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Zum Abriss freigegeben

Brian Kehnscherper / 28.10.2014, 17:38 Uhr
Kleinzerlang (MZV) Die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft (Rewoge) will die zwei Neubauten an der Canower Straße in Kleinzerlang loswerden. Das Land hat nun Fördermittel für den Abriss der Häuser sowie weiterer Objekte bewilligt. Rewoge-Geschäftsführer Stephan Greiner-Petter schließt jedoch nicht aus, dass die Häuser unter Umständen erhalten bleiben können.

Erst vor kurzem ist der Fördermittelbescheid eingegangen: Das Land bezuschusst den Abriss von insgesamt 56 Wohnungen der Rewoge mit 207000Euro. Das macht 70 Prozent der Gesamtkosten aus. Der Großteil der betroffenen Objekte steht in der Rheinsberger Siedlung "Am Stadion". 16 Wohnungen befinden sich in besagten zwei Gebäuden in Kleinzerlang. Allerdings möchte Greiner-Petter nicht absolut ausschließen, dass die Plattenbauten noch eine Zukunft haben. "Wir beginnen jetzt erst mit der wirtschaftlichen Prüfung, ob wir Kleinzerlang weiterbetreiben oder nicht", so der Rewoge-Chef.

Denkbar wäre eine Nutzung für Ferienwohnungen - allerdings nur, wenn sich ein Pächter oder Käufer findet. Dafür wären allerdings Investitionen nötig. Denn die Wohnungen werden noch mit Öfen geheizt. Eine Modernisierung würde nach Schätzung Greiner-Petters rund eine Dreiviertelmillion Euro kosten. Denn nicht nur dass Heizungsanlagen verlegt werden müssten - laut Energiesparverordnung würden dann auch Wärmedämmungen im Dach und an den Fenstern nötig. Angesichts der Tatsache, dass nur noch sechs der 16 Wohnungen in beiden Gebäuden belegt sind, eine wenig sinnvolle Investition. Zumal die Kosten für die Mieter extrem steigen würden. "Wenn wir das umlegen, steigt die Nettokaltmiete auf 15,75 Euro. Das kann sich hier kein Mensch leisten", so Greiner-Petter. Zumindest als Wohnobjekt rentieren sich die zwei Plattenbauten also nicht mehr.

Ohnehin sieht er den Bedarf an Mietunterkünften in den Dörfern sinken. "Die Leute ziehen immer mehr in die Städte. Vor allem ältere Leute wollen nicht weit zum Arzt fahren müssen. Und in Rheinsbergs Ortsteilen ist die Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz schlecht", so der Rewoge-Chef. Jüngere Menschen hingegen, die die Ruhe auf dem Land suchen, kauften sich eher Immobilien, als zur Miete zu wohnen.

Obwohl das endgültige Schicksal der zwei Neubauten in Kleinzerlang noch nicht besiegelt ist, sind die verbliebenen Mieter offenbar bereits aufgefordert worden, sich eine neue Bleibe zu suchen. Laut einem Facebook-Eintrag der Gruppe "Rheinsberg Öffentliche Orte", sollen sie bis Dezember 2015 ausziehen.

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