Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Siegbert Prahl gibt Zepter ab

Die Ausgezeichneten (von links): Cartsen Pittack, Kevin Hoffmann, Axel Sobotta, Petra Knittel, Bernd Giese und Heino Beck.
Die Ausgezeichneten (von links): Cartsen Pittack, Kevin Hoffmann, Axel Sobotta, Petra Knittel, Bernd Giese und Heino Beck. © Foto: MZV
Marco Winkler / 19.01.2015, 22:21 Uhr
Kurtschlag (MOZ) Noch ein Wehrführer wirft aus Altersgründen das Handtuch. Erst vorige Woche hatte Wesendorfs Löschgruppenführer Reinhard Lenz angekündigt, 2016 als Oberhaupt seiner Kameraden zurückzutreten. Jetzt zieht Kurtschlags Feuerwehrchef Siegbert Prahl nach.

Bei der Jahreshauptversammlung des Löschzuges hob sich Prahl die Nachricht bis zum Schluss auf. Doch für die Kameraden war der Rückzug keine Überraschung, sie waren natürlich eingeweiht. Seit 1989 leitet Prahl die Feuerwehrkameraden in Kurtschlag. "Jetzt ist es an der Zeit, an den Abschied zu denken", sagte er. "Ich werde nicht jünger", schob der 59-Jährige nach. In einem Gespräch verriet er, dass ihm - so kurz vor der Rente - die Arbeit als Wehrführer immer schwerer falle.

So langsam müssten sich die Kameraden der Löschgruppe einen Kopf machen, wie es ohne ihn weitergeht. Denn ein Nachfolger steht noch nicht fest. Gerd Leege, stellvertretender Stadtbrandmeister, klärte auf: "Grundvoraussetzungen für einen Anwärter sind der Gruppenführer- sowie der Ortswehrführerlehrgang." Kandidaten müssen sich einer Anhörung durch Stadtbrandmeister Gerd Ritter stellen, der dann eine Empfehlung an Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) ausspricht. "Der Bürgermeister gibt dann den endgültigen Segen", so Leege.

Auf der Jahreshauptversammlung gab es aber auch Erfreuliches zu berichten. So konnten alle vier Einsätze im vorigen Jahr erfolgreich gemeistert werden. Meist handelte es sich um umgestürzte Bäume. Nur am 16. September 2014 wurde es beinahe brenzlig. Eine Person alarmierte die Wehr mittels Sirene am Gerätehaus. Als die Kameraden ankamen, war die Person verschwunden. Jedoch sahen die Männer und Frauen der Wehr Qualm in der Ferne und konnten so einen größeren Wohnungsbrand verhindern. "Es ist wichtig, dass die alarmierende Person ihre Position nicht verlässt", mahnte Siegbert Prahl.

Ortsvorsteher Horst Raßmann (SPD) war bei dem Brand dabei. Er habe mit Schrecken festgestellt, wie sehr die Wehr im Ort in die Jahre gekommen ist. "Viele sind Auslaufmodelle, gehen auf die Rente zu", sagte er und regte an, sich noch mehr um die Akquirierung neuer Kameraden zu bemühen. Die vorhandenen Kameraden sollten sich ferner regelmäßiger am Dienst beteiligen. Ein Umstand, den auch Siegbert Prahl unterschreiben kann. "Einige kommen mal und mal nicht. Die Beteiligung ist oft nicht so gut."

Dennoch sind viele der Kurtschlager loyal. Oberfeuerwehrfrau Petra Knittel und Hauptfeuerwehrfrau Nadine Wesener wurden deshalb für 20 Jahre Treue ausgezeichnet. Brandmeister Bernd Giese ist seit 40 Jahren in der Wehr aktiv. Kevin Hoffmann, einer der jungen Hoffnungsträger, wurde zum Feuerwehrmann befördert.

Nachträglich für ihren Einsatz im Elbe-Hochwassergebiet bei Fischbeck 2013 erhielten Heino Beck, Carsten Pittack und Axel Sobotta die Fluthelfernadel des Landes Sachsen-Anhalt sowie gleichzeitig die Einsatzmedaille Hochwasser des Landes Brandenburg. Engagement ist also vorhanden in der kleinen Ortswehr am Rande der Schorfheide.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG