Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bürgermeister erteilt Gatow Absage für den 2012 versprochenen Neubau der Feuerwehr

Wortbruch nach der Wahl

Feuerwehr 2014: In keinem anderen Ortsteil muss die Wehr ihre Einsatzbereitschaft unter solchen Bedingungen aufrecht erhalten.
Feuerwehr 2014: In keinem anderen Ortsteil muss die Wehr ihre Einsatzbereitschaft unter solchen Bedingungen aufrecht erhalten. © Foto: Feuerwehr
Michael Dietrich / 25.09.2014, 06:45 Uhr
Gatow (MOZ) Der Neubau der Feuerwehr ist vorerst vom Tisch. Das Versprechen von 2012 könne er nicht einhalten, erklärte Bürgermeister Jürgen Polzehl jetzt den enttäuschten Feuerwehrleuten in Gatow. Er wolle sich weiter um Fördermittel bemühen. Das aber glauben ihm die Gatower nicht mehr.

"Wir werden seit 1996 hingehalten. Dann das klare Versprechen für den Neubau 2015. Ich kann verstehen, dass jetzt viele Kameraden einfach hinschmeißen wollen", fasst Ortswehrführer Marco Behm die Stimmung zusammen. Vorige Woche besuchte der Bürgermeister die Gatower, erklärte ihnen, dass die Stadt leider kein Geld habe und deshalb den Neubau wieder aus dem Haushaltsplan für 2015 streichen muss.

Dabei klang alles so hoffnungsvoll. Unter Marco Behm und anderen Aktiven konnte sich die 1996 faktisch am Boden liegende Wehr wieder zu einer schlagkräftigen Truppe entwickeln. Kein anderer Ort hat eine so aktive Jugendwehr mit 16 Kindern, auch der Ausbildungsstand der 15 Aktiven ist vorbildlich. "Wir können nicht glauben, dass die Stadt auf so engagierten Nachwuchs ehrenamtlicher Feuerwehrleute verzichten kann", schüttelt Jugendwart Nico Voßberg den Kopf.

Polzehl bot den Gatowern wie Sauerbier an, doch nach Vierraden zu gehen oder Schulungen ins Gemeindehaus zu verlegen. "Keiner andere Feuerwehr wird so etwas zugemutet", wehrt sich Vossberg. Klar wollen die Gatower sich in Gatow für die Feuerwehr engagieren, nicht in Vierraden.

Der Stützbalken mitten im Schulungsraum der Wehr wurde - anders als vom Bürgermeister versprochen - nicht versetzt, so dass wieder Lehrvideos gezeigt werden könnten. Die Dachrinne wurde - anders als vom Bürgermeister versprochen - nicht repariert. Inzwischen ist noch die Beleuchtung in der Fahrzeughalle ausgefallen. Von außen gleicht die Feuerwehr mehr einer LPG-Ruine, als einem Gerätehaus.

"Ich setze mich für einen Neubau oder Ausbau des Depots ein und werde den Stadtverordneten den Vorschlag unterbreiten, 2015 oder 2016 die dafür notwendige Investition in den Haushalt einzustellen" sagte Jürgen Polzehl 2012, um die öffentliche Aufregung um die Gatower Wehr zu beruhigen. Das war vor seiner Wiederwahl 2013. Heute spricht Polzehl davon, dass Schwedt eine Atempause brauche, ein Jahr Luft holen müsse, bis es vielleicht wieder Fördermittel gibt.

2015, heißt es, muss die Stadt wahrscheinlich erneut ihren Zuschuss für die Ubs. erhöhen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
FF Gatow 28.09.2014 - 17:39:23

FF Gatow

Diejenigen die der Meinung sind das wir kein neues Gerätehaus benötigen, können gern am 02.10 um 19:30Uhr zum Dienst kommen und vor den Kameraden ihre Sicht der Dinge erläutern

totti 26.09.2014 - 13:57:24

Hallo B.K.

Welche 10. Mio Rücklagen? Die sind doch schon längst verplant oder verbraucht. Schaut euch doch mal die aktuellen Haushaltsbeschlüsse an, bevor ihr so einen Schwachsinn schreibt.

Gatower 26.09.2014 - 13:30:44

Feuerwehr

Das Geld kann man auch sinnvoller einsetzen, als für Herr Behm ein neues Haus zu bauen!!!

B.K. 26.09.2014 - 10:10:07

Gatower FFW

Bei etwa 10 Mil. EURO Rücklagen sind doch die ca.300000 EURO für ein Gerätehaus machbar!

Florian 25.09.2014 - 21:08:07

Stark bleiben, Kameraden!

