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Kitas des Europäischen Jugend- und Fürsorgewerkes hoffen auf Synergieeffekte

Verbund gegen Kinderschwund

Kerstin Unger / 22.01.2015, 06:40 Uhr
Felchow (MOZ) Durch die Gründung eines Verbundes soll die Zukunft der EJF-Kitas in Schwedt und Felchow gesichert werden. Vor allem die Kita Kirchturmspatzen in Felchow braucht mehr Kinder. Der Träger und die Gemeinde bekennen sich zu ihrem Erhalt.

Auf einer Elternversammlung in der Felchower Kita Kirchturmspatzen informierte die Regionalleiterin des Europäischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF), Sigrid Jordan-Nimsch, über die Lage der Uckermark-Kitas und über Pläne, die drei Einrichtungen auch künftig zu erhalten. "Die Zahl der Kita-Kinder ist wieder steigend. Es gibt aber teilweise Probleme, sie wunschgemäß unterzubringen, sagte Sigrid Jordan-Nimsch. Sie lobte die Arbeit des Felchower Teams unter Leitung von Birgit Schwiderski, deren Einrichtung bis zum vorigen Jahr gut ausgelastet war. Doch der Nachwuchs im eigenen Ort versiegt etwas. Derzeit werden hier 18 Kita- und zwei Hortkinder betreut bei 30 zur Verfügung stehenden Plätzen.

"Der Träger bekennt sich zur Kita. Deshalb wollen wir sie nicht schließen, sondern ausbauen", sagte die EJF-Chefin und erläuterte den Vernetzungsgedanken. Künftig soll es einen Verbund mit den beiden Schwedter EJF-Kitas geben, der Kita Oderspatzen und der Kita "Weg ins Leben". Ina Winkelmann, Leiterin der Kita Oderspatzen, wird die Einrichtungen zusammenführen und den anderen beiden Leiterinnen zeitraubende Arbeiten abnehmen. Einmal wöchentlich ist sie vor Ort und ansonsten stets per Handy für die Eltern da. "So werden die Kinder weiter gut betreut. Die Aufsicht ist gewährleistet. Einer hilft dem anderen, ohne dass es weh tut", erläuterte Sigrid Jordan-Nimsch. Personell sei ein besserer Ausgleich möglich. Und wenn mehr Personal das ist, seien auch mehr Ausflüge und Aktionstage möglich.

Dass die Gemeinde hinter der Felchower Kita steht, bewies die Anwesenheit des Bürgermeisters und von Gemeindevertretern. Jährlich kommt der Erlös des Halloweenfestes der Einrichtung zugute. Felchows Ortsvorsteher Sven Golling versicherte, dass die Kinder sich auch künftig auf Fahrten mit dem Feuerwehrauto freuen können. Die Kita bringt sich wiederum ins Gemeindeleben ein, zum Beispiel durch das Kinderschminken beim Flemsdorfer Sportfest.

Gemeinde und Träger hoffen, dass durch den Verbund die Kinderzahlen gehalten und wieder erhöht werden können. Und durch neue Ideen, die mit den Eltern diskutiert wurden. Die Vorteile einer kleinen, ländlichen Kita wie Individualität und Naturverbundenheit sollen unter anderem durch Flyer und Aufsteller an der Straße nach außen getragen werden. Erreichen will man damit zum Beispiel junge Eltern die auf dem Weg zur Arbeit zwischen Angermünde und Schwedt durch Felchow kommen.

Der ehrenamtliche Bürgermeister Manfred Schroeder erklärte, man sei in der Gemeinde Schöneberg froh, diese Kita zu haben. "Die Einrichtung in Pinnow hat sich gemausert und ist bestens ausgestattet. Aber auch die Felchower braucht sich nicht zu verstecken, allein wenn man die Außenanlagen sieht."

Sigrid Jordan-Nimsch stellte Gelder aus Spenden und Bußgeldern, die das EJF erhält, für die Ausstattung, Sanierung und Unterhaltung in Aussicht. Das seien im vorigen Jahr fast 500000 Euro an Einnahmen gewesen. "Damit kann man schon was machen. Die ländlichen Kitas müssen erhalten bleiben", meinte sie.

Auch die Schwedter Einrichtungen werden von der Kooperation profitieren. Während die Warteliste der Oderspatzen bis 2016 reicht, muss sich die Kita "Weg ins Leben" im Stadtzentrum gegen fünf andere Einrichtungen und einen Hort in direkter Nachbarschaft behaupten. Die einst 149 Plätze wurden bereits auf 120 reduziert, berichtete die Leiterin Ellen Schönherr. Insgesamt werden hier derzeit 116 Kinder betreut.

Sigrid Jordan-Nimsch dankte den Eltern für ihre Meinungen und Anregungen und hofft auch künftig auf Ideen, Wünsche und eine gute Zusammenarbeit.

Kommentare

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Svem 22.01.2015 - 12:57:48

Ich

sag jetzt nicht, woran ich beim Lesen der Überschrift gedacht habe ;)

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