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Regionalplaner im Gegenwind

Dunkle Wolken ziehen auf: Für die Regionalplaner wird der Gegenwind in Sachen Windkraft immer stärker. Nun gibt es auch Planungsgegner in Manker.
Dunkle Wolken ziehen auf: Für die Regionalplaner wird der Gegenwind in Sachen Windkraft immer stärker. Nun gibt es auch Planungsgegner in Manker. © Foto: MZV/Balzer
Judith Melzer-Voigt / 07.04.2015, 19:30 Uhr
Manker/Protzen/Küdow-Lüchfeld (MZV) Der 21. April naht - und mit ihm eine Sitzung der Regionalversammlung Prignitz-Oberhavel. Dann soll der Regionalplan im Mittelpunkt der Tagung stehen. Für die Planungsgegner in Sachen Windkraft heißt das: Die Zeit wird knapp. Sie sind gerade dabei, sich noch breiter aufzustellen.

Den Anfang in der Region hat schon vor Monaten die Bürgerinitiative "Gegenwind Temnitz" gemacht. Sie schaffte es unter anderem mit großformatigen Protestplakaten, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es dauerte nicht lange, und es fanden sich erste Planungsgegner, die diesem Beispiel folgten: Die Bürgerinitiative "Gegen Windräder-Wildwuchs in OPR" entstand. Sie hat ihren Ursprung in Protzen. Dort hatte vor allem der Plan, ein Windkraft-Eignungsgebiet zwischen Protzen und Stöffin zu genehmigen, für Kritik gesorgt (RA berichtete). Seit Ende März gibt es in dieser Region Verstärkung: In Manker hat sich eine Interessengemeinschaft "Gegenwind-Manker" gegründet.

Von dem ersten Treffen dieser neuen Gruppierung war Mitglied Anton Henning im Nachhinein überrascht: Obwohl es schon andere Info-Abende gegeben hat, die über die aktuelle Situation bezüglich des Windkraft-Ausbaus in der Region informiert haben, waren in Manker wieder 40 Teilnehmer dabei. "Das Interesse und der Wunsch, über den geplanten Ausbau der Windparks in unserer Region sachlich informiert zu werden, waren groß", so Henning. Er und seine Mitstreiter hatten für diesen Abend eine Präsentation vorbereitet und auch Verstärkung eingeladen: Sprecher der Bürgerinitiativen aus dem Amt Temnitz, aus Protzen und auch von der BI Hohe Heide aus dem Rheinsberger Raum waren mit dabei, außerdem Bürgermeister und Ortsvorsteher benachbarter Ortschaften.

Deutlich sollte an diesem Abend vor allem werden, dass es den Planungsgegnern nicht nur darum geht, das Planungsgebiet 28 - also jenes zwischen Protzen und Stöffin - zu verhindern. Es sei vielmehr so, dass "die Bürgerinitiativen in unserer Region eng und in Solidarität zusammenarbeiten, um die Mitmenschen zu sensibilisieren für die Absurdität des politisch Beschlossenen und nun von den Planungsgremien mit aller Gewalt durchzudrückenden Ausbaus der Windenergie", erklärte Anton Henning.

Während des Info-Abends in Manker wurden auch gleich die nächsten Schritte besprochen: Es sollen Unterschriften für die Volksinitiative 10 H gesammelt werden. Sie setzt sich dafür ein, dass die sogenannte 10 H-Regelung auch in Brandenburg durchgesetzt wird. Diese legt fest, dass Windräder mindestes das Zehnfache ihrer Höhe als Abstand zu Wohnsiedlungen haben müssen. Sind sie also 200 Meter hoch, sollten sie 2 000 Meter von Dörfern und anderen Orten entfernt sein. Außerdem wollen die Mankeraner mit Flächeneigentümern - Landwirten, Erbengemeinschaften und Vertretern der Kirche - sprechen und "vor dem abzusehenden Unfrieden innerhalb der Dorfgemeinschaften warnen", so Henning. Vertreter der Agrar GmbH Manker hätten bereits signalisiert, dass sie sich kategorisch gegen das Errichten von Windrädern auf ihren Flächen aussprechen, erklärte Anton Henning. Er stellt auch in Aussicht, dass die Anzahl der organisierten Planungsgegner noch steigen wird: Es werde voraussichtlich eine neue BI gegründet, dieses Mal in Küdow-Lüchfeld.

Die bereits bestehende BI aus Protzen plant indes schon ihr nächstes Treffen. Es findet am heutige Mittwoch, 8. April, statt. Beginn ist um 18.30 Uhr im Gutshaus. Unter anderem wird dann über die Vorbereitung für die wichtige Regionalversammlung am 21. April und um die weitere Zusammenarbeit mit der neuen Interessengemeinschaft Manker gesprochen - ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Vernetzung.

Die Regionalversammlung am 21. April beginnt um 16 Uhr in der Kreisverwaltung in Neuruppin, Heinrich-Rau-Straße 27 bis 30, im großen Sitzungssaal, Raum 0.27.

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