Obwohl die Feuerwehren in Deutschland ein sehr hohes Ansehen haben, scheint es in Schwedt/Oder nicht so zu sein. Andererseits zeigt es auch wie wenig unser Stadtoberhaupt über die Frauen und Männer weiß, die freiwillig und ohne Bezahlung Dienst am Nächsten leisten. Dies ist kein “nettes Hobby“ von Leuten, die gerne mit Blaulicht durch die Straßen fahren und Feuer löschen! Nein, es ist eine der Säulen, wenn nicht gar die Säule des deutschen Notfall- und Katastrophensystems, die uns Bürgern einen Sicherheitsstandard gibt, der zu den besten weltweit gehört. Es ist sehr traurig, wenn der Bürgermeister dieser Stadt den Mangel dieser tollen Truppe für seinen Wahlkampf nutzt und danach „Die Retter in der Not im Regen stehen lässt!“. „Solche Politiker brauchen wir in unserem Land, um das Ehrenamt zu stärken!“ Da bauen die Kammeraden eine funktionierende, ehrenamtliche Truppe auf und schaffen es, Kinder und Jugendliche für die Werte der Feuerwehr wie Kameradschaft, Hilfsbreitschaft und ehrenamtlichen Dienst für die Sicherheit der Mitbürger zu begeistern! Als Dank für ihre Bemühungen werden diese Kameraden nur an der Nase herum geführt. Danke, Herr Bürgermeister! Wie wäre es mit einem Stadtoberhaupt, welches für die Truppe in Potsdam und bei ortsansässigen Firmen Klinken putzen geht? Es fehlt hier an Engagement! Wo liegen in Schwedt die Schwerpunkte? Es sieht so aus als setzen unsere Stadtoberen mehr auf Prunkbauten und Gigantismus als auf die Grundwerte unserer Gesellschaft wie Bürgerengagement!

eine empörte Bürgerin 25.09.2014 - 15:56:08

das ist doch ein Fall für das Fernsehen

Das müste doch mal im Fehrnsehn ausgestrahlt werden. Wo kommen wir denn da hin? Mit dem Fahrrad nach Polen oder durch ne Glasröhre zum Bürgermeister. Na wer es braucht. Ein schöner Schein. Aber was wenn das nächste Hochwasser kommt, der Wald oder das Haus brennt? Was zeigen wir diesen Kindern ? Eure Leistung ist toll, wenn es in der Zeitung benannt wird aber erwarten braucht ihr da nichts für. Wenn genau diese Kinder später so darüber denken, in die Stadt und Rentenkassen einzuzahlen. Wer finanziert dann diese Geschichten? Ist es nicht an uns ,klare Zeichen zu setzen, dass Ehrenamt wieder zu ehren und beim notwendigsten anzufangen? Ich ziehe meinen Hut vor den Kameraden und den Kindern, die durch unermüdliches Aragemo, uns zeigen, das eine Stadt beim kleinen Bürger anfängt.Gebt nicht auf, bitte. Ein jeder Mann weiß euch zu schätzen, manchmal erst in der Not aber das wache Auge stehts. Ich zahle Steuern und frage mich, ob Prunkbauten sein müssen, wenn in einer Gemeinde die Not so groß ist? Ohne Kampf kein Sieg. Ich drück die Daumen, dass man euch nicht erst schätzen lernt, wenn es zu spät ist.

Klaus Dietl 25.09.2014 - 14:08:54

Herr Polzehl ist ein gebrochenes Wahlversprechen!

War ja klar. Kaum ist die Wahl vorbei, werden die Karten auf den Tisch gelegt. Jetzt hat man ja erstmal nichts zu befürchten und bis zur nächsten Wahl hat man das sicher wieder vergessen. Es werden noch einige Hammer kommen, die wir als Wähler zu verkraften haben. Für mich bedeutet dieses gebrochene Versprechen, dass ich zu keiner Wahl mehr gehe. Herzlichen Glückwunsch dazu Herr Polzehl. Die verlogene Moral der Politiker ist nur noch zum heulen. Aber wir müssen das verstehen. Sicher wird das Gehalt vom Intendanten Simon etwas erhöht werden müssen, damit er uns erhalten bleibt. da müssen halt schon so unwichtige Institutionen wie die Feuerwehr in Gatow Verständnis haben.

bürger 25.09.2014 - 12:21:19

war ja klar

Trau’ keinem Politiker, den Du nicht selbst gekauft hast!

Florian U. 25.09.2014 - 10:22:54

wer kommt denn in Zukunft wenn es brennt?????

Es ist einfach nur traurig und erbärmlich. Die Männer und Frauen, würden jederzeit ihr Leben aufs Spiel setzen, um ihre Stadt und deren Bewohner vor Schaden zu bewahren und als Dank, nur leere Versprechen und trotzdem, das die Kammaraden immer nur enttäuscht wurden, leisten Sie so tolle Arbeit, wie sonst hat es die Jugendfeuerwehr Gatow, zu den diesjährigen Landesmeisterschaften geschafft? Trotz der schlechten Nachricht, ein Tag vor Abreise, haben die Betreuer, sich nichts anmerken lassen und die Kinder motiviert, ihr bestes zu geben, für ihre Stadt, für ihre Feuerwehr, in der sie im Winter frieren müssen, wenn keiner die Heizung anstellt. Naja, da kann man nur hoffen, das die Moral der Feuerwehr höher liegt, als die der Politik.

noch ein Bürger dieser Stadt 25.09.2014 - 07:45:04

zumThema

Dem kann man sich nur anschließen. Die ehrenamtliche Arbeit wird in vielen Worten gelobt und angepriesen, aber wenns um Unterstützung geht, dann siehts immer mau aus.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG