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Falkenberger Landfrauen beteiligen sich am Kochbuch mit regionalen Rezepten und Geschichten

Appetit auf das Landleben

Katrin Hartmann / 07.01.2015, 07:26 Uhr
Falkenberg (MOZ) Die Falkenberger Landfrauen können auf ihr 20-jähriges Bestehen zurückblicken. Pünktlich zur Brandenburger Landpartie im Juni wollen sie Rezepte präsentieren, die der Landfrauenverband Oder-Spree in einem regionalen Kochbuch zusammenfassen wird.

Bei dem Wort Landfrau denken viele zunächst an Damen mit Schürzen um den Bauch und Gummistiefeln an den Füßen. Die Landfrauen in Oder-Spree wehren sich gegen solche Klischees: "Die typische Landfrau gibt es nicht. Oft wird sie mit einer Bäuerin verwechselt. Dabei haben die Frauen, die sich bei uns betätigen unterschiedliche Tätigkeiten - zum Beispiel Lehrerin oder wissenschaftliche Mitarbeiterin", sagt Ellen Rußig, Vorsitzende des Landfrauenvereins Oder-Spree. Was die Frauen allerdings verbindet, ist das Leben auf dem Land.

Im Landkreis Oder-Spree verteilen sich insgesamt 90 Frauen auf fünf Ortsgruppen des Verbandes. Die Falkenberger Ortsgruppe ist eine davon. Landfrau der ersten Stunde ist die 73-jährige Anneliese Frömming. Sie leitet die Ortsgruppe. Ans Aufhören hat sie während ihrer langen aktiven Zeit nie gedacht. Im vergangenen Jahr feierten die 21 Mitglieder in dem Ort ihr 20-jähriges Jubiläum. "Das ist gemessen an der Einwohnerzahl von etwa 160 Personen in Falkenberg eine ordentliche Summe", sagt Anneliese Frömming. Wir hatten zwar auch mehrere altersbedingte Abgänge, aber wenn jemand in den Ort gezogen ist, haben wir die Frauen meistens dazu bewegen können, bei uns mitzumachen", fügt sie hinzu.

Die Mitgliederzahl der Falkenberger Ortsgruppe ist seit der Gründung im Jahr 1994 stabil geblieben. Etwa 20 Frauen beteiligten sich in den Jahren an den Aktivitäten der Ortsgruppe - etwa dem Vorbereiten der Kartoffelstrecke zur 750-Jahr-Feier in Beeskow. Jährlich bereiten die Frauen unter anderem den Bauernmarkt in Beeskow mit vor. "Das sind zwei Tage, für die wir Kuchen backen. Wir versuchen möglichst viele Frauen im Dorf zu animieren dabei zu helfen", sagt Anneliese Frömming. Da die Arbeit ehrenamtlich ist, ist es wichtig, dass die Motivation von selbst kommt, weiß Ellen Rußig. "Überreden ist schwierig. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es besser ist, wenn die Frauen selbst Lust haben, Projekte ins Leben rufen oder zu organisieren." Das Alter der Landfrauen in Oder-Spree reicht von 20 bis 85 Jahren. "Es gibt zwar mehr ältere Frauen, aber dieser Überhang muss relativiert werden. Immerhin ist die demografische Struktur im ländlichen Gebiet so, dass der Altersdurchschnitt allgemein höher ist", sagt die Vorsitzende. Von Nachwuchsproblemen will sie deshalb nicht sprechen. "Unser Anliegen im Verband ist es, Frauen den ländlichen Raum als Entwicklungsperspektive, entweder als Wohnstandort oder als Arbeitgeber zu vermitteln", sagt Ellen Rußig. Voraussetzungen zum Mitmachen gibt es nicht. "Die Frauen, die sich beteiligen möchten, sollten lediglich Eigeninitiative mitbringen und sich integrieren können."

"Bei uns ist die jüngste Landfrau 40 Jahre alt, unsere älteste ist 83", sagt Anneliese Frömming. So richtig trennen lassen sich die Aktivitäten der Landfrauen von den Aktivitäten der anderen Vereine im Dorf nicht. "Es gibt viele, die überall mithelfen. Ich bin beispielsweise im Dorfclub, bei der Feuerwehr und bei den Landfrauen", sagt Andrea Frömming, Schwiegertochter von Anneliese Frömming.

Am 18. Dezember des vergangenen Jahres wurde der Vorstand bestätigt: Ellen Rußig als Vorsitzende sowie die Vorstandsmitglieder Rosemarie Rischkau aus Görzig, Barbara Groß aus Ranzig, Doris Fiedler aus Kummersdorf und Anneliese Frömming aus Falkenberg.

Für 2015 könnte sich Anneliese Frömming mal wieder einen Ausflug weiter weg vorstellen. Vor der Jahrtausendwende war die Ortsgruppe mehrmals zu Gast in Polen. "Irgendwie ist das aber eingeschlafen." Im vergangenen Jahr fuhr die Gruppe nach Potsdam, um sich den Brandenburger Landtag anzugucken. In zwei Alben hat Anneliese Frömming Urkunden, Fotos und Berichte festgehalten, unter anderem vom Bauernmarkt und einer Nachtwächterwanderung in Beeskow sowie von der Brandenburger Landpartie.

2014 war für die Falkenberger Landfrauen ein ganz besonderes Jahr. Denn es gelang ihnen, die mehrere Jahre dauernde Gewinnserie der Ranziger Landfrauen zu beenden: Die Falkenberger Erntekrone wurde zur prächtigsten im Kreis Oder-Spree gekürt.

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