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Prominenz bewundert Seifenkisten

Sogar Prominenz fieberte kräftig mit: Natalia Wörner, TV-Komissarin, ließ sich das Spektakel nicht entgehen
Sogar Prominenz fieberte kräftig mit: Natalia Wörner, TV-Komissarin, ließ sich das Spektakel nicht entgehen © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 26.04.2015, 21:19 Uhr
Baumgarten (MZV) Es wäre sicherlich ein Leichtes, für das traditionelle Bullenderby zwischen Baumgarten und Keller einen Abgesang anzustimmen. So wenige Teilnehmer und Besucher wie in diesem Jahr gab es noch nie. Doch Organisator Uwe Flock von der Mobilen Jugendarbeit Lindow bleibt optimistisch.

Der Aufwand für das nunmehr neunte Seifenkistenrennen war wie immer riesig. Die Straße wurde von der Feuerwehr gesperrt, der Acker zwischen den zwei Dörfern wurde geräumt und als Parkplatz umgerüstet - doch nur eine überschaubare Autoschlange reihte sich dort ein.

So bot sich ein eher trauriger Anblick: kaum Menschen auf großer Fläche. "Ja, es sind viel weniger als sonst", gab Uwe Flock zu. In den letzten Jahren sei der Andrang rückläufig. Woran es liegt, das könne er nur mutmaßen.

Ein Dutzend "Starterkühe" hinterließen Sonnabend auf dem Asphalt ihre Spuren. An der siegreichen Spitze war erneut Vorjahresgewinner Marcus Petruschka mit seiner Tochter Tara. Auch der DRK-Jugendclub "Old School" aus Gransee nahm wieder teil. Dieses Mal unfallfrei. Im vorigen Jahr hatte sich Tim Mohring mit seiner Kiste überschlagen.

"Die vordere Achse war weggebrochen", erinnerte sich Jugendclubleiter Steffen Bauer. Auch er war überrascht über die geringe Resonanz der Veranstaltung. "Irgendwann lohnt es sich bestimmt nicht mehr", sagte er. Neben Gransee konnte Uwe Flock die Löwenberger Clubszene und den Fürstenberger Treff 92 für sein Bullenderby gewinnen. Die Vernetzung funktioniert. OPR sorgte für die Verpflegung und OHV für die Kinderbespaßung mit Ständen, einer Hüpfburg und Kinderschminken. "Die Landkreise liegen hier so nahe beieinander. Ich möchte versuchen, die sozialen Räume der Kreisgrenze zu überbrücken", so Flock.

Als Streckenposten und Helfer bei der gesamten Durchführung hat sich erneut das Kinder- und Jugendparlament Lindow engagiert. "Früher haben das Erwachsene gemacht, jetzt bringen sich die Kinder stark mit ein." Ein Eisstand, Kuchen, Kaffee, Bratwurst rundeten das Rennen der selbstgebastelten Vierräder ab.

Auch wenn sich lokale Politikprominenz schon seit Jahren nicht mehr blicken lässt, hatte das Event in diesem Jahr einen Hauch "roter Teppich" zu bieten. Schauspielerin Natalia Wörner schaute zufällig vorbei. Die Darstellerin ist bekannt aus dem "Tatort", diversen Fernsehfilmen wie der "Sturmflut" oder den "Säulen der Erde", aber vor allem als Kommissarin Jana Winter in der ZDF-Krimireihe "Unter anderen Umständen".

"Ich bin hier zufällig mit dem Fahrrad vorbei gefahren", erzählte sie. Im Gepäck hatte sie ihren Sohn und einen seiner Freunde. Beide standen ganz begeistert am Streckenrand und schauten den Abhang herunter und den flitzenden Kisten nach.

So leicht wie die beiden Jungs sind die Jugendlichen in den Jugendclubs nicht zu begeistern. "Wir hätten mitfahren können, Zehdenick hätte uns sogar eine Kiste gestellt, aber kein Kind wollte", berichtete Mike Gutschmidt vom Fürstenberger Treff 92. Uwe Flock nimmt es scheinbar noch gelassen. "Wir werden immer weniger, aber irgendwie ist das auch ein stabiles Fundament", sagte er. "Das macht mir Mut, am 30. April 2016 das zehnte Bullenderby zu veranstalten", ließ Flock durchblicken und machte damit klar, ans Aufgeben will er nicht denken.

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