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Das Neubauprojekt auf dem Eigenheimstandort Dobberzin wird im Ort heftig diskutiert

Sorgen um Gutshaus-Pläne

Beste Lage, aber bislang immer noch leer: Das sogenannte Gutshaus in Dobberzin hat einen Interessenten gefunden, der das Areal am Mündesee entwickeln will. Geplant sind auch mehrere Bungalows zwischen dem Gebäude und dem Uferbereich.
Beste Lage, aber bislang immer noch leer: Das sogenannte Gutshaus in Dobberzin hat einen Interessenten gefunden, der das Areal am Mündesee entwickeln will. Geplant sind auch mehrere Bungalows zwischen dem Gebäude und dem Uferbereich. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 08.04.2015, 05:45 Uhr
Dobberzin (MOZ) Viele Jahre stand es leer - jetzt soll es neu bebaut werden. Das sogenannte Gutshaus von Dobberzin macht derzeit einen schlechten Eindruck. Den Anwohnern ist jedoch die geplante Bebauung eine Nummer zu groß. Der Investor hat einen Kompromiss vorgeschlagen.

Bauherr, Angermünder Stadtverwaltung und auch der Dobberziner Ortsbeirat sind sich in einer Sache einig: Der Schandfleck muss verschwinden. Entweder durch Sanierung der alten Bausubstanz oder durch einen Neubau an gleicher Stelle. Denn in dem mittlerweile bebauten Eigenheimgebiet mit seiner unverwechselbaren Lage am Mündesee stört das kaputte Gebäude. Es befindet sich ausgerechnet am eigentlich besten Standort des gesamten Areals.

Allerdings tun sich die Dobberziner mit den Bebauungsplänen etwas schwer. Denn der Investor, der das Grundstück mit Seeblick erworben hat, will das neue Gebäude erhöhen und auch noch zwischen See und Haupthaus in zweiter Reihe bauen.

"Für die hiesige Entwicklung ist uns die Bebauung etwas zu groß", fasst Ortsvorsteher Marco Neuber die Bedenken aus einer öffentlichen Sitzung mit Einwohnern und Investor zusammen. "Viele Anwohner haben höchstens aus der Zeitung erfahren, dass der Bebauungsplan ausliegt. Erst langsam setzt sich bei den Betroffenen die Ansicht durch, dass das Wohnprojekt zu hoch ist. Wir wünschen uns etwas mehr Fingerspitzengefühl." Von derzeit etwa 9,5 Meter wächst das Gebäude auf später zwölf Meter. Außerdem ist die Rede von mehreren Bungalows in zweiter Reihe. "Viele haben mit der Ansicht ein Problem, weil die umstehenden Häuser viel kleiner sind", so Marco Neuber. "Außerdem befürchtet man zu viele Wohneinheiten auf dem Areal." Es handele sich immerhin um die repräsentativste Stelle im ganzen Dorf.

Bei mehreren Aussprachen zu dem Thema hat der Ortsbeirat immer wieder kundgetan, dass er grundsätzlich eine Entwicklung auf dem Gelände befürwortet. Man wolle sie nicht verhindern. Allerdings habe es auch Verwunderung gegeben, weil bislang bei der Interessentensuche für das leer stehende Objekt immer von einer Sanierung gesprochen worden sei.

Der Investor zeigte seinerseits Entgegenkommen und verringerte die Zahl der Bungalows von vier auf drei, obwohl die Bauweise eigentlich nicht einmal Bestandteil eines öffentlichen Bebauungsplanes ist. Ende März fand nun eine zweite öffentliche Ortsbeiratssitzung zum Gutshaus statt. Dabei hat sich das Gremium mit einer Ja-Stimme und zwei Enthaltungen doch für die Änderung des Bebauungsplanes ausgesprochen. Jetzt soll die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden. Man geht davon aus, dass der Bebauungsplan danach erneut öffentlich ausgelegt wird. Auch dann können Bürger und Anwohner nochmals ihre Bedenken oder Meinungen zu dem Bauvorhaben äußern. So wurden bereits Befürchtungen über wachsenden Verkehr laut. Einige Meinungen hat der Ortsbeirat auf der Internetseite www.dobberzin.de veröffentlicht.

Im Rathaus ist man um eine einvernehmliche Lösung in dieser Sache bemüht. "Dobberzin hat sich positiv verändert", so Bürgermeister Wolfgang Krakow auf der jüngsten Bauausschusssitzung. "Der Wohnungsbaustandort hat eine gute Entwicklung genommen. Und Dobberzin ist eines der wenigen Dörfer, das wächst." Grundsätzlich kann der Ortsbeirat keine Entscheidung treffen, muss aber vor einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gehört werden. Durch die Debatte könne ein Riss in der Gemeinde entstehen, äußerte Marco Neuber voller Sorge im Bauausschuss. Dies müsse auf jeden Fall verhindert werden, da viele Dobberziner bislang mit eigener Kraft den Ort unterstützen und auch sauber halten.

Aufgrund des geringer werdenden Angebots an freien Bauplätzen auf dem Eigenheimgebiet sucht die Stadt bereits nach Möglichkeiten für ein neues. Nach Auskunft der Bauverwaltung habe man bereits einige konkrete Standorte besichtigt. Bevor jedoch ein Gebiet öffentlich gemacht werden soll, müssten die Eigentumsverhältnisse geklärt und die Eigentümer informiert werden.

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