Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Protest ändert die Platzierungen

Stephan Ellfeldt / 16.11.2014, 21:26 Uhr
Dreetz (RA) In seiner zweiten Auflage veranstaltete der MC Dreetz in diesem Jahr den abschließenden Lauf des ADAC-Enduro-Cups. Dabei wurde in sechs Klassen gestartet. 165 Fahrer suchten die Herausforderung auf dem 8,5-Kilometer-Rundkurs.

In der letzten der sechs Wertungsklassen gab es für die Teamfahrer ihre Medaillen und Pokale. Als die Sieger Kevin Andersch und Denny Müller auf das Podest gerufen wurden, wirkten sie angespannt. Was war geschehen? Der ADAC-Cup des MC Dreetz begeisterte Zuschauer und Fahrer gleichermaßen. Als die Zielflagge nach drei Stunden geschwungen wurde, klatschten sich die Fahrer ab. Bereits auf der Strecke gab es die Durchsagen über die Zwischenstände. Jeder Fahrer meinte seine Position scheinbar zu wissen. Auch der digitale Liveticker bestätigte die Einschätzungen. Doch Organisator Nils Hanitzsch, bei ihm liefen alle Fäden zusammen, wurde von eben diesen Kevin Andersch und Denny Müller herbeigerufen. "Bereits während des Rennens gab es einen Protest von diesem Team mit der Nummer 502. Es hatte falsche Wechsel bei den Teamfahrern angemerkt", so der Organisator. Hanitzsch suchte den Dialog mit Streckenposten sowie Fahrern. "Dabei wurde mir eine Liste von zwölf Teams übergeben, bei denen es tatsächlich diese falschen Wechsel gegeben hatte." Hanitzsch hatte die Teams bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, dass zum Wechsel eine Runde in Schritttempo in der Wechselzone gehört. Die angezählten Teams verzichteten jedoch darauf und wechselten bereits direkt bei Einfahrt des Partners. "Bei manchen war es sogar ein wenig früher."

Dem Einspruch wurde demzufolge stattgegeben und das Regelwerk bemüht. "Dort steht geschrieben, dass solche Verstöße mit 200 Punkten, was zwei Runden entspricht, zu ahnden sind." Hanitzsch verzichtete auf das Ausschöpfen des gesamten Strafmaßes, weil er es für unverhältnismäßig hielt. Es wurde somit nur eine Runde abgezogen, was allerdings bei nur zehn erreichten Runden bei den Spitzenteams, zu einer erheblichen Verschiebung des Endklassements führte. Nun war es final die Nummer 502, eben Andersch und Müller, die sich durch den Protest auf den Thron beförderten. Trotz lang andauernder Diskussionen kurz nach der Entscheidung und der Neuordnung des Gesamtklassements gab es die Anerkennung auf dem Treppchen.

Das Fazit vom Organisator fiel durchweg positiv aus. "Bei den anderen acht Läufen der ADAC-Serie starten etwa 60 bis 70 Fahrer, hier mussten wir bei 150 Startplätzen Schluss machen. Es wird also sehr gut angenommen." Die letztlich 165 Teilnehmer resultierten aus dem Teamwettbewerb. Die Veranstaltung hat auch noch einen tieferen Hintergrund als nur den sportlichen. "Wir wollen einige Enduro-Fahrer etwas aus der Illegalität bekommen. Sie hier auf die Strecke holen, sodass sie nicht in Kiesgruben oder im Wald fahren müssen", sagte der im Berufsleben als Polizist arbeitende Nils Hanitzsch.

Damit die Ziele nach seinen Vorstellungen gelingen, fing er bereits zwei Monate vor Start mit der Werbung für die Veranstaltung in Foren, den Ausschreibungen, dem Abschließen der Versicherungen sowie dem Eingeben der Anmeldungen und dem Finden der Helfer an. Am Ende waren es 25 Mann, die ihm zur Seite standen plus zahlreiche spontane Helfer des MC Dreetz am Tag der Veranstaltung. Diese sorgfältige Vorbereitung führte dazu, dass sogar Fahrer aus Holland den Weg fanden beziehungsweise mit Carolin Wietig, Team-Vize-Weltmeisterin des Super-Moto, am Start war.

Ergebnisse

Klasse E1: 1. Marc-Hermann Friedrici, 2. Nico Domres, 3. Nico Schicho

Klasse E2: 1. Lukas Beyer, 2. Steven Richter, 3. Maik Schulz

Klasse E3: 1. Manuel Alex, 2. Eric Alvermann, 3. Mario Weber

Klasse Sportfahrer: 1. Nico Prinz, 2. Daniel Mörbe, 3. Sebastian Günther

Klasse Senioren: 1. Dirk Mager, 2. Holger Dettmann, 3. Dirk Plätke

Klasse Team: 1. Kevin Andersch/Denny Müller, 2. Kenneth Lorisch/Dennis Mielke, 3. Thomas Wolter/Enrico Ryl (eine Runde abgezogen wegen Wechselverstoß)

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG