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Pfarrer Dschin-u Oh betreut seit Jahresbeginn die evangelischen Christen in Coschen, Bomsdorf und Steinsdorf

Vom Trubel der Hauptstadt aufs flache Land

Neu im Dienst: Dschin-u Oh freut sich auf seine neue Aufgabe und möchte die Menschen der Gemeinde kennenlernen.
Neu im Dienst: Dschin-u Oh freut sich auf seine neue Aufgabe und möchte die Menschen der Gemeinde kennenlernen. © Foto: Jana Pozar
Jana Pozar / 23.01.2015, 06:25 Uhr
Bomsdorf/Guben (MOZ) Dschin-u Oh ist seit Jahresbeginn neuer Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Region Guben. Das bedeutet, er wird auch in Coschen, Bomsdorf und Steinsdorf die Christen betreuen. Für den 36-Jährigen aus Berlin ist es die erste eigene Pfarrstelle. Mindestens zwei Jahre will er der Gemeinde treu bleiben, wenn möglich auch länger.

Trotz des ungemütlichen Wetters fährt Dschin-u Oh gemütlich mit dem Fahrrad durch Guben - jedes Detail der Altstadt mit den Augen verschlingend. "Der Platz in der Mitte der Altstadt gefällt mir jetzt schon sehr gut. Wie schön muss es sein, wenn dort im Sommer Blumen in allen Farben blühen?", schwärmt der junge Mann. Bis dort die Farbenpracht erwacht, will sich Pfarrer Oh längst eingelebt haben in der Neißestadt und in seiner Gemeinde. Er freut sich auf die ländlichen Gemeinden. Um die Menschen dort schneller erreichen zu können, wird er sich demnächst sogar ein Auto kaufen. Dschin-u Oh ist gern in die Provinz gekommen. Bisher vermisst er nichts aus der Großstadt, sagt er. Die Ruhe fasziniert ihn bis jetzt. Und Langeweile kennt er sowieso nicht, egal ob um ihn herum Trubel, Lärm oder Ruhe und Gelassenheit herrschen.

Seine braunen Augen blitzen, wenn er mit ruhiger, warmer Stimme erzählt. Der 36-Jährige wirkt viel jünger, "das sind die Gene meines koreanischen Vaters", sagt er verschmitzt. Er ist sicher, dass er die Menschen in seiner Gemeinde erreichen wird. Ob er hier etwas ändern möchte, welche Pläne er hat, wisse er noch nicht genau. "Dazu muss ich die Menschen erst richtig kennenlernen."

Bevor sich Dschin-u Oh für das Theologiestudium entschied, studierte er Musik. Die will er auf jeden Fall auch in die Gemeinde bringen. "Ich kenne viele Musiker in Berlin. Konzerte in den Kirchen der Region kann ich mir auch gut vorstellen", sagt er. Der Wunsch, Pfarrer zu werden, wurde erst nach der Konfirmation geweckt. "Meine Mutter hat zwar mit uns gebetet, aber wir sind nicht ständig in die Kirche gegangen", erinnert sich Dschin-u Oh. Er hat sich in der Jugend in der Jungen Gemeinde in Berlin Wedding engagiert, hat viele Veranstaltungen mitorganisiert.

Nach dem Abitur absolvierte er seinen Zivildienst in der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo. "Aber ich wollte Musiklehrer werden", betont der Pfarrer. Allerdings musste er während des Studiums ein zweites Fach belegen. Das war dann evangelische Religionslehre. Relativ schnell wurde ihm dann klar: "Ich will Pfarrer werden." Er erinnerte sich, dass die Kirche für ihn schon als Kind Geborgenheit bot, "irgendwie was Gutes hatte".

Sein Ziel von einst, als Musiklehrer zu arbeiten, ist längst seiner Berufung gewichen: der Arbeit als Pfarrer. "Es ist die Vielfältigkeit der Arbeit. Der Kontakt zu den Menschen jeden Alters. Ich erlebe verschiedene Menschen an allen Höhepunkten ihres Lebens, das ist faszinierend. Ich bin bei Taufe, Hochzeit, aber auch beim Tod dabei, dabei bin ich ein Teil des Lebens dieser Menschen", gibt er zu. Und es sei irgendwie auch ein besinnlicher Beruf. "Gottesdienste sind ein Ort der Ruhe, der Einkehr. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen", betont Dschin-u Oh. Er kann es jetzt kaum erwarten, so richtig loszulegen. "Ich bin gespannt, was sich ergibt", sagt der Pfarrer.

Der Zufall wollte es, dass er die Gubener Pfarrerin Elisabeth Rosenfeld schon aus Studienzeiten kennt. Einen Vorteil sieht er darin zwar nicht, "aber sie kennt die Menschen hier schon besser als ich und kann mir sicher hin und wieder einen Tipp geben."

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