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Besitzer von Gut Hirschaue fordert langfristige Lösungen zusammen mit Landesumweltamt

Wölfe greifen Damwild in Birkholz an

Überbleibsel eines Damwild: Rissgutachter Kay-Uwe Hartleb fand einige Indizien, die auf eine Wolfsattacke hindeuten.
Überbleibsel eines Damwild: Rissgutachter Kay-Uwe Hartleb fand einige Indizien, die auf eine Wolfsattacke hindeuten. © Foto: Henrik Staar
Annika Bischof / 08.03.2015, 07:21 Uhr
Birkholz (MOZ) Insgesamt 15 Stück Damwild wurden in der Nacht zum Donnerstag auf dem Gut Hirschaue in Birkholz vermeintlich von einem oder mehreren Wölfen gerissen. Acht der Tiere wurden sofort getötet, fünf weitere mussten aufgrund ihrer schweren Verletzungen erschossen werden. "Zwei weitere verletzte Tiere befinden sich immer noch in der Herde", berichtete Eigentümer Henrik Staar am Freitag. Sie konnten bislang noch nicht von ihrem Leid erlöst werden, da die Herde zu dicht beieinanderstand, um schießen zu können. "In unserer Brust schlagen derzeit zwei Herzen. Einerseits sind wir sehr für Artenvielfalt in der Kulturlandschaft Brandenburg, auf der anderen Seite waren wir zutiefst erschüttert über die Aggressivität, mit welcher unsere Tiere gerissen und verletzt wurden. Dies ist mit dem Begriff Tierwohl in keinem Falle vereinbar und tut uns als Landwirten besonders weh", machte Henrik Staar das Dilemma deutlich. Schließlich seien er und sein Team für das Wohl der Gehegetiere verantwortlich.

Dass es sich um eine Wolfsattacke handeln könnte, machten die ersten Indizien deutlich, die vom Rissgutachter Kay-Uwe Hartleb zusammengetragen wurden. So fanden sich nahe der erlegten Tiere sowie auf dem Acker neben dem Gehege Spuren, die wolfstypisch waren und auf mehrere Angreifer hindeuteten. Die Stelle, wo sie ins Gehege eingedrungen waren, wurde von den Besitzern schnell entdeckt. "Das Loch unterm Zaun haben wir schon zugeschüttet", sagte Henrik Staar. Viel mehr könne man vorerst auch nicht machen. Es ist bereits das vierte Mal innerhalb von zwei Wochen, dass in der Region womögliche Wölfe Gehegetiere gerissen haben.

Daher fordert Henrik Staar nun vom Landesumweltamt gemeinsam eine Lösung zu finden. "Als wir unser Gehege gebaut haben, war von der Ansiedlung des Wolfs nicht die Rede", hielt er fest. Der Bau eines neuen Zauns mit Unterwühlschutz würde beispielsweise mit Kosten im sechsstelligen Bereich zu Buche schlagen. Das können Landwirte wie er nicht stemmen. Geld wolle der Birkholzer aber nicht, doch plädierte er für einen Ersatz der gerissenen Tiere in gleicher Bio-Qualität. Dafür müsse man langfristig Lösungen finden, die gleichermaßen die Artenvielfalt und Landwirtschaft im Land Brandenburg berücksichtigen.

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DIANA 10.03.2015 - 19:49:25

stimmt Tina,

am besten auch gleich mal wieder den Löwen ansiedeln denn der kam ja bis zum 1. Jhd. n. Chr. in Griechenland und auf dem südlichen Balkan vor – bis ins südliche Serbien und in Bulgarien. Dann hätten wir noch den Loeparden, im mehreren Kaukasusrepubliken soll es ihn ja noch geben bzw. eine kleine Population von einigen Dutzend Tieren wurden in Aserbaidschan und Armenien nachgewiesen. Also her damit, und Pfefferspray soll ja da auch sehr wirksam sein ich stelle mir gerade einen Wolf vor der mit Tina´s Pfefferspray beglückt wird ich glaube das das ihn nicht sonderlich beeindrucken wird einen schönen Abend noch - und immer schön naiv bleiben

Tina 10.03.2015 - 19:17:01

Wölfe, Löwen, Tiger & Co.

