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Entwicklungs- und Nutzungskonzept für Gutspark Hirschfelde vorgelegt / Kulturelle Angebote geplant

Krimis in lauschiger Sommernacht

Die Anlage in Hirschfelde soll nach den Vorstellungen eines Planungsbüros aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden.
Die Anlage in Hirschfelde soll nach den Vorstellungen eines Planungsbüros aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 13.01.2015, 22:00 Uhr
Hirschfelde (MOZ) Mit "Ideen für die Zukunft" soll der Gutspark Hirschfelde entwickelt werden. Ein Konzept stellte die Trias Planungsgruppe kürzlich der Öffentlichkeit vor.

Im Barnim gibt es viele Guts- und Parkanlagen, oft sind die Eigentumsverhältnisse ungeklärt, manche Herrenhäuser sanierungsbedürftig. In einem Gemeinschaftsprojekt hatten sich der Regionalpark Barnimer Feldmark, die Stadt Werneuchen, die Gemeinde Ahrensfelde und das polnische Ustronie Morskie nun mit diesen Zeugnissen der Vergangenheit befasst. Dabei entstand auch ein Entwicklungskonzept für die Parkanlage in Hirschfelde. "Mit dem Projekt wollen wir nach vorne schauen", sagte Sibylle Lösch vom Regionalpark bei der Präsentation. Eine Wiederherstellung "wie in alten Zeiten" werde es daher nicht geben. Vielmehr seien Ideen für die Zukunft gefragt, so Lösch.

Diese lieferte die Trias Planungsgruppe aus Glienicke/Nordbahn. Mitarbeiterin Ella Hölzer hatte zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme gemacht, sich mit der Infrastruktur, den Eigentumsverhältnissen, den kulturellen Besonderheiten sowie der Fauna und Flora beschäftigt. "Ein Luftbild von 1957 zeigt, dass es im Park zahlreiche Wege gab", so die Geographin. Heute seien sie oft nicht mehr vorhanden. Dafür gebe es aber andere Relikte aus der Vergangenheit, etwa die alte Gutshofmauer, das Teehäuschen oder der Marmorbrunnen, hob Hölzer hervor.

Eduard Arnhold hatte 1904 das Rittergut erworben und den Park später auf 22 Hektar vergrößern lassen. Der Kunst- und Literaturliebhaber stellte zudem zahlreiche Skulpturen in der Landschaft auf. "Die heutigen Rahmenbedingungen und Erwartungen sind andere als im 20. Jahrhundert", sagte Hölzer. Es mache daher wenig Sinn, die Anlage nach historischem Vorbild zu rekonstruieren.

Die drei Säulen des "Zukunftsweisenden Konzeptes für einen geschichtsträchtigen Park", so der Titel, sind Gestaltung, Kultur und Soziales. So plädiert die Planerin beispielsweise dafür, den historischen Rundweg wiederherzustellen. Von ihm aus sollen Besucher den Blick in den Park genießen können. Erforderlich seien darüber hinaus regelmäßige Schnitt- und Pflegemaßnahmen, weitere Nachpflanzungen sowie freie Sichtachsen. Am Haupteingang ist ein Tor vorgesehen, die Feldsteinmauer müsste instandgesetzt und im weiteren Verlauf als Hecke gestaltet werden. "Wir schlagen auch vor, das Teehaus neu zu errichten", so Ella Hölzer. Transportable Möbel könnten für Veranstaltungen genutzt werden. Das Naturtheater sollte dagegen "so angenommen werden wie es ist". Skulpturen sind für die Planerin ein wichtiger Bestandteil der Anlage. In diesem Zusammenhang regte sie an, eine Künstlerwettbewerb auszuloben oder auch ein deutsch-polnisches Bildhauersymposium durchzuführen.

Im kulturellen Bereich schlägt die Planungsgruppe temporäre und themenbezogene Ausstellungen vor. Auch Führungen, angeboten von ortskundigen Hirschfeldern, zu Geschichte sowie Flora und Fauna, kann sich Ella Hölzer vorstellen. "Kleine, aber feine" Schauspiel- und Musikveranstaltungen seien ebenso möglich wie Filmvorführungen und Lesungen.

Unter dem Stichwort "Soziales" sind im Entwicklungskonzept unter anderem Workshops, ein jährliches Parkfest, eine Lagerfeuerstelle für die Hirschfelder als Treffpunkt sowie Baumpatenschaften für Naturdenkmale zu finden.

In der Rahmenplanung sind darüber hinaus eine Homepage und eine Smartphone-App, eine Radweganbindung ab Werneuchen, Parkplätze und Toiletten sowie eine Beleuchtung vorgesehen. "Wichtig ist auch noch der Flächenerwerb", so die Geographin. Drei Flurstücke, vor allem im Bereich des Teehäuschens, seien noch im Privatbesitz. Als zentrale Anlaufstelle, Koordinator und Ansprechpartner könnte ein Förderverein fungieren.

"Wir wollen nicht Unmengen an Berlinern anlocken", stellte Sybille Lösch klar. Der Park, das Gutshaus bleibt außen vor, solle ein "Naherholungsgebiet für die Region" sein.

Der Leiter des Regionalparks Barnimer Feldmark, Torsten Jeran, sprach von einem "ersten Impuls". Nun komme es darauf an, die einzelnen Ideen auf ihre Machbarkeit abzuklopfen. Dabei müsse sich auch die Stadt Werneuchen positionieren. Als gutes Beispiel nannte Jeran den Lenné-Park in Blumberg. Dort sei es gelungen, den erreichten Pflegezustand zu erhalten. Der Regionalparkchef erinnerte an die neue Förderperiode und appellierte an alle, die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung zu nutzen. "Was wir in den kommenden fünf Jahren nicht schaffen, werden wir auch danach nicht erreichen", betonte Jeran.

Eine schlechte Nachricht hat das Konzept übrigens für die Fußballer. Der Sportplatz liege nicht optimal, hieß es. Langfristig müsste nach einem Alternativ-Standort gesucht werden.

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