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Die Stadt wird das Gewerbegebiet an der A 12 in den Jahren 2016 und 2017 erschließen lassen.

ETTC Süd kostet 7,5 Millionen Euro

Provisorium: Im Güterverkehrszentrum ETTC Süd werden ab 2016 umfangreiche Erschließungsarbeiten stattfinden.
Provisorium: Im Güterverkehrszentrum ETTC Süd werden ab 2016 umfangreiche Erschließungsarbeiten stattfinden. © Foto: Michael Benk
Frank Groneberg / 10.03.2015, 18:59 Uhr - Aktualisiert 11.03.2015, 18:32
Lichtenberg (MOZ) Die Stadt wird das Gewerbegebiet ETTC Süd an der Autobahn A 12 in den Jahren 2016 und 2017 erschließen lassen. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf 7,5 Millionen Euro.

Wenn in der Stadt vom ETTC Süd die Rede ist, wird nach wie vor meist mit den Schultern gezuckt. ETTC Süd? Nie gehört. Doch mit dem Begriff Lkw-Vorstauplatz an der Autobahn A 12 können die meisten Leute dann doch wieder etwas anfangen. Auf eben jenem Areal, das bis zum Wegfall der Grenzkontrollen als Vorstauplatz für Sattelschlepper und andere Lkw genutzt wurde, befindet sich heute der südliche Teil des Euro Transport und Trade Center Frankfurt (Oder) "Frankfurter Tor/Süd" - kurz: ETTC Süd. Vor allem Dienstleister für Lastwagenfahrer haben sich dort angesiedelt - Handelseinrichtungen, Gastronomiebetriebe, Logistikunternehmen, Serviceanbieter für die Logistikbranche sowie weitere Unternehmen.

Die einzelnen Gewerbe- und Industrieflächen des Güterverkehrszentrums ETTC Süd - insgesamt 22 Hektar - sind überwiegend im Besitz privater Eigentümer, die vorrangig in Osteuropa zu Hause sind. In naher Zukunft will sich dort ein weiterer international agierender Spediteur ansiedeln. Weitere Ansiedlungen privater Unternehmer und öffentlicher Institutionen sind fest avisiert. Das Problem aber ist: "Das gesamte Areal, wie es betrieben wird, ist zurzeit nur ein Provisorium", sagt Frank Herrmann, Amtsleiter im städtischen Tiefbauamt.

Ein Provisorium, wie es in den 1990er-Jahren mit dem Anstieg des grenzüberschreitenden Lkw-Verkehrs aus dem Boden gestampft worden war. Die Versorgung mit Trinkwasser und die Entsorgung des Abwassers erfolgen provisorisch. Das Ableiten des Regenwassers erfolgt provisorisch. Die Straßen auf dem Areal, die Namen tragen wie Lettische Straße oder Polnische Straße, sind Provisorien.

Doch die Zeit der Provisorien soll nun endlich zu Ende gehen. "Wir müssen das gesamte Areal ordentlich erschließen", betont Frank Herrmann. Denn für das ETTC Süd gibt es seit mehreren Jahren einen gültigen Bebauungsplan. "Damit haben die Grundstückseigentümer einen Anspruch darauf, dass dieses Gebiet erschlossen wird", erklärt der Leiter des Tiefbauamtes. Und er ergänzt, dass das gesamte Areal "komplett neu erschlossen werden" müsse. Das heißt, die Verkehrsflächen müssen neu erschlossen werden - inklusive Straßenbau und Beleuchtung. Das heißt weiterhin, Wasser- und Abwasserleitungen müssen neu verlegt werden. Für die Regenentwässerung müssen Kanäle gebaut und Sickerbecken hergestellt werden. Und schließlich müssen auch Leitungen für die Löschwasserversorgung installiert werden.

Das alles kostet viel Geld. Nach aktuellem Planungsstand 7,5 Millionen Euro. Ein Ingenieurbüro ist momentan dabei, die Entwurfsplanung anzufertigen. "Mit dieser Planung werden wir bei der Landesinvestitionsbank ILB Fördermittel beantragen", sagt Anja Städter, Abteilungsleiterin im Tiefbauamt. 60 bis 80 Prozent Förderung seien möglich. Im Sommer werde eine Entscheidung zur Förderung erwartet. Die Arbeiten erfolgen dann 2016 und 2017.

Für die Stadt werde die Baumaßnahme letztlich "ein Nullsummenspiel", betont Frank Herrmann. Denn: "Den kommunalen Eigenanteil, den wir zunächst zahlen müssen, werden wir komplett auf die Grundstückseigentümer umlegen." Einer dieser Eigentümer könnte der Bund sein, der im ETTC Süd eine Zollstation bauen will.

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Berti15 11.03.2015 - 15:11:15

Korrektur

... ich reiche noch ein "r" nach, nachdem ich selbst Korrektur gelesen habe ...

Berti15 11.03.2015 - 14:13:13

@MH

"Zollstation" im Gewerbegebiet, deutsche Truppen, welche im zweiten Weltkrieg eine Stadt im Norden Englands an der Grenze zu Schottland "angriffen", wie man kürzlich in der MOZ lesen konnte. Vermutlich liest niemand mehr Korektur. Ist halt ne schnelllebige Zeit. ;-)

Cat950 11.03.2015 - 12:43:07

Typisch Frankfurt

Wenn ich es richtig gelesen habe möchte sich auf den ehemaligen Vorstauplatz ein Logistikunternehmen ansiedeln.Und dafür muß man in echt 7,5 Millionen Euro Steuergelder verschwenden?Ich kann mir nicht vorstellen das zur Zeit alle Ver-und Entsorgungsleitungen provisorisch sind!Schon bei der Regenentwässerung kann bei der großen versiegelten Fläche kein Provisorium existieren.Aber liebe Stadt Frankfurt,da fällt mir gerade ein das ca. gut 1km weiter zwei Hallen eines ehemaligen Solarherstellers (First Solar ) gibt die sehr gut erschlossen sind.

MH 11.03.2015 - 10:13:51

Moment mal

Ich lese Zollstation , was ist damit gemeint? (Ich finde für diesen Begriff keine Definition) Reden wir hier davon das die Zollabfertigung die von Frankfurt nach Fürstenwalde verlegt wurde zurückkommt oder sprechen wir hier von einer Art Wache ? Übrigens, war nicht auf der anderen Autobahnseite ein Gewerbegebiet das komplett belegt ist "Ironie aus".

Taschenrechner 10.03.2015 - 20:02:23

Gehts noch?

Für die Stadt ist es einNullsummenspiel. Ja klar doch. Aber die Eigentümer bezahlen nur den geringen Eigenanteil der Stadt und die Steuermillionen der Fördermittel bekommen sie geschenkt. Hier werden wieder Millionengeschenke gemacht und man ist noch stolz darauf. Peinlich, Peinlich ...

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