Was wollen wir denn? Alle Wölfe in unserer Region wieder abschießen bis keiner mehr übrig ist? Oder alle Wölfe weltweit vernichten? Und wenn wir schon mal dabei sind am Besten auch gleich die Löwen in Afrika, den Tiger in Asien, die Bären in Nordamerika und die Haie im Meer...Ja, alle Raubtiere ausrotten? Das geht doch nicht. Sie haben auch Ihre Daseinsberechtigung. Wir müssen uns und unser liebes eingezäuntes Vieh vor ihnen schützen. Nicht erst abwarten bis die Wölfe kommen und dann jammern und klagen. Vorher schützen (mit einem Elektrozaun-das müsste doch nun langsam bekannt sein). Auch unseren Hund im Wald sollten wir nicht von der Leine lassen. Wenn ich mit meinen Kindern oder allein im Wald unterwegs bin, habe ich immer ein Tierabwehrspray (Pfefferspray) dabei. Wenn wir abends unsere Hühner nicht in den Stall bringen würden und die Stalltür nicht zumachen würden, dann wissen wir doch auch das sonst der Fuchs kommt und sich die leichte Beute holt.

XXO 09.03.2015 - 09:15:29

Kosten werden andere Tragen

Ich glaube kaum das die Birkholzer auf irgendwelchen Kosten sitzen bleiben werden. Dafür wird man schon sorgen. Verdient hätten sie es aber. Wer Wind säht wird Sturm ernten. Und wer sich nun hinstellt und den Wolf verteidigt, der hat auch kein Anrecht auf Entschädigung....und schon gar keinen Wolfs-Zaun. Hier muss die Ursache bekämpft werden und nicht die Symptome. Für den Wolf ist in unserer Landschaft einfach kein Platz.

@hardy 08.03.2015 - 21:48:44

Noch ist Zeit

So lange die Wölfe sich vom Bundestag fernhalten und die Wälder und Wiesen darum nicht belagern,wird sich nichts ändern. Jedes frei lebende Tier hat eine reale Chance der Flucht , nur die in Gatter gehaltenen Tiere nicht. Wann werden die Wölfe in den Zoo oder in andere Tiergehege eindringen,wollen wir mal Wetten abschließen wie lange es noch dauert? Wie sicher sind die abgelegenen Spielplätze oder Abenteuer-Plätze noch sicher? Keine Sorgen , wir haben ja die Tierschützer.

DIANA 08.03.2015 - 19:05:11

und es fängt erst an

zählen wir mal zusammen : in der Nacht zu Montag 5 tote Tiere Mittwochnacht 2 tote Tiere in der Nacht zum Donnerstag 15 tote Tiere .... da bin ich mal gespannt wie das weitregehen wird denn hier tötet der Wolf nicht aus Hunger

Rosa Linde I. 08.03.2015 - 16:27:58

Auf diesen Kosten

werden Herr Staar und Herr Kattner bzw. die Unternehmen in Birkholz und Pfaffendorf wohl sitzen bleiben. Wölfe, wenn es denn welche waren, werden dort nun immer wieder zuschlagen, denn sie können dort ihr Wild jagen ohne das ihnen etwas geschieht bzw. das Wild flüchten kann. Weshalb sollten sie Angst und Scheu entwickeln? Auch Wölfe werden den geringsten Widerstand bei ihrer Futterbeschaffung gehen.....Wildschweine ziehen ja auch bereits durch Städte, obwohl es Wildtiere sind welche im Wald leben und eigentlich vorm Menschen Scheu haben.

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