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"Chorsingen ist das Schönste"

Chorleiter und Motor der Kulturstube Kerstenbruch: Christian Ulrich Baugatz. Am Donnerstag wurde das zehnjährige Bestehen gefeiert
Chorleiter und Motor der Kulturstube Kerstenbruch: Christian Ulrich Baugatz. Am Donnerstag wurde das zehnjährige Bestehen gefeiert © Foto: MOZ/Nadja Voigt
Nadja Voigt / 28.11.2014, 23:39 Uhr
Kerstenbruch (MOZ) Mit einem Rück- und einem Ausblick hat die Kulturstube Kerstenbruch am Donnerstagabend ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Ein bisschen wehmütig wurde Chorleiter Christian Ulrich Baugatz nur, als er über den Mitgliederschwund der letzten Jahre sprach.

Die Geschichte der Kulturstube beginnt, als der Geschichts- und Heimatverein Räumlichkeiten für eine Ausstellung zur Jahrfeier sucht. An der Stelle kommt der leerstehende Kirchsaal im früheren Schul- und Bethaus ins Spiel. Zum damaligen Jubiläum öffnete er seine Türen - und hat sie seither nicht wieder schließen müssen. An die bewegte Geschichte des Hauses und die damit in Zusammenhang stehende Historie der Kulturstube erinnerte Christian Ulrich Baugatz am Donnerstagabend in Kerstenbruch. Gekommen waren Sangesfreunde aus dem ganzen Oderbruch.

Baugatz, eigentlich Maler und Autor, hatte lange Jahre auch als Kantor gearbeitet. Dieser Umstand kam Hildegard Lämmer vom Geschichts- und Heimatverein zu Ohren, und sie fragte ihn, ob er nicht einen Chor leiten wollte. "Und schon damals war mir bewusst, wie viel Arbeit das machen würde", erinnert sich Baugatz an die Zeit vor zehn Jahren. Doch dann sagte er zu und investierte viel Zeit und Liebe in seine neue Tätigkeit. Über zwei Jahre seien es in Summe in den vergangenen zehn Jahren gewesen, die er der Kulturstube und dem Singekreis Kerstenbruch "geopfert" habe, lautete sein Resümee. "Das sind sehr viele ungemalte Bilder und ungeschriebene Texte." Doch er habe Verantwortung übernehmen wollen, begründet er. Denn in der Kulturstube wurde in den vergangenen Jahren nicht nur gesungen, sondern dort fanden auch Malkurse und Lesungen statt und viele Besucher nutzen die Chance, das einzige historische, noch intakte Gebäude des Ortes zu besichtigen. "Doch das gemeinsame Chorsingen ist bei weitem das Schönste, was man gemeinsam machen kann", ist Christian-Ulrich Baugatz überzeugt.

Dabei hat die Kulturstube Kerstenbruch in der Vergangenheit viel Unterstützung erfahren. "Vieles konnten wir durch Spenden finanzieren und erfreulicherweise ist das Spendenaufkommen in den letzten Jahren gestiegen", freute sich Baugatz berichten zu können. Aber auch durch Sachspenden wurde die Kulturstube unterstützt. So zum Beispiel durch Werner Stötzer, einen Ofensetzer aus Märkisch-Buchholz, der mit seiner Spende seit Jahren für einen warmen Raum sorgt, oder die Gemeinde Neulewin. Zufrieden berichtete Baugatz, dass zum Jubiläum die letzten Kantensteine vor dem Haus verlegt werden konnten, Putzarbeiten durchgeführt, die Innen- und Außentür neu angestrichen und Gardinen angebracht wurden. "Wie es sich in einer guten Stube so gehört", lachte Christian Ulrich Baugatz.

Zehn Besucher kamen am 26. November 2004 zum ersten Singekreis. "Damals hatten wir noch keinen Ofen, aber die Begeisterung erwärmte uns und die Akustik begeisterte", blickte der Chorleiter zurück. Doch auch wenn die Gruppe zwischendurch - wie beim Hymnenwettbewerb 2005 auf 28 Mitglieder - anschwoll, musste der Singekreis durch persönliche und berufliche Umstände vor allem aber durch Krankheit, einen akuten Mitgliederschwund hinnehmen. "Deshalb lade ich nun zur Liedertafel ein." An dieser Tafel und einer weiteren nahmen auch am Donnerstag die Festgäste platz - und das Liederbuch zur Hand. "Wenn ich ein Vöglein wär", "Ännchen von Tharau" oder "Am Brunnen vor dem Tore" erklangen zum Jubiläum, bevor bei Sekt, Kaffee und Tee in persönlichen Gesprächen in die Vergangenheit oder die Zukunft der Kulturstube geblickt wurde.

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