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Heiteres Instrumenten-Allerlei

Clara Bergmann / 12.10.2014, 18:51 Uhr
Köpernitz (MZV) Weiße Mäuse fliegen durch den Raum, ein buntes Papierrollenvibrafon und eine singende Säge sorgen für die musikalische Untermalung. Am Samstagabend war die Gruppe Liederjan im Kulturgutshaus Köpernitz mit einem bunten, unterhaltsamen Programm zu Gast.

Ein gefüllter Saal begrüßte die aus Norddeutschland stammende Gruppe. Michael Lempelius, Jörg Ermisch und Hanne Balzer hatten allerlei verschiedene Instrumente und witzige Anekdoten zu ihren Stücken mitgebracht. Mit 33,3 Instrumenten und Kabarett waren sie ins Köpernitzer Kulturgutshaus gekommen. "Nicht, dass sie dann mit zwei Lastwagen ankommen", hatte sich Bernd Donner vom Vorstand des Hauses zuvor Sorgen gemacht.

Bereits 1968 war die Gruppe, damals "Tramps and Hawkers", entstanden. Im Lauf der Jahre änderten sich die Besetzungen und der Name und die Band wurde in ganz Deutschland bekannt. Heute spielen sie immer noch Folkmusik und singen Satiretexte. So besangen die Musiker auch in Köpernitz die "Gedanken sind frei, Teil 3", als Hymne für die NSA. Aus den Reihen ertönte Gelächter. "Schon seit den 70ern ist Liederjan gegen die Bespitzelung", erklärte Hanne Balzer.

Mit allerlei heiteren Texten nahmen sich die Musiker auch immer wieder selbst auf die Schippe. "Sogar die FDP hätt sie genommen, aber wir lassense nicht verkommen", heißt es in einem Loblied auf die Gruppe. "Die Norddeutschen gelten als die Spanier Deutschlands", kündigt Hanne Balzer das nächste Lied an. "Das ist Stepp mit Gummistiefeln, das klappert nicht, das quietscht.", wird in breitem Holsteiner Dialekt angekündigt.

Die Musiker dichten und schreiben eigene Musik. Immer wieder bedienen sie sich dabei aber auch bei bekannten Volkslieder und deutschen Autoren. In einem Volksliedpotpourri singt jeder Musiker seine drei deutschen Lieblingsvolkslieder, jedoch alle gleichzeitig. Da kommt eine lustige Mischung zustande, die erstaunlicherweise gut zusammen passt. Auch Texte von Wilhelm Busch haben sie in ihrem Programm. Sie hätten ihn extra gefragt: "Wilhelm bist du einverstanden? Keine Antwort ist auch eine Antwort", war schließlich ihr Resümee. Da gab es dann das "Lied eines versimpelten Junggesellen" zu hören. Lieder auf das Leben und die Liebe wurden gesungen und die Stimmung in dem gemütlichen Gutshaus war locker und heiter. Das Publikum war aktiv mit dabei. Da wurde laut "Fiderallala" mitgesungen und ein enttäuschtes "Oh" ertönt, als schließlich das letzte Stück angesagt wurde.

Er selbst habe selbst gemachte Instrumente, erzählt der Besucher Hans-Peter Laubenthal. "Ich bin froh, Leute zu erleben, die handgemachte Instrumente auch wirklich spielen können." Auch seine Frau Ulrike war von der schönen Musik und den vielen tollen Instrumenten begeistert. "Es war sehr anregend und hat mich bewegt."

Extra aus Stade angereist waren Jan und Juliane Schaldach. "Wir sind begeistert. Es ist so eine gemütliche und familiäre Atmosphäre." Zum Schluss gab es noch "kalte Platten" und "heiße Scheiben" zu erstehen.

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