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Flussauen-Frühling in der Küche

Einzigartiges Rezept: Gitta und Berndt Pechert aus Schwedt schieben die Pizza, die mit Bärlauch belegt ist, in den Ofen der Pension Moritz.
Einzigartiges Rezept: Gitta und Berndt Pechert aus Schwedt schieben die Pizza, die mit Bärlauch belegt ist, in den Ofen der Pension Moritz. © Foto: MOZ/Raban Kerschek
Raban Kerschek / 01.04.2015, 06:48 Uhr
Berkholz-Meyenburg (MOZ) Der Dienstag war Bärlauchtag in Berkholz-Meyenburg. Gastgeberin Heike Moritz begrüßte in ihrer Pension die Teilnehmer mit selbst gebackenem Bärlauchbrot. Es wurde gekocht, gelacht und über die vielseitig einsetzbaren Kräuter philosophiert.

Die 4. Schwedter Flussauen-Woche bekommt an diesem Tag einen besonderen Duft. Die Räume der Meyenburger Pension Moritz sind erfüllt davon. Einige Gäste sitzen bereits am liebevoll dekorierten Esstisch. Andere sind noch dabei, das erste Gericht des Tages, auf die Teller zu verteilen. Serviert wird Bärlauchsuppe.

Der Bärlauch, der mit Schnittlauch und Knoblauch verwandt ist, feierte in den zurückliegenden Jahren eine beachtliche Renaissance in den Küchen und Gärten der Welt. Kein Wunder: "Er schmeckt sehr gut, ein bisschen nach Knoblauch, nur etwas milder", sagt Monett Stargardt. Außerdem könne man mit Bärlauch sehr viel zubereiten oder Speisen verfeinern, erklärt sie.

Monett Stargardt leitet die benachbarte Pension "Am Viereck". Sie organisiert zusammen mit Hausherrin Heike Moritz den Bärlauchtag. "Vor drei Jahren hatten wir überlegt, wie wir uns an der Schwedter Flussauenwoche beteiligen können. Da kamen wir auf die Idee mit dem Bärlauch", verrät Heike Moritz.

Eigentlich sei geplant gewesen, mit dem Fahrrad zu den Kräuterstellen zu fahren. Das Wetter hätte ihnen aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Stattdessen sind wir mit dem Auto in den Zützener Wald gefahren", sagt Heike Moritz. Dort habe man die frischen Kräuter für das gemeinsame Essen gepflückt und den Gästen auch einiges über die Auenlandschaften erzählt.

Die Auenlandschaft des Nationalparks Unteres Odertal bietet optimale Voraussetzungen für das Kraut, das nur noch an wenigen Stellen in Brandenburg wächst. Die Kräuter, die zwischen März und Mai sprießen, bevorzugen schattige Wälder und feuchte Böden. Im Mai beginnen die Pflanzen zu blühen - dann verlieren sie aber auch ihr Aroma.

Jetzt, in der Hochsaison, esse sie sehr viel Bärlauch, erzählt Monett Stargardt, die dem Kraut früher eher skeptisch gegenüber stand. "Mittlerweile bin ich ein richtiger Fan geworden." Immerhin, so verrät die leidenschaftliche Köchin, wäre der Bärlauch gesund. "Er ist zum Beispiel gut für die Durchblutung", bestätigt Heike Moritz der Freundin.

Der Bärlauch gibt dem uckermärkischen Küchenplan eine ganz besondere Würze. Jedes Jahr koche sie neue Rezepte mit den Teilnehmer, erzählt Heike Moritz. "Im letzten Jahr gab es zum Beispiel Bärlauch-Pfannkuchen. Heute gibt es Bärlauchsuppe, Spaghetti mit Frischkäse-Bärlauchsauce und Bärlauchpizza."

Die Pensionsbetreiberin, die mit Beginn der Flussauenwoche auch ihren Hof und den Hofladen wieder geöffnet hat, stand schon den ganzen Vormittag in der Küche. "Ich habe frisches Bärlauchbrot für die Teilnehmer gebacken", verrät sie, während sich zwei ihrer Gäste aufmachen, die Bärlauchpizza in den Garten zu bringen.

Gitta und Berndt Pechert haben die Pizza mit der schmackhaften Zutat belegt. "Wir sind gespannt, wie es schmeckt", sagt Gitta Pechert, die von der Atmosphäre und der Idee begeistert ist. "Wir sind richtige Kräuterfans und hatten in den letzten Jahren schon vom Bärlauchtag gehört. Diesmal wollten wir unbedingt mitmachen und die Rezepte ausprobieren", erzählt sie, nachdem die Pizza in den Ofen geschoben worden ist. Unterdessen breitet sich auch im Garten der Pension Moritz der besondere Bärlauch-Duft aus.

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