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Auf den Geschmack gekommen

Sie genießen die Idylle: Anwohner, Verwaltungsmitarbeiter, Temnitztaler Gemeindevertreter, Planer und Vertreter der Baufirma trafen sich am Mittwoch zur Abnahme des renaturierten Altarms der Temnitz in Garz.
Sie genießen die Idylle: Anwohner, Verwaltungsmitarbeiter, Temnitztaler Gemeindevertreter, Planer und Vertreter der Baufirma trafen sich am Mittwoch zur Abnahme des renaturierten Altarms der Temnitz in Garz. © Foto: MZV/Melzer-Voigt
Judith Melzer-Voigt / 03.10.2014, 16:45 Uhr
Katerbow/Garz (MZV) Am Anfang war es nur die fixe Idee eines Bauamtsleiters, mittlerweile hat sich das Renaturieren von Teichen im Amt Temnitz zum Trend entwickelt. Mehr als zehn solcher versandeten Wasserstellen wurden bereits wiederbelebt - am Donnerstag waren jene in Katerbow und Garz an der Reihe.

"Als Hartmut Pieper vor zwei, drei Jahren mit dem Einfall kam, wollte ich nicht glauben, dass es funktionieren kann", gab Amtsdirektorin Susanne Dorn zu. Doch sie wurde eines Besseren belehrt - ebenso wie viele Gemeindevertreter, die den Projekten skeptisch gegenüber standen. Das einzige, was sie anfangs dazu brachte, die Teiche renaturieren zu lassen, war der Fakt, dass es die Kommune nichts kostet: Die Aktionen werden zu 100 Prozent aus Fördermitteln finanziert. Doch mit den Jahren kam auch ein gewisser Stolz dazu, aus öden, versandten und verwucherten Flächen wieder eine schöne Naturlandschaft machen zu können.

Die letzten beiden Projekte für das Jahr 2014 sind erst vor Kurzem fertig geworden: der ehemalige Mühlenteich zwischen Katerbow und Netzeband sowie der Altarm der Temnitz in Garz. In Katerbow gab es während der Arbeiten einige Überraschungen. Archäologische Funde, die über 8 000 Jahre alt sind, wurden entdeckt (RA berichtete). Darunter war auch ein alter Mühlenstein, der laut Bauamtsleiter Pieper erst einmal sicher verwahrt wird und einen schönen Platz in der Gemeinde Temnitzquell bekommen soll. Planer Hermann Wiesing hat aber besonders ein Zunderschwamm beeindruckt. "So einen hatte auch Ötzi in der Tasche, als man ihn gefunden hat - zum Feuermachen", erklärte er.

Insgesamt 2 500 Kubikmeter Erde haben die Mitarbeiter der Firma Baulogistik Lück nahe Katerbow ausgehoben. In Garz waren es ebenso viele, auch wenn der dort entstandene Teich anders und größer aussieht. Es handelt sich um einen 120 Meter langen Altarm der Temnitz, der laut Temnitztals Bürgermeister Thomas Voigt in den 1970er-Jahren abgehängt wurde. Als dann auch noch ein Graben durch die Wasserstelle gezogen wurde, versandte sie irgendwann vollständig. Nun bietet sich Betrachtern wieder ein idyllisches Bild.

Der Garzer Teich könnte laut Hermann Wiesing eine Tiefe von zwei bis zweieinhalb Metern erreichen. Gespeist wird er durch Schichtenwasser und ein Grabensystem. Und auch der Wasserstand in Katerbow wird noch ansteigen. Wiesing rechnet damit, dass das im Winter geschehen wird, wenn sich Schmelzwasser sammelt.

Rund 75 000 Euro sind in die Renaturierung in Garz geflossen und auch in Katerbow waren es über 70 000 Euro. Initiator Hartmut Pieper zeigte sich am Mittwoch durchaus zufrieden mit dem Erreichten. Er nahm erst einmal auf einem Campingstuhl am Garzer Altarm Platz und genoss die Aussicht. Ist das Projekt Renaturierung im Amt Temnitz damit beendet? "Nein, es gäbe durchaus noch etwas zu tun", sagte Pieper. An Ideen mangelt es ihm nicht - und mittlerweile hat er ja auch Verwaltung und Gemeinde auf seiner Seite.

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