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Platz-Dilemma nach aufwühlendem Derby

Elfmeterwürdiges Foul: Lindows Hannes Göhlke traf Stefan Schenkwitz am linken Fuß, brachte den HSV-Stürmer so zu Fall. Schiedsrichter Michael Wendorf (am linken Bildrand) pfiff sofort. Weitere Bildmotive vom Pokalderby auf www.moz.de/regionalsport.
Elfmeterwürdiges Foul: Lindows Hannes Göhlke traf Stefan Schenkwitz am linken Fuß, brachte den HSV-Stürmer so zu Fall. Schiedsrichter Michael Wendorf (am linken Bildrand) pfiff sofort. Weitere Bildmotive vom Pokalderby auf www.moz.de/regionalsport. © Foto: MZV
Gunnar Reblin / 02.03.2015, 20:22 Uhr
Herzberg (MZV) Nicht der Platzverweis oder die strittigen Strafraumszenen wurden am Sonntag während des Pokalderbys in Herzberg am meisten diskutiert. Nein, Hauptthema war das durchnässte Geläuf. Nach den 90 Minuten glich der Rasen einem Rübenacker. Nun ist fraglich, ob der HSV am kommenden Sonntag sein Heimspiel gegen Walsleben austragen kann.

Platzwart Frank Mewes, der seit Jahren viel Zeit und Leidenschaft in die Pflege des Herzberger Rasens steckt, ging nach der Partie mit entsetzter Miene über den Platz und schlug dann die Hände über den Kopf zusammen. Schon während der Halbzeitpause hatten viele fleißige Helfer versucht, die gröbsten Schäden zu beseitigen, stampften Löcher wieder zu, setzten herausgerissene Rasenstücke wieder an jene Stelle, wo sie vermutlich zuvor Halt geben sollten. Doch richtigen Halt fand am Sonntag kein Protagonist auf dem Spielfeld.

Da beide Mannschaften unbedingt spielen wollten, sah auch Schiedsrichter Michael Wendorf (Grüneberg) keine Veranlassung dazu, die Partie nicht anzupfeifen. "Naja, es war schon grenzwertig, weil der Platz an einigen Stellen sogar noch vereist war", so der 45-jährige Referee. "Man stelle sich mal vor, die Spieler wollen spielen, es sind hunderte Zuschauer da und dann sagt der Schiedsrichter Nein. Es war grenzwertig, aber es ging. Zum Glück hatte ich das richtige Schuhwerk gewählt", so Wendorf, der ansonsten von einem tollen Spiel mit einer tollen Atmosphäre schwärmte. Anders als die Kicker, legte sich Wendorf nicht per Ausrutscher darnieder.

Herzbergs Rasendoktor Frank Mewes verriet am Montag auf Nachfrage, welche Sofortmaßnahmen er plant. "Erst Abschleppen, dann Absanden. Ob's klappt, ihn für Sonntag wieder hinzubekommen, müssen wir abwarten."

HSV-Trainer Patrick Schramm war jedenfalls skeptisch, ob die Pflege anschlägt und sich das Grün bis Sonntag einigermaßen erholt. "Ich weiß nicht, ob die Zeit reicht. Wir werden aber alles versuchen, um den Platz in einen bespielbaren Zustand zu bekommen", erklärte Schramm. Bei der derzeitigen Wetterlage sieht es allerdings alles andere als rosig aus, dass der Boden zumindest abtrocknen kann.

Aus sportlicher Sicht waren die Gäste aus Lindow im Nachgang froh, sich mit dem 3:2-Sieg den Einzug ins Kreispokal-Halbfinale erspielt oder vielmehr erkämpft zu haben. Und einen aus dem Lager der Grün-Weißen machten sie damit besonders froh. Ausgerechnet der Herzberger David Maaß musste aufgrund einer Rot-Sperre an alter Wirkungsstätte zuschauen. Er darf nun im Halbfinale wieder mitmischen und von einem möglichen Pokaltriumph träumen. Zudem warteten seine Teamkollegen mit einer besonderen Geste auf. Nach den ersten beiden Treffern rannten alle Lindower zu Maaß, der sich am Spielfeldrand herzlich drücken ließ.

Nachfolgend liefert die Sportredaktion noch einige Stimmen zum Pokalderby nach.

Hannes Göhlke, Spielmacher der Lindower: Ich fand, es waren ordentlich Emotionen drin. Aber es lief immer fair. Auf diesem Boden waren Kombinationen kaum möglich. Unsere Chancenverwertung war katastrophal. Aber es hat gereicht, wir sind weiter. Das war das Ziel.

Tobias Fischer, HSV-Kapitän: Schade, dass wir solange nicht aus den Puschen gekommen sind. Am Anfang waren wir nicht präsent genug. Ich hatte gehofft, dass wir einen größeren Kampf liefern können, weil es eigentlich typisch Herzberger Wetter war - nass, rutschiger Boden. Das liegt uns normalerweise.

Ronny Hellmann, Abteilungsleiter bei Grün-Weiß: Ich fand unsere Leistung recht souverän. Vor dem Spiel war ich skeptisch, ob wir uns trotz der vielen Ausfälle behaupten können. Ich hatte Herzberg mutiger, gefährlicher erwartet.

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