburg. Der Landkreis kann Vorschläge machen und das Land ist dann Baulastträger. Märkisch-Oderland hat ein großes Problem mit einem weißen Fleck für den Fahrradtourismus zwischen Strausberg und Bad Freienwalde. Das scheint an vielen Beteiligten zu liegen. Die meisten anderen Regionen Brandenburgs haben irgendwann einmal angefangen ein umsetzbares Konzept zu machen. Märkisch-Oderland scheint lieber riesige kreuzungsfreie Ortsumgehungen für wenige hundert Kfz zu bauen. Was den Radweg Brunow-Heckelberg betrifft, kann ich die Einschätzung der Gemeinden in Bezug auf den Fahrradtourismus nicht nachvollziehen. Dass der Radweg an einer Landesstraße nicht durch das Land, sondern durch die Gemeinden finanziert worden ist, spricht Bände für die Zustände im Land Brandenburg. Das Hauptproblem ist aber, dass man Radwege wie der neue in Heckelberg-Brunow heute so nicht mehr baut: Der Zweirichtungs-Radweg hat Untermaß, der Unterbau sah beim Bau fragil und ohne Wurzelschutz aus, die Oberfläche ist kein professioneller Asphalt in Straßenqualität. Außerdem läuft dieser Radweg an einer vergleichsweise gering befahrenen Landesstraße entlang. Touristisch interessant sind jedoch auch an wenig befahrenen Landstraßen nicht straßenbegleitende Radwege. Was Sinn machen würde, wäre eine asphaltierte Fahrradstraße von Brunow durch den Wald nach Freudenberg - auch ein "offizieller" Radweg, der aktuell im Schlamm versinkt. Und dann macht ein Netz nur Sinn, wenn dies einen richtigen Anfang und ein richtiges Ende hat: Also von der Berliner Stadtgrenze zur Oder. Und besser noch mit sinnvollen Vernetzungen in Westpolen.

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