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Die Kinder- und Jugendfeuerwehr in Groß Eichholz ist ein Paradebeispiel für funktionierende Jugendarbeit

Im Einsatz für den Nachwuchs

Löschkids der Groß Eichholzer Freiwilligen Feuerwehr beim Üben von Knotenbinden: Victoria, Max, Florian und Jonas mit den Helfern Lutz Paustiann aus Selchow und Nathalie Bock aus Kehrigk.
Löschkids der Groß Eichholzer Freiwilligen Feuerwehr beim Üben von Knotenbinden: Victoria, Max, Florian und Jonas mit den Helfern Lutz Paustiann aus Selchow und Nathalie Bock aus Kehrigk. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 19.02.2015, 22:10 Uhr
Groß Eichholz (MOZ) Freiwillige Feuerwehren sind nicht nur unverzichtbare Helfer bei Bränden und Unfällen, sie prägen auch seit Generationen den geselligen Zusammenhalt in den Dörfern. In Groß Eichholz funktioniert die Kinder- und Jugendarbeit, mit welcher dem demografische Wandel entgegengewirkt werden soll.

Schon einige Zeit vor dem offiziellen Beginn am späten Mittwochnachmittag ist der Spielplatz neben dem Feuerwehrgerätehaus voll in der Hand der Löschkids. Bei manchen sind Väter oder Mütter dabei, die sie hergefahren haben. Jetzt können sie sich noch einmal richtig austoben. Dann aber ist Disziplin bei der Groß Eichholzer Kinder- und Jugendfeuerwehr angesagt. In altersgemäßen Gruppen von vier bis fünf Kindern werden die neun Mädchen und elf Jungen im Alter von sechs bis 17 Jahren durch den Ortsjugendwart Joachim Schmelz und seine Helfer in Theorie und Technik geschult.

Die Groß Eichholzer Kinder- und Jugendfeuerwehr gibt es seit 1999. "Von der Hälfte der Kinder etwa sind auch die Väter in der Freiwilligen Feuerwehr", weiß der Groß Eichholzer Detlef Angerhöfer, der seit 1988 dabei ist und vor über fünf Jahren Stadtjugendwart von Storkow mit der Qualifikation Gruppenführer und Zugführer wurde. Auch die Juleica besitzt er, die Jugendleiter Card, für die eine gesonderte Ausbildung und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis nötig sind. Der Vater von drei Kindern und einem Enkel arbeitet gern mit Kindern. Er unterstützt Joachim Schmelz und freut sich über Erfolge, denn: "Wer von unseren Kindern später im Ort bleibt, der bleibt auch in der Freiwilligen Feuerwehr." Bei den Stadtausscheiden treten die Groß Eichholzer immer mit zwei Mannschaften an, mit den Kids von sechs bis zehn Jahren und den Jugendlichen von elf bis siebzehn Jahren. "Und sie schneiden eigentlich immer sehr gut ab, die Löschkids haben immer gewonnen, die Jugend ist auf den vorderen Plätzen", berichtet Detlef Angerhöfer stolz.

Aber nicht nur gelernt und für die Ausscheide trainiert wird in Groß Eichholz. Im vergangenen Jahr zum Beispiel waren alle mit den Mannschaftstransportwagen im Tempodrom in Berlin. Die Karten waren durch ortsansässige Gewerbetreibende gesponsert worden. Auch Ausflüge in den Freizeitpark Irrlandia in Storkow und gemeinsame Bootsfahrten werden unternommen. Keine Frage, dass die Kinder und Jugendlichen auch beim Neujahrsempfang, bei der Weihnachtsfeier, beim Osterfeuer und anderen Festen dabei sind.

Als Stadtjugendwart hat Detlef Angerhöfer immer auch die etwa 80 Kinder der anderen Ortsfeuerwehren im Blick. Das sind die von Storkow-Stadt, Görsdorf, Alt Stahnsdorf, Philadelphia, Kummersdorf und Limsdorf. In den anderen der 14 Ortsteile gibt es keine Kinder- und Jugendfeuerwehr. "Es ist schwierig, Leute zu finden, die Zeit für die Tätigkeit als Jugendwart haben, die Juleica besitzen sowie mindesten Truppführer sind", nennt Detlef Angerhöfer das Problem. "Viele Kameraden arbeiten über Land und sind spät zu Hause." Außerdem seien Helfer nötig für die Aufsicht, die Gruppenarbeit und das Bereitstellen schwerer Gerätschaften. Wenn Kinder nicht schon durch andere Vereine gebunden sind, kommen sie gern zur Freiwilligen Feuerwehr. Zu den Groß Eichholzern gehören deshalb auch Kinder aus Münchehofe, Kehrigk, Selchow und Schwerin. "Damit ist unsere Kapazität erschöpft", bedauert Detlef Angerhöfer.

Die Kinder- und Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehren wird durch den Kreis mit jährlich 1000 Euro und durch die Stadt mit 2000 Euro unterstützt. Auch Stadtwehrführer Frank Ebert wirbt um Helfer bei der Jugendarbeit, "damit auch in Zukunft die Einsatzbereitschaft gewährleistet ist". Schon jetzt sei die Tageseinsatzbereitschaft schwer zu halten, "aber zur Zeit kriegen wir es noch hin", so der Stadtwehrführer.

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