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Gaumenschmaus vorm Gemeindehaus

Wildschweinessen Hakenberg
Wildschweinessen Hakenberg © Foto: MZV
RA / 26.10.2014, 21:00 Uhr
Hakenberg (MZV) Es war heiß und dampfte, die Brille von Andy Ganschow war ständig beschlagen, als er das in Grillfolie gebratene Wildschwein zerteilte. Das Tier hatte ein Jachtpächter den Hakenbergern am Sonnabend zum traditionellen Wildschweinessen spendiert. Dazu hatten der Ortsbeirat sowie der Heimat- und Kulturverein des Dorfes eingeladen.

Diesmal waren die Tafeln am Gemeindehaus und nicht wie in den vergangenen Jahren am Bolzplatz aufgebaut. Wenn früher ein Wildschweinessen stattfand, gab es gleichzeitig ein Fußballspiel. Jedoch fehlen heute die Leute für den sportlichen Einsatz. "Hier ist es viel gemütlicher", war am Sonnabend zu hören. Die Besucher hatten die Wahl, draußen an den Tischen Platz zu nehmen oder in dem kuschelig warmen Raum des kleinen Gemeindehauses.

Andy Ganschow leistete beim Zerlegen des Wildschweinbratens Schwerstarbeit. Dabei trug er Schürze und blaue Gummihandschuhe. Das allein gab Anlass zu zahlreichen scherzhaften Kommentaren von Leuten in der Warteschlange. Auch Hakenbergs Ortsvorsteher Jens Schröder griff zu Spieß und scharfem Messer, denn der Andrang war groß. Nach knapp einer Stunde - gut 50 Gäste hatten schon gespeist - waren die Rippen des Wildschweins freigelegt. Für Ganschow wurde es schwerer, Fleisch in größeren Stückchen abzuschneiden. Dennoch gesellten sich immer noch Besucher zu der gemütlichen Runde. Unter ihnen war auch der Spender des Tieres, Mario Friedrichsdorf aus Linum. Er erzählte, dass ein Freund das zirka 55 Kilogramm schwere Schwein geschossen hatte. Dieser hatte ihn zur Jagd begleitet.

Langsam brach die Dunkelheit über Hakenberg herein. Kraniche und Gänse flogen in Formationen trötend und schnatternd zum Rastplatz ins Luch. Derweil gerieten die Jäger ins Fachsimpeln. Die Besucher hörten nur mit halbem Ohr zu. Hauptsache, es schmeckte.

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